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Fortuna geht mit Judoka auf die Matte

22.01.2015 | 22:02 Uhr

Auf den ersten Blick sind die Sportarten Judo und Fußball grundverschieden. Kommt erstere gänzlich ohne Spielgeräte aus, benötigt letztere unausweichlich mindestens einen runden Kunstlederball. Auch optisch vereinen beide zunächst nicht viel. Während Fußballer in Trikots, kurzen Hosen, Stutzen und speziellem Schuhwerk daherkommen, genügt den Judoka ein Outfit, das stark an einem handelsüblichen Bademantel erinnert. In Wahrheit ist es allerdings eine Baumwohlhose und ein -anzug sowie ein Gürtel (auch Obi genannt), dessen Farbe den Leistungsstand widerspiegelt.

Bei genauerer Betrachtung finden sich aber auch viele Gemeinsamkeiten beider Sportpraxen. Und eben diese wollen sich das Nachwuchsleistungszentrum (NLZ) des Fußball-Zweitligisten Fortuna und die Leistungssportabteilung des Judo-Club 71 zunutze machen. Beide schlossen einen Kooperationsvertrag und wollen sich in der Talentförderung gegenseitig kräftig unterstützen.

Eine Win-win-Situation

Dieses innovative Programm soll am Ende eine „Win-win-Situation“ sein. Dabei werden zunächst die Flingerner Nachwuchstorhüter im Judo unterrichtet. Auf dem Programm stehen dabei Fallübungen und athletische Einheiten wie die sogenannte Panzerrolle. Bei dieser versuchen zwei Schüler aneinander gehakt einen Purzelbaum zu vollführen.

Im zweiten Schritt nehmen schließlich die Judoka am Konditionstraining des Fortuna-Nachwuchses teil. Jeweils bis zu 75 Minuten trainieren am Dienstag die bis zu 14-jährigen und Donnerstag die ab 15-jährigen Talente.

Nach einem halben Jahr werden sich die Verantwortlichen beider Vereine zusammensetzen und ein Fazit ziehen. Dass dieses nicht positiv ausfallen wird, ist nur schwer vorzustellen.

„Uns geht es natürlich darum, mit Experten und Spezialisten zusammenzuarbeiten“, erklärt Christian Lasch vom Fortuna-NLZ. „Es gibt viele Parallelen zwischen Torwartspiel und Judo. Die Beweglichkeit wird gefördert und das richtige Fallen, ohne sich zu verletzten.“

Außerdem gehe der allgemeine Trend sowieso dahin, Spezialtraining einzusetzen, um Talente besser auszubilden. Man wolle weg von stupiden und hin zu lebendigen Übungseinheiten. Bei den Talenten kommt das gut an. „Anfangs gab es Skepsis, aber auch viel Neugier“, betont Lasch.

Lustige Kaffeerunde

Selbstverständlich ist auch der Judo-Club angetan von der Kooperation. „Wir haben uns in einer lustigen Kaffeerunde getroffen und die Sache beschlossen“, verrät Judo-Club-Vorsitzender Sebastian Witzmann und schwärmt: „Wir lernen voneinander. Alle sind sehr engagiert und begeistert!“

Kevin Schwank

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2015-01-22 22:02
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