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Badminton

Fabienne Deprez auf dem Weg nach Singapur

03.08.2010 | 08:17 Uhr

Mülheim. Für die deutsche Badminton-Nationalspielerin Fabienne Deprez steht in knapp zwei Wochen DAS Highlight in ihrer Karriere an: die Teilnahme an den 1. Olympischen Jugendspielen in der Geschichte (14.-26.08.2010).

In einem mehrteiligen Interview berichtet die 18-Jährige unter anderem, welche Ziele sie bei dem Großereignis verfolgt und welche Erwartungen sie an die Veranstaltung in Singapur hat.

DerWesten: „Fabienne, Deine Stufenkolleginnen und –kollegen haben insgesamt etwa sechs Wochen lang Sommerferien – also Freizeit pur. Bei Dir hingegen ist der Terminkalender voll, oder?“

Fabienne Deprez beim Training in Mülheim an der Ruhr, wo sie seit mehreren Jahren im Vollzeit-Internat wohnt.

Fabienne Deprez (FD): „Genau, ich habe von meinem Trainer Xu Yan Wang zwar die erste Woche der Sommerferien freibekommen, worüber ich sehr glücklich bin. Aber seit diese Woche vorüber ist, steht die direkte Vorbereitung auf die Olympischen Jugendspiele an.“

DerWesten: „Das heißt, Du hast in dieser ersten Ferienwoche gar nicht trainiert?“

FD: „Ich habe in der Zeit für mich alleine Krafttraining gemacht und bin joggen gegangen. Das schon. Aber ich hatte halt Schlägerpause. Das war auch ganz gut so, denn ich hatte seit Weihnachten keinen richtigen Urlaub mehr.“

DerWesten: „Im ersten halben Jahr 2010 hat in Deinem Terminkalender schließlich ein Großereignis das nächste gejagt - nicht nur bei den Jugendlichen, sondern auch bei den Erwachsenen …“

FD: „Ja, im Februar stand zunächst die Mannschafts-EM an, dann im März das Qualifikationsturnier für die Olympischen Jugendspiele, im April die Jugend-WM in Mexiko und im Mai der Thomas und Uber Cup.“

DerWesten: „Wie ging es dann nach der einen Woche Urlaub für Dich weiter?“

FD: „Am Freitag, den 23. Juli bin ich nach Berlin gefahren, wo am Tag darauf der sogenannte Olympic Youth Day stattfand – mit Fackellauf, Verteilung der offiziellen Kleidung und so weiter. Diese Veranstaltung ist ein Pflichtevent, das heißt, alle 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Olympischen Jugendspielen aus Deutschland waren dort.“

DerWesten: „Was wird bei den Youth Olympic Games ähnlich wie bei den Olympischen Spielen sein, was anders? Kannst Du darüber schon etwas sagen?“

FD: „Es wird – genauso wie bei den Olympischen Spielen – eine Eröffnungs- und eine Schlussfeier geben. Darauf freue ich mich schon sehr. Genauso gibt es ein olympisches Dorf. Das Programm der Spiele ist allerdings im Vergleich zu den Olympischen Spielen etwas abgespeckt. Im Badminton zum Beispiel werden ja nur die Einzeldisziplinen ausgetragen. Im Schwimmen sind es ebenfalls weniger Disziplinen. Und manche Sportarten werden auch nach anderen Regeln ausgetragen, im Basketball zum Beispiel bilden weniger Spieler als üblich eine Mannschaft. Im Unterschied zu den Olympischen Spielen gibt es bei uns ein sogenanntes Culture and Education Programm. Dabei geht es darum, dass olympische Werte wie Freundschaft und Respekt vermittelt werden. Die Teilnahme an Veranstaltungen davon ist Pflicht.“

DerWesten: „Wann reist Du nach Singapur?“

FD: „Ich fliege am 11. August. Das heißt, alle deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer fliegen an dem Tag dorthin. Denn sich gegenseitig zu unterstützen und ein Team zu bilden, soll auch damit gefördert werden. Es wird wohl zwei Maschinen geben – eine ab München und eine ab Frankfurt. Ich fliege ab Frankfurt.“

DerWesten: „Wann genau findet Dein Wettkampf statt?“

FD: „Badminton wird vom 15. bis 19. August gespielt. Da ich erst am 26. August zurück fliege, bleibt eine Woche Freizeit, um Singapur zu erkunden und am CEP teilzunehmen. Leider verpasse ich den Langenfeld-Cup, der am letzten Augustwochenende stattfindet. Ich hätte in diesem Jahr zum letzten Mal teilnehmen dürfen. Aber das nehme ich natürlich gerne in Kauf, wenn ich dafür bei den Olympischen Jugendspielen starten kann.“

DerWesten: „Worauf wird im Training bis zu den Olympischen Jugendspielen der Schwerpunkt gelegt?“

FD: „Wir arbeiten daran, das Niveau, das ich jetzt habe, zu halten bzw. noch auszubauen. Jetzt noch etwas Neues anzufangen, würde keinen Sinn machen. Mir kommt es ganz gelegen, dass ich nun noch einmal einige Zeit ohne Schule habe, so dass ich bis Singapur zweimal täglich trainieren kann.“

DerWesten: „Deine Familie wird ebenfalls in Singapur vor Ort sein, oder?“

FD: „Ja, meine Eltern sind sogar schon einige Tage vor mir dort. Sie können dann schon mal die Lage abchecken … Sie haben sich direkt Karten für die Eröffnungs- und für die Schlussfeier besorgt und natürlich auch für das Badmintonturnier. Mein Vater liest schon ständig Reiseführer über Singapur …“

Teil 2 des Interviews folgt.

Interview und Fotos: Dr. Claudia Pauli (Pressesprecherin Deutscher Badminton-Verband)

DerWesten

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