Fußball auf höchstem Niveau

Ennepetal..  Alles, fast alles ist vorbereitet. Fast alle Mannschaften sind eingetroffen. Die Spiele können beginnen. Am morgigen Samstag um 14 Uhr startet das 42. Internationale Pfingstturnier der Fußball-A-Junioren beim TuS Ennepetal um den Spax-Pokal. Sobald die Partie zwischen zwei Turnierfavoriten, FC Southampton und Borussia Dortmund, angepfiffen ist, geht es drei Tage lang um Nachwuchs-Fußball auf höchstem Niveau.

Viele Talente, viele Stars der Zukunft werden im Bremenstadion vorstellig. Und ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass der Begriff „Stars von morgen“ durchaus seine Berechtigung hat.

Die Weltstars

Man kann relativ weit zurück blicken. Denn es kickten einst Talente im Bremenstadion, die später gar zur Weltstars im Fußball wurden. Als im Finale von 1979 die Stuttgarter Kickers die Holländer von Feyenoord Rotterdam besiegten, war einer der Leistungsträger der spätere Weltmeister Guido Buchwald. 1981 und 1982 stand im Kickers-Team ein gewisser Jürgen Klinsmann, der zum Spieler beziehungsweise Torjäger des Turniers wurde. Doch damit nicht genug an Strahlkraft der „Stars von morgen“. Olaf Thon, Franco Foda, Markus Schupp, Mario Basler, Stefan Effenberg, Lajos Detari, Dennis Bergkamp, Jens Lehmann, David Beckham oder Paul Scholes waren es, die in Ennepetal ihr Können einst unter Beweis stellten.

Aus der jüngeren Vergangenheit sind Spieler zu nennen wie Mike Hanke (Schalke 04), Florian Kringe, David Odonkor oder Lars Ricken (Borussia Dortmund). Joel Matip holte 2009 mit FC Schalke 04 den Turniersieg. Max Meyer wurde 2013 zum besten Spieler des Turniers bestimmt.

Die Sieger

Mit Borussia Dortmund hat das Turnier die erfolgreichste Spax-Mannschaft unter den aktuellen Teilnehmern. Vier Siege, einmal Vize sowie zweimal Dritter lautet die Bilanz. Titelverteidiger Atlético Mineiro (drei Siege, je einmal Zweiter und Dritter) und der Hamburger SV (zwei Siege, zweimal Zweiter, einmal Dritter) folgen in dieser Skala. Weitere Turniersieger im Teilnehmerfeld sind der Hamburger SV (2010 und 2011) sowie der TuS Ennepetal (1976).

Dortmund könnte den Rekordsieger FC Schalke 04 (fünf Siege, fünfmal Zweiter und viermal Dritter) einholen. Übrigens nehmen die Knappen um Trainer Norbert Elgert nicht teil, weil sie Pfingstmontag das Endspiel um die Deutsche Meisterschaft der A-Junioren bestreiten (20.15 Uhr, Lohrheide, gegen TSG Hoffenheim).

Turnierpremieren feiern Fluminense FC aus Rio de Janeiro in Brasilien und Hannover 96. Zum zweiten Mal am Start ist der FC Southampton (Vierter Platz in 1998), zum fünften Mal Feyenoord Rotterdam, der in 1979 den dritten Platz belegte.

Das Drumherum

Die Spieler der teilnehmenden Mannschaften sind nicht wirklich auf Vergnügungstour rund um die Ennepe – das Turnier und damit der Fußball stehen im Mittelpunkt der Ennepetaler Pfingsttage. Schließlich haben sich etliche Scouts angesagt. Und da will jeder „Star von morgen“ einen guten Eindruck hinterlassen, um sich für höherklassige Aufgaben empfehlen zu können.

Die brasilianischen Mannschaften Fluminense FC aus Rio de Janeiro (im dortigen Stadion „Maracanã“ wurde Deutschland mit dem 1:0 gegen Argentinien Weltmeister 2014) und Atlético Mineiro aus Belo Horizonte (im dortigen Stadion „Mineirão“ hat Deutschland die gastgebende Brasilianer mit 7:1 im Halbfinale besiegt) kommen direkt von einem Turnier im holländischen Terborg. Fluminense siegte, Mineiro wurde Dritter. Somit stehen Training zur Regeneration, aber auch zur Vorbereitung auf das Ennepetaler Turnier im Mittelpunkt. Allenfalls die Atlético-Betreuer haben eine Köln-Visite ins Auge gefasst. Eventuell. Dazu hatte Fluminense gestern Abend noch ein Testspiel beim Niederrhein-Oberligisten Wuppertaler SV im Stadion „Gelber Sprung“.

Ähnliches gilt für Rotterdam, Hamburg und Gastgeber Ennepetal. Der Tross aus Southampton kommt am heutigen Freitag an, Hannover und Dortmund wollen am Samstag anreisen.

Ein gewisser Komfort ist überdies angesagt, wenn es um die Unterkunft geht. In Mittelklasse- beziehungsweise Hotels der gehobenen Klasse sind die Nachwuchs-Kicker untergebracht. In Schwelm nächtigen Mineiro, Fluminense („Friedrichsbad“), Southampton („Mühlenteich“) und Ennepetal („Altdeutsche Bierstuben“), in Gevelsberg Rotterdam („Hotel Vogelsang“) Hannover und Dortmund („Alte Redaktion“) sowie im „Art Hotel Wuppertal“ die Hamburger.