Das aktuelle Wetter NRW 24°C
Tour de France

Franzose Rolland gewinnt Königsetappe der Tour de France

12.07.2012 | 18:30 Uhr
Franzose Rolland gewinnt Königsetappe der Tour de France
Der Franzose Pierre Rolland gewinnt die Königsetappe der Tour de France.Foto: afp

La Toussuire.  Radprofi Pierre Rolland hat bei der 99. Tour de France die Königsetappe in den Alpen gewonnen. Bradley Wiggins bleibt im Gelben Trikot. Der Brite hat den Vorsprung auf den ärgsten Verfolger Cadel Evans noch ausgebaut.

Bradley Wiggins hat sein Gelbes Trikot auch über die höchsten Alpenpässe geführt und Vorjahressieger Cadel Evans einen schweren Schlag verpasst. Der britische Bahn-Olympiasieger verteidigte auf der Königsetappe seine Führung in der Gesamtwertung der 99. Tour de France erfolgreich und knöpfte seinem wohl größten Rivalen Evans gar weitere 1:26 Minuten ab. Den Tagessieg auf der elften Etappe über 148 Kilometer von Albertville nach La Toussuire sicherte sich indes der Franzose Pierre Rolland, der sich frühzeitig aus einer Ausreißergruppe absetzte und im Alleingang den zweiten Tour-Etappensieg seiner Karriere herausfuhr.

Wiggins erreichte auf der kurzen, aber äußerst anspruchsvollen Etappe 57 Sekunden hinter Rolland knapp nach seinem Sky-Teamkollegen und Landsmann Christopher Froome als Sechster das Ziel im 1705 Meter hoch gelegene Alpenstädtchen. Evans musste dagegen vier Kilometer vor dem Ziel abreißen lassen und verlor viel Zeit. Damit liegt Wiggins im Gesamtklassement nun 2:05 Minuten vor Froome. Der Italiener Vincenzo Nibali, der zweimal erfolglos am Schlussanstieg attackiert hatte, ist 2:23 Minuten zurück nun Dritter. Evans (3:19) ist nur noch Vierter.

Rolland wie im Vorjahr im Alleingang zum Sieg

Die Entscheidung des Tages fiel am 18 Kilometer langen und durchschnittlich 6,1 Prozent steilen Schlussanstieg, als sich Rolland aus einer vierköpfigen Spitzengruppe löste und seinem zweiten Etappensieg allein entgegenfuhr. Im vergangenen Jahr hatte der Fahrer vom Team Europcar die Etappe nach Alpe d'Huez gewonnen. 55 Sekunden zurück fuhren Thibaut Pinot und Froome auf die Plätze zwei und drei.

Zu den großen Verlieren des Tages zählte aber Evans, der das Tempo der Topfahrer nicht mehr mitgehen konnte. Auch Wiggins geriet kurze Zeit in Schwierigkeiten, als nach einem taktischen Faux-pas des Sky-Teams Froome das Tempo angezogen hatte und der Kapitän nicht mehr folgen konnte. Doch der Edelhelfer wurde schnell von seinem Team wieder zurückgepfiffen.

"Ich weiß, dass es eine Hierarchie gibt und ich mich dieser unterordnen muss. Das ist ein Fragment zum Toursieg", sagte Froome, der im Finale der Etappe einen besseren Eindruck hinterließ als Wiggins.

Voigt nimmt Auszeit nach Platz drei am Vortag

Von Jens Voigt war indes erwartungsgemäß nichts zu sehen. Bereits beim ersten Anstieg zum Col de la Madeleine, einem Berg der höchsten Kategorie, hatte sich der Altmeister wie am Vortag angekündigt ins Grupetto verabschiedet. Einen stressfreien Tag wollte sich der 40-Jährige nehmen, nachdem er am Mittwoch in der Ausreißergruppe vertreten war und nach einer starken Vorstellung den dritten Platz belegt hatte.

Stattdessen hatte sich beim Ritt über zwei Berge der höchsten, einem der ersten und einem der zweiten Kategorie frühzeitig eine Gruppe von gut 30 Fahrern gebildet, die kurz nach dem Ziel die Flucht ergriff, sich aber stetig verkleinerte. Mehr als drei Minuten fuhren die Ausreißer, denen zwischenzeitlich auch Patrick Gretsch (Erfurt) und Marcus Burghardt (Zschopau) angehörten, aber kaum heraus.

Evans-Attacke am Croix de Fer ohne Erfolg

Im Kreis der Favoriten ging es erstmals gut 64 Kilometer vor dem Ziel zur Sache, als Evans am Col de la Croix de Fer attackierte. Doch nach nur fünf Kilometern war das Unterfangen wieder beendet. Es reichte allerdings, um Fahrern mit gehobenen Ansprüchen wie dem Vorjahresdritten Frank Schleck (Luxemburg) oder dem früheren Tourzweiten Andreas Klöden (Mittweida) in Schwierigkeiten zu bringen.

Die beiden RadioShack-Profis gehören ohnehin zu den Verlierern der diesjährigen Tour. Einer der Gewinner aus dem Luxemburger Top-Rennstall, der Schweizer Olympiasieger Fabian Cancellara, hat indes am Donnerstag die Heimreise angetreten. Der Schweizer Prologsieger, der an den ersten sieben Tagen das Gelbe Trikot getragen hatte, erwartet mit seiner Frau Stefanie die Geburt seines zweiten Kindes.

Am Freitag verabschiedet sich der Tour-Tross wieder aus den Alpen. Die zwölfte Etappe, die mit 226 Kilometern die längste der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt ist, führt von Saint-Jean-de-Maurienne nach Annonay-Davezieux in die Weinregion Ardeche. Die Etappe ist dabei wie geschaffen für Ausreißer, da die Schwierigkeiten des Tages, der Col du Gran Cucheron und der Col du Granier, schon nach 80 Kilometern gemeistert sind. (dapd)


Kommentare
Aus dem Ressort
Klopp weist Spekulationen um Reus und Hummels zurück
BVB-Transfergerüchte
BVB-Chefcoach Jürgen Klopp hat Spekulationen um etwaige Transfers von Marco Reus und Mats Hummels in die Schranken gewiesen. "Ich kann allen versichern, dass es keinerlei Anzeichen gibt, dass die beiden weg wollen", sagte Klopp am Montagabend im Rahmen einer Talkrunde.
Real Madrid holt WM-Star James Rodriguez für 80 Millionen
Mega-Transfer
Daumen hoch: WM-Shootingstar James Rodríguez wechselt zu Real Madrid - für die dritthöchste Ablösesumme der Fußball-Geschichte. Die Königlichen mit Weltmeister Toni Kroos gehen in der kommenden Saison mit einer 300-Millionen-Euro-Offensive auf Torejagd.
Lewandowski fühlt sich trotz Tor noch nicht als echter Bayer
Lewandowski
Seinen ersten Einsatz im Bayern-Dress hat Robert Lewandoswki mit einem Tor gekrönt - als echter Münchner fühlt er sich aber noch nicht. Dafür müssen schon wichtigere Matches her, als das 1:1-Freundschaftsspiel gegen den MSV Duisburg.
Weltmeister Mustafi hat Angebote aus der Bundesliga
Transfermarkt
Mit Shkodran Mustafi im endgültigen WM-Kader hatte kaum einer grechnet. Der Genua-Verteidiger rückte für Marco Reus ins DFB-Team nach und kam in Brasilien sogar zu Einsätzen. Nun könnte der frischgebackene Weltmeister bald in der Bundesliga spielen: Es gibt Angebote.
Mainz-Manager Heidel kritisiert RB Leipzig und lobt Rangnick
Bundesliga
Christian Heidel, Manager vom Fußball-Bundesligisten FSV Mainz 05, hat das Modell Leipzig kritisiert. "Der Fußball verändert sich in meinen Augen immer mehr Richtung Geschäft", sagte er. Er lobte aber gleichzeitig das Konzept von Red Bull sowie die "hervorragende Arbeit" von Ralf Rangnick.
Lahm-Rücktritt
Philipp Lahms Rücktritt aus der deutschen Nationalmannschaft...