Bayern-Trainer Pep Guardiola hat sich angreifbar gemacht

Nicht mehr gänzlich unumstritten beim FC Bayern: Pep Guardiola.
Nicht mehr gänzlich unumstritten beim FC Bayern: Pep Guardiola.
Foto: Imago
Was wir bereits wissen
Der Zwist um Doktor Müller-Wohlfahrt, sein Wunsch, alles im Verein zu kontrollieren und nun auch noch sportliche Talfahrt. Es läuft nicht gut für Pep.

Hagen.. Es ist wahrscheinlich, dass Jupp Heynckes oft sehr froh ist, nicht mehr Teil dieser aufgeregten Branche Fußball-Bundesliga zu sein. Er verbrachte den Samstag damit, als Bayern-Legende seinen 70. Geburtstag zu begehen.

Pep Guardiola verbrachte den Samstag mit einer Niederlage gegen Augsburg, mit Fragen zum FC Bayern München. Fragen, die sich wiederholen. Fragen, die ihm auf die Nerven gehen.

Guardiola folgte als Trainer auf Heynckes im Sommer 2013, als die Bayern gerade alle Titel gewonnen hatten: Meisterschaft, DFB-Pokal, Champions League.

Es ist wenig übrig von den Über-Bayern

Aber: Aus drei Trophäen wurden 2014 nur noch zwei, aus zweien wird in diesem Jahr wohl nur noch eine werden. Und wie geht es weiter? Das ist die drängendste Frage in diesen Tagen, in denen vom schillernden Bundesliga-Dominator wenig übrig geblieben ist.

SC Paderborn Gewiss: Viele Verletzungen haben zu diesem Bild geführt. Aber womöglich hat der Verein auch verpasst, eine jüngere, hungrigere und belastbarere Generation an Leistungsträgern zusammenzustellen als die, die Schweinsteiger, Lahm, Robben und Ribery darstellen. Stattdessen holte der Klub einen, der noch älter ist: Xabi Alonso. Ein Guardiola-Transfer.

Schlechte Bilanz gegen die Top fünf

Der Star-Trainer ist längst angreifbar geworden. Sein Zwist mit folgendem Abschied des jahrzehntelangen Mannschaftsarztes Müller-Wohlfahrt, die stets anwachsende spanische Fraktion bei den Bayern, sein Wunsch, alles im Verein zu kontrollieren, stoßen manchem in München sauer auf. Plötzlich muss sich Guardiola von der „FAZ am Sonntag“ genüsslich vorrechnen lassen, dass er die Partien gegen Top-Gegner meist nicht gewinnt: vier Siege in elf K.o.-Spielen der zurückliegenden beiden Königsklassen-Saisons, nur neun von 24 möglichen Punkten aus den Liga-Partien dieser Saison gegen die besten Fünf der Tabelle. Zu wenig.

Europa League Guardiola hat einen Vertrag bis 2016. Der FC Bayern muss sich entscheiden: Begibt er sich weiter in spanische Hand und verlängert den Vertrag? Oder endet die Zusammenarbeit vielleicht schon diesen Sommer?

Es wäre zumindest keine große Überraschung mehr.