Erneut Ausschreitungen beim Hallenmasters in Meschede

Meschede..  Jetzt wird alles genau ­hinterfragt. Nach den massiven ­Fan-Ausschreitungen beim 19. Hallen-Masters überlegt der SSV ­Meschede, wie es in Zukunft mit dem Hallenfußballturnier weitergehen soll.

„Ich fand es heftig, wie sich die Chaoten von Uerdingen benommen haben. Solche Szenen möchte ich bei uns in der Halle nicht mehr ­sehen. Wir werden jetzt alles auf den Prüfstand stellen. Die große Frage ist, ob sich der Aufwand, den wir als Verein betreiben, bei so einem Ergebnis überhaupt noch lohnt“, teilte Rafael Bremer, Fußball-Abteilungsleiter des SSV Meschede, im Gespräch mit dieser Zeitung mit. „Die Ausschreitungen in der Halle haben einen großen schwarzen Fleck auf unser Turnier geworfen.“

Bereits in den vergangenen Jahren hatten Chaoten für Randale in ­Meschede oder bei der An- und Abreise gesorgt. Deshalb waren für diese Auflage des Turniers Vereine wie Borussia Dortmund oder Schalke 04 nicht eingeladen worden. Für den großen schwarzen Fleck sorgten schließlich die Anhänger des Regionalligisten KFC Uerdingen. Bereits auf dem Weg zur Halle hatten die so genannten Fans aus Uerdingen eine Gruppe von etwa. zehn Anhängern von Fortuna Düsseldorf II angegriffen. Bei der Auseinandersetzung wurden nach Auskunft der Polizei zwei Düsseldorfer Fans leicht verletzt. Anschließend gingen die Ausschreitungen in der Halle sowie im Cateringbereich weiter. Die Fans von Uerdingen versuchten immer wieder, den Block der Anhänger von Fortuna Düsseldorf zu stürmen. Zwischenzeitlich solidarisierten sich die Fans des KSV Hessen Kassel mit den Düsseldorfern. Die Konfliktparteien aus Uerdingen, Düsseldorf und Kassel konnten nur durch massiven Polizeieinsatz voneinander getrennt werden. Zudem wurden Spieler von Düsseldorf II von Fans aus Uerdingen bespuckt. Die Mannschaft aus Düsseldorf stand kurz vor der Abreise. Der SSV Meschede ließ daraufhin die ersten beiden Tribünenreihen im Block des KFC Uerdingen räumen.

Aufgrund der aggressiven Stimmung in der Dünnefeldsporthalle und Erkenntnissen, dass weitere Düsseldorfer Fans auf der Anreise nach Meschede seien, wurden von der Mescheder Polizei Verstärkungskräfte aus Recklinghausen angefordert. Knapp dreieinhalb Stunden nach Turnierbeginn wurden die Uerdinger Randalierer aufgefordert, die Halle zu verlassen und den Heimweg anzutreten. Dieser Aufforderung kamen sie unter polizeilicher Begleitung widerwillig nach. „Danach war Ruhe in der Halle. Ich hätte die Uerdinger viel früher vor die Tür gesetzt. Aber die Polizei wollte erst auf die Unterstützung der Beamten aus Recklinghausen warten“, erklärte Rafael Bremer. Turniersieger wurde Kassel nach einem 2:0-Sieg im Endspiel gegen Düsseldorf.