„Es ist besser, mal eins aufs Maul zu bekommen“

Es scheint fast so, als hätte sich der Heimfluch der Bundesliga-Basketballer von Phoenix Hagen auf ihre Nachwuchs-Talente übertragen. Bei der deutschen Endrunde der Jugend-Bundesligen verloren die Juniors (U19) im Halbfinale mit 80:88 nach zweifacher Verlängerung gegen Eintracht Frankfurt. Die Hessen wurden im Endspiel vom neuen Titelträger FC Bayern München bezwungen (59:69). Im Turnier der besten U16-Teams unterlagen die Phoenix Youngsters dem späteren deutschen Meister BBA Ludwigsburg mit 60:68. Wir sprachen mit Youngsters-Trainer Matthias Grothe.

1 Herr Grothe, Ihre Mannschaft war nahe dran, sich den Traum vom Endspiel zu erfüllen. Woran ist sie gescheitert?

Die Niederlage ist natürlich sehr bitter. Wir haben schon vor dem Spiel gesagt, dass Kleinigkeiten entscheiden werden. Wir haben an der Dreierlinie zu viel Handball gespielt und nicht konsequent den Abschluss gesucht. Ludwigsburg hat sein physisches Spiel durchgesetzt und uns zu Fehlern gezwungen.

2 Dennoch war es bestimmt eine gute Erfahrung, vor mehr als 2500 Zuschauern zu spielen.

Ja klar, es war eine tolle Stimmung. Wir bedanken uns bei den Fans, die haben uns super unterstützt. Das wird mit Sicherheit keiner der Jungs vergessen. Ich beurteile sie auch nicht nach diesem einen Spiel. Wir haben wegen Problemen verloren, die wir die ganze Saison hatten.

3 Was haben Sie Ihrer Mannschaft nach dem Spiel noch auf den Weg gegeben?

Dass Basketball eben ein Spiel von Kleinigkeiten ist. Das sollten sie nun wissen. Es ist egal, ob sie vor einem oder 2000 Zuschauern spielen, sie müssen die kleinen Dinge richtig machen. Und wenn sie das tun, dann kann man in den nächsten Jahren wieder den Versuch wagen, im Top4 deutscher Meister zu werden. Dass ich sehr stolz auf die Jungs bin, ist klar, aber das werde ich ihnen erst später sagen.

4 So eine Niederlage kann den Youngsters also helfen, wenn sie noch mal in ähnliche Situationen kommen?

Das Talent ist da, die Entwicklung ist da - am Ende liegt es an ihnen selber. Hätten wir das Spiel knapp gewonnen, würden wir jetzt hier feiern, damit müssen wir klar kommen. Doch in so einer Entwicklung eines 14-,15- oder 16-Jährigen geht es nicht um ein Spiel, sondern um Jahre. Aber diese eine Partie kann den Jungs in den nächsten Jahren helfen. Insofern ist es manchmal besser, wenn du eins aufs Maul bekommst. Daraus ziehst du mehr Schlüsse, als wenn du mit einem Glückswurf in letzter Sekunde gewinnst. Denn sonst fühlst du dich saugeil und hörst sowieso nicht mehr darauf, was der Trainer sagt.