Frankreich verhindert die Katar-Sensation

Doha..  Gut, besser, „Les Bleus“: Frankreichs Handballer haben sich zum alleinigen Rekord-Weltmeister gekrönt. Der Titelabonnent um den unverwüstlichen Nikola Karabatic stoppte am Sonntag im Finale den Siegeszug von Emporkömmling Katar und gewann seinen fünften WM-Titel. In Doha gewannen die Franzosen das Endspiel gegen den Gastgeber mit 25:22 (14:11).

Vor 15 000 Zuschauern in der Lusail Multipurpose Hall war Karabatic mit fünf Treffern bester Werfer für Frankreich. Unter den Augen von Staatsoberhaupt Emir Scheich Tamim bin Hamad Al Thani traf Zarko Markovic siebenmal für Katar.

Auch wenn Katar sich nicht als erster außereuropäischer Weltmeister feiern konnte: Die Weltauswahl war spätestens seit dem Durchmarsch durch die K.o.-Spiele argwöhnisch beäugt worden. Zum einen wurden die Schiedsrichter für mindestens diskussionswürdige Spielleitungen bei den Partien der Gastgeber kritisiert. Am deutlichsten wurden die Polen nach der Halbfinal-Niederlage, die dem Gespann Dusan Stoijkovic und Nenad Nikolic höhnisch applaudierten.

Auch die von unendlichen finanziellen Möglichkeiten beförderte Einbürgerungspolitik stieß vielen sauer auf. Am Rande der WM trafen sich die Top-Nationen, um das Thema zu diskutieren. Laut Regel darf ein Spieler für ein anderes Land auflaufen, wenn er drei Jahre lang nicht für eine Nation gespielt hat. „Ich bin nicht glücklich mit der Regelung“, sagte Bernhard Bauer, Präsident des deutschen Handballbundes (DHB). In einem Handballer-Leben sei es möglich, drei- oder viermal die Nationalität zu wechseln. „Und das kann nicht sein“, sagte Bauer.

Die deutschen Handballer hatten sich zuvor durch das 30:27 gegen Slowenien und Platz sieben einen Platz in der Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016 gesichert. Vom 7. bis 10. April spielt die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) bei einem von drei Turnieren, in denen jeweils zwei Olympia-Plätze vergeben werden. Laut Rahmenplan ist der WM-Zweite einer der Kontrahenten.