Erleichterung

Das sind die Bilder, auf welche nicht nur die Fans des Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund so lange gewartet haben, sondern auch die Verantwortlichen des Klubs. Wie Marco Reus beim Training wie befreit wirkt, wie er scherzt und lacht. Und wie er kurz darauf eingerahmt von Sportdirektor Michael Zorc sowie Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke seine Unterschrift unter einen vorzeitig um zwei weitere Jahre bis 2019 verlängerten Vertrag setzt.

Marco Reus bleibt seiner Borussia treu. Entgegen aller Spekulationen. Der angeblich von international renommiertesten Vereinen umworbene gebürtige Dortmunder hört auf sein Herz und glaubt an eine erfolgreiche Zukunft des derzeit Tabellen-16. Er setzt eine Marke mitten in der schwersten Krise der jüngeren BVB-Vergangenheit.

Das ist die Botschaft, welche Watzke und Co. mit der Nachricht der Vertragsverlängerung in die Fußball-Welt senden.

Die Bosse sind zurecht stolz darauf, einen der besten Fußballer Deutschlands langfristig an den Klub gebunden zu haben. Sie vermeiden zudem lästige Nebengeräusche in den so wichtigen kommenden Wochen. Und außerdem ist dieser Clou ein weiteres Zeichen an die Konkurrenz. Der BVB schreckt nicht mehr davor zurück, an seine finanzielle Schmerzgrenze zu gehen, wenn er einen Spieler halten oder verpflichten will.

Vielleicht fielen die Gespräche mit Reus aber leichter als öffentlich verkauft. Schließlich liegt hinter dem 25-Jährigen ein absolutes Seuchenjahr. Und ein junger Mensch muss schon sehr abgezockt sein, nach einer solch’ vermaledeiten Zeit zu einem Top-Klub ins Ausland oder zum FC Bayern München zu wechseln.

Um Marco Reus auf das Schild des ewigen Borussen zu heben, ist es bei aller Vereinsliebe aber viel zu früh. Sein Kumpel Mario Götze handelte und äußerte sich ähnlich - und wechselte doch dank einer Ausstiegsklausel zum FC Bayern. Reus die vorhandene Klausel abgekauft zu haben, wird vielleicht irgendwann der größte Erfolg in dieser Personalie sein, weil die Ablösesumme frei verhandelbar ist.

Bis dahin allerdings gilt: Glückwunsch, BVB! Und: Glückwunsch, Marco Reus!