Fall Ammann: Keine Pointe von Pointner
19.02.2010 | 19:30 Uhr 2010-02-19T19:30:00+0100
Ob jemand ein guter oder schlechter Verlierer ist, stellt sich zwangsläufig erst heraus, wenn er verloren hat. Der österreichische Skisprung-Trainer Alexander Pointner jedoch hat es in Vancouver geschafft, schon vor dem Wettbewerb auf der Großschanze mit seinem angedrohten Protest gegen den Schweizer Olympiasieger Simon Ammann in den Ruf eines schlechten Verlierers zu geraten.
Wohlgemerkt: Es ist nicht nur das Recht, sondern auch die Pflicht eines Trainers, darauf zu achten, dass seine Schützlinge nicht durch womöglich regelwidrige Materialien der Konkurrenz benachteiligt werden. Im „Fall Ammann“ bleibt jedoch festzuhalten, dass der Schweizer die jetzt monierte Ski-Bindung bereits bei seinem vorolympischen Sieg in Klingenthal benutzt hat — und zwar, wie nach seinem Olympiasieg auf der Normalschanze, ohne Beanstandung bei der nach jedem Wettbewerb üblichen Materialprüfung. Und auch ohne Aufschrei der Konkurrenz.
Dass die österreichische Teamführung weder nach dem ersten Springen in Vancouver protestiert hat noch auf eine Überprüfung von Ammanns Bindung vor dem Springen auf der Großschanze besteht, legt den Schluss nahe: Cheftrainer Pointner hat gar nicht vor zu protestieren, sondern will den schärfsten Rivalen seiner Springer durch die Drohgebärde lediglich verunsichern.
Ginge sein Kalkül auf – es wäre eine Pointe, über die keiner lachen könnte und die Pointner selbst im Falle eines österreichischen Sieges zum Verlierer stempeln würde.

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