Es fehlt an Strahlkraft

Cristiano Ronaldo ist zum dritten Mal Weltfußballer des Jahres geworden. Herzlichen Glückwunsch. Keine Frage, auch wenn dieses Wahlergebnis nicht gerade originell ist, wird man sich darauf verständigen können, dass der torgefährliche Portugiese diese Auszeichnung verdient hat – zumindest unter der Voraussetzung, dass man die Ergebnisse der Weltmeisterschaft in Brasilien außen vor lässt.

Im Gegensatz zu Ronaldo und Lionel Messi hat Manuel Neuer nicht nur in den Spielen für seinen Klub, sondern eben auch in den Partien für sein Land überzeugen können. Der Torhüter ist in Brasilien zum Weltmeister geworden – das ist ein gewichtiges Argument, das aber leider wenig gestochen hat gegen zwei großartige Feldspieler.

Man kann die Abstimmung nur so interpretieren: Die Auslandsvermarktung der Bundesliga hinkt weit hinter der englischen oder der spanischen Liga hinterher, Ronaldo und Messi lächeln von Plakatwänden rund um den Globus, Neuer nicht. Und der Faktor Megastar dürfte die Wahl beeinflusst haben, es zählt nicht allein die sportliche Leistung.

Manuel Neuer wäre ein mindestens ebenso würdiger Weltfußballer des Jahres gewesen. Das dürfte wohl kaum ein Fachmann bestreiten. Für den Keeper mag das ein Trost sein, für die Bundesliga muss es Ansporn sein, an der Strahlkraft des deutschen Fußballs zu arbeiten.