Fußball-Riese

Bislang waren die Bermuda-Inseln vor allem für zwei Dinge berühmt. Für ihre knielangen Shorts und für das legendäre Bermuda-Dreieck, das bis heute für Angst und Schrecken bei Kapitänen, Weltumseglern und Matrosen sorgt.

Ein Mann macht sich momentan aber auf, die kleine Inselgruppe, die mehr als 1000 Kilometer vor der Küste der USA im rauen Atlantik liegt, auch anderweitig berühmt zu machen: Fußball-Nationaltrainer Mark Wade, der aus dem einstigen Punktelieferanten einen Fußball-Riesen machen will, was durchaus ein ambitioniertes Unterfangen ist. Denn momentan rangieren die Bermudas in der Weltrangliste auf Platz 169. Viel weiter nach unten geht es kaum.

Dieser Tage allerdings scheint sich die Arbeit von Wade, der als Vorbilder José Mourinho, Pep Guardiola und Jogi Löw nennt, endlich auszuzahlen. In der ersten Runde der Qualifikation zur WM 2018 schalteten die Kicker von den Bermudas gestern Abend die Bahamas aus (die ihrerseits freilich auch nicht gerade für ihre Fußballkünste bekannt sind).

Wie es in der Qualifikation weitergeht, das ist noch nicht klar. Noch ist die nächste Runde der Ausscheidung, in der auch die etwas größeren Fußball-Nationen der Region in das Rennen um die WM-Tickets eingreifen werden, nicht ausgelost. Klar ist nur: Einfach wird es nicht für die Jungs von Mark Wade, die zwar täglich wilden Stürmen, hohen Wellen und extremer Hitze trotzen, die aber dennoch vor einer einzigen Sache Angst haben: vor einem Elfmeterschießen.

Denn als offizielles britisches Überseegebiet kann das nicht unbedingt zu den Stärken der Bermuda-Kicker gehören.