Bayern mit Zahlen der Superlative - Beifall für inhaftierten Hoeneß

"Praktisch wurde der FC Bayern auch noch Weltmeister": Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge war voll des Lobes für seinen Arbeitgeber.
"Praktisch wurde der FC Bayern auch noch Weltmeister": Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge war voll des Lobes für seinen Arbeitgeber.
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Was wir bereits wissen
Jede Menge Pathos und Tränen gab es vor einem Jahr - bei der ersten Jahreshauptversammlung nach der Inhaftierung von Uli Hoeneß ging es beim FC Bayern weitaus weniger emotional zu. Imposanter denn je waren die Zahlen, mit denen der Club in neue Dimensionen vorstieß.

München.. Rekordumsatz, größter Sportverein der Welt und Ovationen für den inhaftierten Uli Hoeneß: Bei der ersten Jahreshauptversammlung nach der Präsidenten-Ära von Hoeneß hat sich der deutsche Fußball-Rekordmeister am Freitag selbst gefeiert. Mit einem Rekordumsatz des Konzerns von 528,7 Millionen Euro sowie mit einem Anstieg der Mitglieder auf 251 315 stießen die Münchner in neue Dimensionen vor. Damit sind die Bayern nun vor Benfica Lissabon (235 000) der größte Klub weltweit. "Praktisch wurde der FC Bayern auch noch Weltmeister", erinnerte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge an den DFB-Triumph von Brasilien mit kräftig Bayern-Personal.

Nach der Jahreshauptversammlung vor einem Jahr mit reichlich Tränen von Hoeneß ("Ich werde dem FC Bayern dienen, bis ich nicht mehr atmen kann") und viel Pathos bestritten die Münchner diesen November-Abend mit weitaus weniger Emotionen. Aber Thema war der wegen Steuerhinterziehung zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilte ehemalige Präsident natürlich trotzdem. Nach knapp einer Stunde kam Hoeneß-Nachfolger Karl Hopfner auf den inhaftierten Bayern-Macher, auf dessen Rückkehr Mitglieder und Vereinsobere als Freigänger im Januar hoffen.

Kommentar "Wenn die entsprechenden Justizstellen nun ihr Einverständnis geben, dann könnte Uli Hoeneß im neuen Jahr Freigänger werden und in unserer Nachwuchsabteilung eine Anstellung erhalten", betonte Hopfner. Der inhaftierte Präsident wurde mit anhaltendem Beifall der geschätzt knapp 3000 Mitgliedern und einigen "Uli"-Rufen bedacht. Ohne Gegenstimme wurden die Präsidien um Hopfner und Hoeneß entlastet.

Rummenigge berichtet voller Stolz

Stolz berichtete Rummenigge von den vielen Erfolgen des Teams von Trainer Pep Guardiola, wie der Meisterschaft im Rekordtempo oder dem Sieg bei der Klub-WM. "Kein Verein hat mehr Spieler zu dieser Weltmeisterschaft abgestellt als Bayern München", sagte Rummenigge wenige Meter vom überdimensionalen Vereinswappen, drei Pokalen der Fußballer und einer Trophäe der Basketballer entfernt.

Die Spieler, Guardiola und Sportvorstand Matthias Sammer, dessen Vertrag kürzlich bis 2018 verlängert wurde, nahmen in der Vorbereitung auf das Bundesliga-Spiel in Berlin nicht an der Versammlung teil. Sie bekamen aber ein paar nette Worte des Vorstands für die nächsten Monate mit auf den Weg. "Ich wünsche alles Gute, dass in diesem Jahr vielleicht das ganz Große noch gelingt", sagte Rummenigge mit Blick auf die Champions League.

"Ein Fundament, wie wir es noch nie hatten"

Kein Henkelpott, kein Hoeneß, aber weiter imposante Bilanz-Werte. "Unser FC Bayern steht heute sowohl sportlich als auch wirtschaftlich auf einem Fundament, wie wir es noch nie hatten", sagte Finanzvorstand Jan Christian Dreesen.

Champions League Der Konzerngewinn betrug beim Rekordumsatz unter dem Strich 16,5 Millionen Euro. Mehr wurde nur im Geschäftsjahr 2006/07 mit 15,8 Millionen verdient. Damals verzeichnete auch die FC Bayern AG mit 18,9 Millionen ihren Rekordgewinn. "Des weiteren sind wir mit 405 Millionen Euro Eigenkapital Weltspitze. Und dazu noch die Nachricht, dass die Allianz Arena abbezahlt ist - und damit endgültig dem FC Bayern gehört!" 346 Millionen Euro hatten die Münchner seinerzeit für das WM-Stadion bezahlt.

Im Geschäftsjahr vom 1. Juli 2013 bis zum 30. Juni 2014, der ersten Saison unter Guardiola, stiegen auch die Personalkosten weiter. Nach 202,8 Millionen Euro im Jahr zuvor betrug dieser Posten diesmal 215 Millionen Euro.

Beifall gab es auch für den Erfolg der Basketballer, die die erste deutsche Meisterschaft seit 59 Jahren gewannen. Trainer Svetislav Pesic und sein Team bekamen davon nichts mit - sie mussten parallel in der Euroleague in Athen ran. (dpa)