Fenninger verdirbt Vonn die Party

Vail/Beaver Creek..  Alles war gerichtet für die Lindsey-Vonn-Show. Freund Tiger Woods stand auf der Tribüne und drückte die Daumen, daneben die Mama der erfolgreichsten Skirennläuferin der Welt. Und die meisten der Zuschauer waren ins Skistadion von Beaver Creek gekommen, um die erste amerikanische Siegerparty bei der alpinen Ski-WM zu feiern. Allerdings hatten sich auch einige Partybreaker zum Super-G am Dienstag angesagt, allen voran die Österreicherin Anna Fenninger, die als letzte Athletin der besten Läuferinnen der Welt gestartet war und sich im Ziel nach perfekter Fahrt mit drei Hundertstelsekunden Vorsprung an die Spitze setzte.

Zu diesem Zeitpunkt jedoch war Lindsey Vonn bereits geschlagen: Titelverteidigerin Tina Maze hatte die Zwischenbestzeit der 30-Jährigen um 15 Hundertstelsekunden unterboten. Viktoria Rebensburg hatte das Klassement auch lange angeführt, rutschte dann jedoch auf den fünften Platz ab. „Ich habe oben einige Fehler gemacht“, sagte die 25 Jahre alte Kreutherin. Mit dem Resultat, fand sie, „kann man zufrieden sein, aber bei der WM zählen halt die Medaillen“. Die zweite Deutsche, Veronique Hronek, wurde Elfte.

Für Österreich setzte sich in Colorado eine fast schon unglaubliche Serie fort. Immer wenn in den vergangenen fünf Jahren bei Großereignissen ein Trainer aus der rot-weiß-roten Skination für die Kurssetzung des Super-G-Rennens der Frauen zuständig war, hatte am Ende eine Läuferin aus dessen Mannschaft die Goldmedaille gewonnen. „Ich hatte geträumt davon, dass ich Erste bin, wenn ich unten abschwinge. Als ich dann im Ziel war, habe ich nur gedacht, der Traum ist wahr geworden“, sagte die 25 Jahre alte Fenninger aus Hallein bei Salzburg.

Ein bisschen mitgeholfen für den goldenen österreichischen Auftakt hat auch Rebensburg, ganz unfreiwillig natürlich. Fenninger hatte sich den Lauf der Deutschen oben am Start angeschaut, erzählte sie, „und mir gedacht, genau so hatte ich es auch besichtigt. Durch Vickys Fahrt wurde ich bestätigt.“ Allerdings ließ Fenninger die kleinen Fehler der Deutschen weg und war deshalb am Ende 0,78 Sekunden schneller. Rebensburg fühlte sich von starken Windböen, die für einen verspäteten Beginn des Rennens gesorgt hatten, nicht benachteiligt. Im Gegensatz zur geschlagenen Lindsey Vonn: „Das war kein super faires Rennen.“