Der SC Paderborn appelliert an den FC Bayern München

Auch SCP-Trainer Andre Breitenreiter äußerte sich in Richtung München.
Auch SCP-Trainer Andre Breitenreiter äußerte sich in Richtung München.
Foto: Bongarts/Getty Images
Was wir bereits wissen
Jedes Spiel in der Fußball-Bundesliga ernst zu nehmen, das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Die zurückliegenden Ergebnisse des bereits feststehenden Meisters FC Bayern bereiten aber Sorgen - auch dem SC Paderborn.

Paderborn.. Vom Papier her ist der Ausgang dieser Partie eindeutig vorhersehbar: Wenn der SC Freiburg am kommenden Samstag am vorletzten Spieltag dieser Saison in der Fußball-Bundesliga den FC Bayern empfängt, wäre alles andere als ein Sieg des bereits feststehenden deutschen Meisters beim Tabellen-15. eine Sensation. Hier das Star-Ensemble von der Isar, dort die, überspitzt formuliert, Studenten-Truppe von der Dreisam.

Guardiola schickt B- oder C-Elf auf den Platz

Allerdings bereiten die zurückliegenden Liga-Auftritte der Münchener den Freiburger Konkurrenten im Abstiegskampf leichte Sorgen. Sie wittern Wettbewerbsverzerrung, weil Bayern-Trainer Pep Guardiola eine B- oder C-Elf auf den Platz schickt, oder weil sich die Münchener nicht mehr genug motivieren (können). Ein knapper 1:0-Erfolg gegen Hertha BSC, eine 0:2-Niederlage in Leverkusen und die 0:1-Pleite gegen den FC Augsburg lassen alle Sensoren Alarm schlagen.

SC Paderborn „Gegen uns haben die auch zweimal mit voller Kapelle gespielt“, sagte etwa Michael Born, Geschäftsführer Sport des SC Paderborn, mit Blick auf das Gastspiel der Bayern im Breisgau, „es wäre unangebracht, jetzt mit Regionalliga-Spielern zu rotieren.“ Es bedarf keiner Interpretation: Born erwartet eine Bayern-Elf in bestmöglicher Besetzung. Ein mögliches Ausscheiden des Klubs aus der Champions League am Dienstagabend gegen den FC Barcelona hin, eine eventuelle Sensation gegen Barca und den Einzug ins Finale der Königsklasse her.

Bakalorz: Nicht wie ein Absteiger

Bereits in der vergangenen Woche hatte SCP-Trainer Andre Breitenreiter gegenüber dem „Westfalen-Blatt“ gesagt: „Ich würde den Bayern nie etwas vorschreiben wollen, aber in so einer entscheidenden Phase sollten sie dafür sorgen, dass alle Chancen gleich bleiben.“ Ähnliche Töne sprach auch SCP-Kapitän Uwe Hünemeier in Richtung München. Jedoch ergänzte er: „Es steht uns nicht zu, anderen Klubs Vorgaben zu machen, wie sie auflaufen.“ Marvin Bakalorz erklärte nach der Niederlage des SCP gegen den VfL Wolfsburg (0:3) nur: „Wir haben nicht gespielt wie ein Absteiger.“

Deshalb wäre es ärgerlich, wenn der irre Abstiegskrimi der Bundesliga, so eng lagen so viele Mannschaften am vorletzten Spieltag in der gefährdeten Region nie beieinander, durch einen unmotivierten Meister beeinflusst würde. „Für uns geht es seit zwei Bundesligaspielen um nichts mehr. Es will keiner hören, aber es ist nicht so einfach, dass man da zu 100 Prozent immer wieder auf dem Feld steht“, sagte Bayern-Kapitän Philipp Lahm nach der Niederlage gegen Augsburg. Einfach ist es gewiss nicht, aber unmöglich auch nicht.