EM-Bronze im Herrenflorett - Degendamen enttäuschen

Achtungserfolg im Herrenflorett, erneut eine große Enttäuschung um das weibliche Degen-Quartett. Zum Auftakt der Team-Wettbewerbe gab es für die deutschen Fechter bei der EM nach Max Hartungs Säbel-Silber in Montreux die zweite Medaille.

Montreux.. "Damit haben wir mehr als unser Ziel erreicht. Die Jungs wissen, worum es geht", sagte Florett-Bundestrainer Uli Schreck nach gewonnenem Bronzekampf.

Sein Team, angeführt vom viermaligen Einzel-Weltmeister Peter Joppich aus Koblenz, entschied am Dienstag das Gefecht um Platz drei gegen Großbritannien mit 45:37 für sich - und bekam ein globales Schreck-Lob: "Jeder hat einen ganz stabilen Streifen gefochten." Joppich war happy: "Ich freue mich riesig über diese Bronzemedaille."

Für die Degendamen gab es mit Rang zehn ein tristes Resultat. Platz drei für Joppich, das Bonner Duo Moritz Kröplin/André Sanita und Sebastian Bachmann vom FC Tauberbischofsheim versöhnte indes am Ende des Tages und macht Hoffnung für die WM vom 15. bis 22. Juli in Moskau und auf dem Weg nach Rio.

In der Vorschlussrunde war das neu formierte Team des Olympia-Dritten beim 35:45 an Weltmeister Frankreich klar gescheitert. Zuvor hatte sich Deutschland als Europameister von Zagreb 2013 nach einem Auftaktfreilos gegen Polen im Viertelfinale mit 45:35 durchgesetzt. 2012-Olympiasieger Italien war im Top-8-Feld den Briten überraschend deutlich mit 25:45 unterlegen.

Die Degendamen mit Peking-Olympiasiegerin Britta Heidemann, Alexandra Ndolo (beide Leverkusen), Monika Sozanska aus Leipzig und der Heidenheimerin Ricarda Multerer unterlagen Ungarn im Achtelfinale mit 40:45. "Ein enttäuschendes Ergebnis und eine enttäuschende Leistung", kommentierte Sportdirektor Sven Ressel. Für die Olympia-Qualifikation war es ein Rückschlag.

"Jetzt muss bei der WM in Moskau ein deutlicher Schritt nach vorn kommen", forderte Bundestrainer Piotr Sozanski. Nach einem 45:38 gegen Gastgeber Schweiz gab es im Gefecht um den neunten Platz ohne Heidemann ein 29:30 nach Verlängerung gegen Polen und mit Rang zehn unter 14 Teams die gleiche schwache Position wie 2014 in Straßburg.