DFB ermittelt nach dem Skandalspiel auch gegen Rudi Völler

Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler ist wie Coach Roger Schmidt ins Visier des DFB-Kontrollausschusses geraten.
Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler ist wie Coach Roger Schmidt ins Visier des DFB-Kontrollausschusses geraten.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
  • Nicht nur Bayer Leverkusens Coach Roger Schmidt könnten Sanktionen drohen.
  • Auch Sportdirektor Völler wurde nun zu einer Stellungnahme aufgefordert.
  • Schmidt hatte sich geweigert, auf die Tribüne zu gehen.

Leverkusen.. Der DFB-Kontrollausschuss hat nach dem Eklat vom Sonntag auch Ermittlungen gegen Bayer Leverkusens Sportdirektor Rudi Völler eingeleitet. Der Deutsche Fußball-Bund bestätigte am Montag eine entsprechende Meldung der "Bild"-Zeitung. Zuvor war bereits ein Ermittlungsverfahren gegen Trainer Roger Schmidt eingeleitet worden.

Feldverweis Das Bundesliga-Spiel zwischen Bayer Leverkusen und Borussia Dortmund war am Sonntag für knapp zehn Minuten unterbrochen worden, weil sich Bayer-Trainer Roger Schmidt geweigert hatte, nach einem Verweis durch Schiedsrichter Felix Zwayer auf die Tribüne zu gehen. Völler griff den Unparteiischen später in einem Fernseh-Interview scharf an. So sagte er unter anderem über Zwayer: "Aber er hat sich ja revanchiert. Deshalb hat er ja auch den Elfmeter nicht gepfiffen." Und weiter: "Ich weiß, die Schiedsrichter werden sich wieder alle gegenseitig in Schutz nehmen. Jeder wird sagen, unser Trainer hätte vom Platz gehen müssen", klagte Rudi Völler. Auf Fragen nach den drohenden Konsequenzen für den eigenen Coach reagierte der Sportdirektor gar sarkastisch: "Ich weiß nicht, ob der Herr Zwayer nun gesperrt wird. Das kann ich mir nicht vorstellen."

DFB verlangt zeitnahe Stellungnahme

Der Kontrollausschuss hat Schmidt und Völler angeschrieben und zu einer zeitnahen Stellungnahme aufgefordert, teilte der Deutsche Fußball-Bund am Montagmittag mit. Bereits vor der der offiziellen Eröffnung hatte der Vorsitzende des DFB-Kontrollausschusses eine Strafe für Schmidt angekündigt. "Es wird sicher eine Sanktion geben. Aber welche, das kann ich noch nicht sagen", sagte Anton Nachreiner gegenüber "Sport1". Man werde versuchen "eine schuldangemessene Sanktion zu finden".

Eklat Zuvor hatte bereits DFL-Schiedsrichtermanager Hellmut Krug eine Sperre für möglich gehalten. "Das wird ein Fall für den Kontrollausschuss. Eine längere Sperre für Roger Schmidt ist durchaus denkbar", sagte der Spitzenfunktionär der Deutschen Fußball Liga der "Bild"-Zeitung.

Der Zwist zwischen Referee Felix Zwayer und Schmidt erhitzte die Gemüter. Schmidt hatte sich den Anweisungen des Schiedsrichters, den Innenraum des Stadions zu verlassen, aus Ärger über den Führungstreffer des BVB widersetzt und damit für ein Novum in der Bundesliga-Historie gesorgt. Erst nach der Spielunterbrechung räumte er seinen Platz in der Coaching-Zone und verfolgte die restliche Partie laut Bayer-Kapitän Stefan Kießling von der Kabine aus.

Bayer-Coach Roger Schmidt: "Ich bin zu stur gewesen"

"Ich habe da natürlich eine Vorbildfunktion und der bin ich heute auch nicht gerecht geworden. Ich bin zu stur gewesen", bekannte Schmidt. Doch es dürfte seiner Position in den nun folgenden Ermittlungen nicht zuträglich gewesen sein, dass er schon im nächsten Satz erneut über Zwayer klagte: "Dass der Schiedsrichter bei freier Sicht diesen Elfmeter nicht pfeift, vielleicht auch, weil ich vorher zu emotional war. Ich hoffe nicht, dass es so war, aber mir fällt keine andere Erklärung dazu ein."

Kommentar Damit stellte Schmidt indirekt eine Verbindung zwischen seiner Verbannung und einer Fehlentscheidung des Referees wenige Minute später her. Zwayers Reaktion auf diese Anschuldigung fiel kurz und knapp aus: "Kein Kommentar." Allerdings räumte der Schiedsrichter ein, das von Schmidt angesprochene klare Handspiel des Dortmunders Sokratis im Strafraum übersehen zu haben: "Dazu muss ich sagen, dass wir bedauerlicherweise falsch entschieden haben. Wenn wir die Perspektive der Fernsehbilder gehabt hätten, hätten wir auf Elfmeter entschieden."

Im Interview mit Sky Sport News HD erwartete Schmidt am Montag, für sein Verhalten bestraft zu werden: "Wenn beide Mannschaften wegen meines Fehlverhaltens in die Kabinen gehen müssen, ist klar, dass das Konsequenzen hat. Wenn es eine Strafe im richtigen Maß ist, werde ich sie akzeptieren. Etwas Dramatisches ist ja nicht passiert."(sid/dpa)