Trotz couragierten Auftritts: DEB-Team verpasst WM-Sensation

Gegen Marcus Kink und das DEB-Team kamen selbst Victor Rask und die Auswahl Schwedens ins Straucheln.
Gegen Marcus Kink und das DEB-Team kamen selbst Victor Rask und die Auswahl Schwedens ins Straucheln.
Was wir bereits wissen
Deutschland hat bei der Eishockey-WM die Sensation gegen Schweden nur knapp verpasst. Trotz des 3:4 (2:1, 0:1, 1:2) am Donnerstagabend gegen den neunmaligen Weltmeister in Prag zeigte das Team von Bundestrainer Pat Cortina seine bislang beste Turnierleistung.

Prag.. Toll gespielt, nichts gewonnen: Trotz der bislang besten WM-Leistung beim unglücklichen 3:4 (1:2, 1:0, 1:2) gegen Schweden hat das deutsche Eishockey-Nationalteam am Freitag gegen Lettland sein erstes Endspiel um den Klassenverbleib. 24 Stunden vor dem wichtigen Match gegen den direkten Konkurrenten spielte das Team von Bundestrainer Pat Cortina am Donnerstag in Prag zwei Drittel lang überraschend stark, kassierte im Schlussabschnitt aber die entscheidenden Gegentreffer durch John Klingberg (43.) und Oscar Möller (49.). Mit drei Punkten bleibt Deutschland in Abstiegsgefahr.

Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) war nach frühen schwedischen Toren von Möller (12. Minute) und Joakim Lindström (13.) mit einer Energieleistung und dank Marcus Kink (16.) und Nicolas Krämmer (30.) zurückgekommen. Matthias Plachtas Treffer reichte nur noch zum Anschluss (55.). So wurde Deutschland für seinen couragierten Auftritt vor 16 137 Zuschauern gegen den neunmaligen Weltmeister nicht belohnt. Das 5:2 bei der WM 1992 ebenfalls in Prag bleibt der bislang letzte WM-Sieg gegen die Skandinavier.

Reimer: "Morgen greifen wir richtig an"

"So wie das Spiel gelaufen ist, ist es ärgerlich, dass wir mit leeren Händen dastehen", sagte Stürmer Kai Hospelt. Mit einer solchen Leistung sei gegen die Letten aber "auf jeden Fall was drin". Auch Teamkollege Patrick Reimer meinte: "Heute hat keiner mit Punkten gerechnet. Beinahe hätte es trotzdem geklappt. Morgen greifen wir richtig an."

Gegen Lettland am Freitag (20.15 Uhr/Sport 1) und am Montag gegen Österreich müssen die Deutschen punkten, um den Klassenverbleib zu sichern. Am Sonntag gegen Tschechien sind sie klarer Außenseiter.

Gegen die Schweden suchte die deutsche Auswahl anders als noch gegen die Schweiz von Beginn an den Tor-Abschluss. Die Sturmreihen hatte Cortina wie angekündigt umgestellt. Allerdings traten die Schweden, die erst am Mittwoch beim 4:6 gegen Kanada ein Spektakel abgeliefert hatten, anfangs gefährlicher auf.

Unfreiwillige Ruhepause bringt DEB-Team aus dem Rhythmus

Mitte des ersten Drittels brach dann eine Plexiglasscheibe - und die unfreiwillige Ruhe-Pause tat den Deutschen zunächst gar nicht gut. Als die Teams nach rund 20 Minuten wieder aus der Kabine kamen, schlugen die Schweden nach zwei individuellen Fehlern auf deutscher Seite gleich doppelt zu. Vor dem 0:1 durch Möller verlor Verteidiger-Routinier Patrick Köppchen den Puck hinter dem Tor.

Eishockey-WM Nur 85 Sekunden später beim Gegentor von Lindström war Stürmer Thomas Oppenheimer zu zögerlich. Goalie Timo Pielmeier hatte beim Schuss in den Winkel keine Chance. Die Deutschen ließen sich nicht schocken. Mit einem Mann mehr auf dem Eis setzte sich NHL-Profi Tobias Rieder in der Offensive durch, Kink netzte den Abpraller ein. Gleich die erste Überzahl-Situation brachte Erfolg, eine 137-minütige Torflaute fand ein Ende. Über die Poweplay-Taktik Powerplay hatte es nach dem bitteren 0:1 am Dienstag gegen die Schweiz Unstimmigkeiten gegeben.

Krämmer erzielt de verdienten Ausgleich

Zu Beginn des zweiten Abschnitts überstand die DEB-Auswahl knapp fünf Minuten in Unterzahl, nachdem Stephan Daschner vor der Pause ein Spieldauer-Disziplinarstrafe kassiert hatte. Doch die Deutschen kämpften beherzt. Und schließlich war es Krämmer, der das deutsche Team mit dem verdienten Ausgleich belohnte. Allein tankte sich der Hamburger durch und trickste Torhüter Jhonas Enroth aus.

Zum 2:3 fälschte Schwedens Verteidiger Klingberg den Puck unhaltbar ins deutsche Tor ab. Als Möller zum zweiten Mal traf, war die Vorentscheidung gefallen. Dank Plachta kamen die Deutschen noch einmal heran - zum Ausgleich reichte es aber nicht. (dpa)