Erinnerung an alte Zeiten

Oberhausen..  Als Christian Binas zum ersten Mal ein Eishockeyspiel sah, war er neun Jahre alt. Das ist nun schon 18 Jahre her. Im August 1997 ging er zur Saisoneröffnung des damaligen DEL-Clubs Revier Löwen Oberhausen. Er begegnete Sylvain Couturier, damals Spieler der Löwen, sah das Spiel gegen Lukko Rauma aus Finnland – und wusste danach, dass er immer wieder dorthin wollte. Doch das Oberhausener Eishockey-Intermezzo dauerte nur fünf Jahre. Binas war nun dabei, als das Eishockey in Oberhausen zu Ostern zurück kehrte. Die Nationalmannschaft spielte dort zweimal gegen Weltmeister Russland.

Wiedersehen der alten Fans

Dass die beiden Spiele vor 5372 Zuschauern am Sonntag mit 0:3 (0:1, 0:1, 0:1) und vor 4321 Fans am Montag mit 2:3 (0:1, 0:1, 2:0) nach Penaltyschießen verloren gingen, war für Christian Binas und die anderen Revier-Löwen-Fans nebensächlich. Sie, die dem Klub die Treue gehalten haben, machen das mit Inbrunst. Inzwischen sind viele von ihnen in anderen Stadien zu sehen. Die alten Trikots der Revier Löwen tragen sie immer noch.

„Vor dem Länderspiel gab’s eine kleine Party. Das war wie ein Klassentreffen. Es fühlte sich nicht an, als seien seit dem letzten DEL-Spiel 13 Jahre vergangen“, berichtet Binas. Er hatte schon in den Tagen zuvor geholfen, die Arena im „CentrO“ wieder in ein Eisstadion zu verwandeln. Irgendwann ging er dann mal hoch, zu seinem alten Block, der die Nummer 113 trägt, schaute auf das fertige Eis und flog in Gedanken durch die Zeit. „Eine größere Gänsehaut hatte ich wohl noch nie.“

Als der Deutsche Eishockey-Bund bekanntgab, die beiden Vorbereitungsspiele auf die WM (1. bis 17. Mai in Tschechien) in Oberhausen zu veranstalten, war das eine Überraschung. Stefan Endraß, der Geschäftsführer der Eishockey-Nationalmannschaft-Vermarktungs-GmbH, erklärt: „Zum einen gibt es hier ein Team, das uns viel Arbeit abnimmt, die wir an anderen Standorten selbst erledigen müssten. Außerdem haben wir hier ein riesiges Einzugsgebiet mit vielen eishockey-verrückten Fans.“

Cortina sieht Verbesserungsbedarf

Für die Arena-Betreiber war es kein Klacks, die Arena wieder eishockeytauglich zu machen. „Wir mussten ein paar Mitarbeiter aus dem Ruhestand holen“, sagte Johannes Partow, der Geschäftsführer. Wie lange er überlegen musste, als die Anfrage des DEB kam? „Drei Sekunden“, berichtet Partow. „Vielleicht auch weniger.“

Üben muss allerdings das DEB-Team noch, damit der Klassenerhalt in Prag gelingt. Wie immer zu diesem Zeitpunkt fehlten noch zahlreiche Spieler. Rund zehn, so Cortina, kommen noch nach Play-off-Ende in der DEL dazu. Und vielleicht auch der eine oder andere Nordamerika-Legionär. Schon am 9. und 10. April in Finnland dürften von den Halbfinalverlierern Felix Brückmann, Armin Wurm, Björn Krupp (alle Wolfsburg) sowie die Düsseldorfer Stephan Daschner und Bernhard Ebner zum Team stoßen.

Vieles klappte gegen Russland noch nicht so recht nach nur vier Tagen Training. Was besser werden muss? Nationaltrainer Pat Cortina: „Alles.“ Dennoch zeigte sich der Coach nicht unzufrieden. Müller bestätigte das in seiner ihm eigenen Weise: „Wir haben nicht gegen einen Regionalligisten gespielt, sondern gegen Russland.“

Das Schöne für die Oberhausener Fans: Der DEB kann sich eine Rückkehr vorstellen.