Für Hannover-Boss Kind sind Teile der Fans Arschlöcher
03.09.2012 | 16:14 Uhr 2012-09-03T16:14:57+0200
Wolkfsburg/Köln. Hannover-Präsident Martin Kind geht zum Frontalangriff gegen eigene Fans über. Ein Teil der Anhänger hatte Wolfsburgs Emanuel Pogatetz am Sonntag beschimpft. Kind bezeichnete die Fans als Arschlöcher und verschärfte die Diskussion um Anfeindungen, die nach dem Fall Kevin Pezzoni entstanden war.
Der deutsche Fußball wollte gerade in Ruhe mit der Aufarbeitung des Falls Kevin Pezzoni beginnen, da ging Martin Kind zum Frontalangriff über. "Teile unserer Fans sind weder bundesliga- noch europacuptauglich. Das sind Arschlöcher!", schimpfte der Präsident von Hannover 96 nach dem 4:0 (2:0) beim VfL Wolfsburg . Wieder mal hatten sich vermeintliche Fans auf beschämende Weise danebenbenommen und Emanuel Pogatetz, den ehemaligen 96er in der Wolfsburger Mannschaft, böse beschimpft. Pogatetz musste sich unter anderem als "Sohn einer Hure" verunglimpfen lassen.
"Die kennen die Spielregeln nicht, die haben kein Niveau", sagte Kind über den eigenen Anhang. Er verschärfte damit die Diskussion um Anfeindungen von Fans gegen Fußball-Profis, die durch die Flucht des Abwehrspielers Pezzoni vom 1. FC Köln hochgekocht war. Quer durch den deutschen Fußball setzte nach dem Abklingen der ersten Empörung die Suche nach Lösungen ein.
Labbadia fordert Fans zum Umdenken auf
Bruno Labbadia forderte Medien und Fans zum Umdenken auf. "Wir müssen aufpassen, dass wir den Bogen nicht überspannen. Es ist auffallend, wie schnell wir Spieler oder Mannschaften zu Helden machen - und drei Wochen später wieder zu Deppen", sagte der Trainer des VfB Stuttgart.
Der 1. FC Köln droht zum Symbol völliger Hilflosigkeit im Umgang mit Gewalttätern zu werden. Die langjährige Vereinsführung um Klub-Ikone Wolfgang Overath hat die Konfrontation viel zu lange gescheut. Im Fall Pezzoni hat der Fußball-Pöbel obsiegt. Ein Kommentar.
Folgen von Äußerungen würden nicht bedacht. "Jeder, der darüber schreibt oder spricht, sollte sich vorstellen, dass sein Kind in der Schule von jedem darauf angesprochen wird, dass sein Vater als Depp tituliert wird", betonte Labbadia. Dass man so weit gehen müsse, einen Spieler aus seinem Vertrag zu entlassen, sei "eine Katastrophe". Pezzoni hatte beim 1. FC Köln um Auflösung seines Vertrages gebeten, nachdem er von FC-Hooligans bedroht worden war.
Heynckes wünscht sich Schulterschluss
Bayern-Trainer Jupp Heynckes wünscht sich einen Schulterschluss der Bundesligisten. "Rowdys und Krawallmacher muss man ausgrenzen, da muss eine Solidarität in der Liga stattfinden", sagte er und rief dazu auf, vor "solchen Menschen" nicht zu kapitulieren. "Da sind die Klubs und die Sicherheitskräfte gefordert, rigoros durchzugreifen. Diese Leute haben im Stadion absolut nichts verloren."
Die zunehmende Gewalt im Fußball scheint allmählich zu eskalieren: Nach massiven Bedrohungen hat Kevin Pezzoni aufgegeben und sich dazu entschlossen den Bundesligisten 1. FC Köln zu verlassen. DFL-Präsident Reinhard Rauball fordert nun die „Strenge des Gesetzes und der Vereine“ ein.
Dieser Meinung ist auch Michael Gabriel. Der Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) stellt fest, dass der Respekt "deutlich geringer" geworden ist: "Die Schwelle, von Beleidigungen zu körperlicher Gewalt zu kommen, hat sich negativ verschoben."
Allerdings differenziert Gabriel, er weist einen Teil der Schuld den Vereinen und Verbänden zu. "Vereine dürfen sich nicht scheuen, Grenzen zu ziehen. Je mehr ein Verein sich auch in ruhigen Zeiten mit seiner Fanszene auseinandersetzt oder auch mal Strafen ausspricht, desto höher ist die Akzeptanz in schwierigeren Phasen."
Kinds Verhalten bemängelt
Jedoch sei auch die Kommunikation zwischen dem Deutschen Fußball-Bund (DFB), der Deutschen Fußball Liga (DFL) und den Fans "nicht perfekt" gelaufen. Zudem sei seit dem Sicherheitsgipfel "bei den Fanprojekten nicht ein Cent mehr" angekommen. "Da muss mehr kommen. Es ist ein fatales Zeichen, wenn die Politik versucht, Verantwortung für soziale Schieflagen auf den Fußball abzuwälzen", sagte Gabriel. Am Verhalten Martin Kinds bemängelte er, der 96-Präsident hätte besser das Gespräch mit den Fans suchen sollen.
In der Nachricht von der vorzeitigen Vertragsauflösung des Kölner Profis Kevin Pezzoni steckt ein Sprengstoff, dessen Wirkung über den Tag hinaus reicht. Dass ein Spieler von einem Mob durch Androhung von Gewalt in die Flucht geschlagen wird, ist eine neue Dimension. Ein Kommentar.
Medienwissenschaftler Dr. Christoph Bertling fordert unterdessen, auch aufseiten der Spieler anzusetzen. "Sie sind nicht vernünftig geschult, sie können mit dem hohen sozialen Druck nicht umgehen", sagte Bertling, der am Institut für Kommunikations- und Medienforschung der Deutschen Sporthochschule Köln arbeitet.
Wenn ein Spieler bereits verunsichert oder ängstlich sei, setze eine "Spirale irrationalen Verhaltens" ein. "Wenn ich Angst habe, handle ich nicht mehr vernünftig, das Umfeld erwartet es aber von mir", sagte Bertling. Er sieht keine Eskalation auf breiter Front, aber "ein schleichendes Problem mit Speerspitzen".
Spinner spricht von einem allgemeinen Problem
Werner Spinner, Präsident des 1. FC Köln , spricht dagegen von einem allgemeinen Problem. "Wer mit dem Finger auf Köln zeigt, wird der Sache nicht gerecht. Der Druck im Profifußball ist sehr groß. Das ist Ausdruck einer Tendenz im Profifußball insgesamt", sagte er. (dapd)

13:40
Kind hat völlig Recht. Nur ich spreche hier nicht von Fans.
11:09
Ich habe ein paar Jahre in d. USA gelebt und bin dort gerne und oft zu Footballspiele gegangen,ich habe NIE eine Prügelei gesehen,ich habe Familien mit ihren Kindern
dort fanatisch ihre eigenen Mannschaft anfeuern sehen,ich habe NIE ein Wort wie Uren_söhne gehört.
In Deutschland kann man nicht mit seinem Kind zum Fussballplatz gehen und das böse Wort ist Normalschatz diese Generation (WodkaDoof).
Ich war vo einigen Tagen in der Stadt,da pöbelten Kinder 14-16 eine Frau an"Alter ich hau dir gleich eine rein"
Sie kennen nicht mal mehr den Unterschied zwischen ER-SIE-ES und als man auf Sie zugeht,laufen sie kreischend weg.
07:49
Wo er Recht hat, hat er Recht. Ich gehe nicht mehr ins Stadion. Das ist mir zu ******* geworden. Besonders diese Kinder, die sich Ultras nennen und meinen sie dürften und könnten alles. ****.
23:59
Kind hat doch völlig Recht. Das Niveau und die ständig nach unten fallende Hemmschwelle kann man doch nicht nur in Fussballstadien beobachten. Dort treibt sich viel Pöbel herum, genauso wie im wirklichen Leben.
Es fehlt leider der Respekt und irgendwann wird leider wieder ein hartes Durchgreifen notwendig werden.
22:20
Seien wir doch mal ehrlich. In der deutschen Gesellschaft ist zunehmend die Verrohung der Sitten festzustellen. Ob dies in den Auen der Ruhr bei Mülheim, bei Facebook-Partys oder in Deutschlands Zeitungen ist. Die Situationen in den Stadien spiegelt leider das Niveau wider.
Deshalb müsste Kind seine Schelte ausweiten. In Deutschland sind Teile der Bevölkerung Arschlöcher.
Das ist doch nichts Neues! Arschlöcher gab es immer und überall...das ist die Dualität...nur wo es Arschlöcher gibt kann es auch die guten Menschen geben, wie z.B. gsteam.
22:07
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21:57
Herr Kind beschwert sich über Beleidigungen der Fans und macht genau das Gleiche.Ich gehe seit 30 Jahren ins Stadion und solche Rufe hat es schon immer gegeben.Das hat auch nichts mit Gewalt zu tun.Ich finde als hochbezahlter Profi muß man das vertragen können.Man sieht in letzter Zeit häufig,daß manche Spieler solche Dinge auch ganz bewußt provozieren.Sie laufen nach einem Tor zu den gegnerischen Fans und fangen an zu jubeln.Was kommt als nächstes? Darf man die Spieler des anderen Vereins nicht mehr auspfeifen? Gewalt ganz klar NEIN,verbale Unmutsäußerungen JA !!
Nein muss man nicht,man kann pfeifen,man kann kann auch einzelne Spieler beschimpfen,aber die Art und Weise wie in den letzten Jahren rumgepöbelt wird,ist unerträglich.
Ich gehe so lange ich denken kann zum Fussball (ich bin 81 Jahre)und ich will nicht sagen,dass früher alles besser war,es war anders und es gab keine Zäune,es gab Schlägereien,es gab keine Kopftretereien.Das was da auf dem Fussballplatz passiert ist das Spiegelbild der Gesellschaft und wer diese Pöbelei für akzeptabel hält,sollte sich mal hinterfragen.
21:17
Auch wenn ich die Wortwahl von Herrn Kind nicht für klug halte, kann ich ihn dennoch verstehen. Wenn Spieler schon von den eigenen Fans bedroht werden, dann müssen alle Alarmglocken läuten. Vom FC Präsidenten hätte ich mir mehr Rückgrat und Unterstützung für seinen Spieler erwartet.
Manchmal könnte es besser sein, wenn sich die Klubs dazu entscheiden würden, sich von einigen Fan-Gruppen zu trennen. Ich denke an jene, die gegnerische Busse überfallen und angreifen und auch an diese, die meinen, mit Pyrotechnik Angst und Schrecken verbreiten zu müssen. Auch dieses Vergnügen ist für einige Klubs schon ziemlich teuer geworden.
20:48
Wenn ich mir die Aussagen vieler Fan-Beauftragter der letzten Monate durchlese, finde ich keinen Aspekt, der ein weiteres Fördern dieser Aktionen sinnvoll erscheinen lässt.
Wenn Straftaten stattfinden, muss man sich distanzieren und nicht ständig Entschuldigungen suchen.
20:39
Was ist daran Neues, jeder normal Denkende Fan oder Mensch empfindet genau so!Worum es hier geht ist die Bestrafung und die läßt leider zu Wünschen übrig! Die Schmusephase mit Integrationsgedanken ist vorbei, eine Agressive Lagerhaltung ist angebracht! So wie es in den Wald rein schallt, so schallt es heraus!