Fifa-Präsident Blatter für Überdenken der Auswärtstorregel

Fummelt gerne am Regelwerk rum: Fifa-Präsident Joseph Blatter.
Fummelt gerne am Regelwerk rum: Fifa-Präsident Joseph Blatter.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Uefa-Belange sind zwar nicht sein Metier, dennoch mischt sich Fifa-Präsident Joseph Blatter auch gerne mal in deren Angelegenheiten ein und äußert Anregungen zu Regeländerungen. Diesmal regt der Schweizer an die Auswärtstorregel zu überdenken und verweist dabei auf ihren historischen Ursprung.

Berlin.. Fußball-Weltverbandspräsident Joseph Blatter plädiert für eine Änderung der Auswärtstorregel im Europacup. "Es ist an der Zeit, das System zu überdenken", schrieb der Fifa-Chef am Freitag im wöchentlichen Magazin des Verbands. "Denn der Fußball hat sich seit den 1960er Jahren entwickelt - und deshalb darf auch die Auswärtstorregel hinterfragt werden." Diese besagt, dass bei Torgleichheit nach Hin- und Rückspiel die Mannschaft weiterkommt, die mehr Auswärtstreffer geschossen hat.

"Der Passus geht auf eine Zeit zurück, in der Auswärtsspiele oft noch ein Abenteuer und die Reisen aufwendig und lang sein konnten - und die Terrainverhältnisse stark variierten", erklärte Blatter. "So geläufig dieser Modus ist, so kritisch kann er heute beurteilt werden. Denn faktisch begünstigt er jene Mannschaft, die im Rückspiel auswärts antreten darf."

Champions League Blatters Vorbild ist die US-amerikanische Major League Soccer

Blatter verwies auf Wettbewerbe, in denen diese Regel verwendet werde, so in den Halbfinals der Aufstiegs-Playoffs in England. Als "Diskussionsbeitrag" bezeichnete der Schweizer das System in der nordamerikanischen Major League Soccer, dort zählen Auswärtstore nur bis Ende der regulären Spielzeit mehr, hingegen nicht in einer Verlängerung. In der europäischen Champions League besitzt die Europäische Fußball-Union UEFA die Regelhoheit. (dpa)