Wintersport

Es gibt zu viel Wintersport im öffentlich-rechtlichen Fernsehen

Fordert in einem offenen Brief längere und bessere Fernseh-Übertragungen ihrer Sportart: Rodel-Olympiasiegerin Tatjana Hüfner.
Fordert in einem offenen Brief längere und bessere Fernseh-Übertragungen ihrer Sportart: Rodel-Olympiasiegerin Tatjana Hüfner.
Foto: AP

Die Athleten aus dem Eiskanal sind mit ihrer Fernseh-Präsenz nicht zufrieden und fordern längere Übertragungszeiten. Dabei senden ARD und ZDF im Winter schon zwölf Stunden Wintersport am Tag live aus aller Welt. Ein Kommentar von Ralf Birkhan.

Essen.. Geht’s noch, liebe Rodlerinnen und Rodler, liebe Bobfahrerinnen und Bobfahrer?

Zu wenig Rodeln und zu wenig Bobfahren im Fernsehen? ARD und ZDF übertragen im Winter nicht nur gefühlte zwölf Stunden Wintersport am Tag live aus aller Welt. Sie übertragen tatsächlich zwölf Stunden. Wir haben finnische Wälder gesehen, in denen zwar Kameras standen, aber keine Menschen. Und wir haben Eiskanäle in asiatischen Städten gesehen, von denen wir nicht mal wussten, dass es sie gibt.

Breit gefächerter Sendeauftrag

Es gibt nicht zu wenig Wintersport und damit zu wenig Rodeln und Bob im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, es gibt zu viel. Das öffentlich-rechtliche Fernsehsystem hat einen viel breiter gefächerten Auftrag: Es soll sich um Politik, Wirtschaft, Kultur, Unterhaltung und um Sport kümmern. Sport, wohlgemerkt, nicht Wintersport.

Ob die Millionen, die für Fußball und Boxen verpulvert werden, Sinn machen, sei dahingestellt. Fakt ist: Volleyballer, Basketballer, Tischtennis-Spieler und viele andere kommen viel zu kurz. Sogar Tennis, für das zu Zeiten von Boris Becker noch die Tagesschau verlegt wurde, freut sich mittlerweile über einen neuen Vertrag mit dem Nischen-Sender Sat.1-Gold. Vor diesem Hintergrund ist die Forderung der Rodler und Bobfahrer nur eins: dreist!

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