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So außergewöhnlich lief die Saison für die Roosters bisher

09.03.2016 | 07:02 Uhr
Auch wenn die Roosters gegen Köln verloren, ist man am Seilersee mehr als zufrieden mit der Hauptrunde.Foto: Michael May

Iserlohn.   Dass sich die Iserlohn Roosters in dieser Spielzeit so gut präsentieren, hätte in diesem Ausmaß zuvor niemand für möglich gehalten. Ein Rückblick.

„Das hätte doch kein Mensch der Welt erwartet!“, sagte Roosters-Trainer Jari Pasanen vor dem letzten Hauptrundenwochenende, als sein Team sogar noch um die Pole-Position spielte. Aber das gilt auch für die gesamte bisherige Saison. Ein Rückblick.

Erwartungen

Schon vor der Saison war Optimismus zu spüren. „Wir haben durchaus eine Chance, eine wichtige Rolle zu spielen“, mutmaßte Vorsitzender Wolfgang Brück. „Ein Spiel mehr als zuletzt.“ Auch Jari Pasanen gab vor: „Intern wollen wir ein besseres Ergebnis als zuletzt.“ Und Torhüter Mathias Lange war sicher: „Jeder ist bereit!“

Spitzenposition

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Als Tabellendritter beendeten die Iserlohn Roosters die Hauptrunde in der Deutschen Eishockey Liga. Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Die Saison begann mit einem 1:2 in Straubing. Aber schon am dritten Spieltag war man Fünfter. Nur noch dreimal fielen die Iserlohn Roosters aus den Top Sechs heraus, seit dem 10. Spieltag befanden sie sich, mit zwei Ausnahmen, stets unter den besten Vier. Aber: Zur Tabellenführung reichte es nicht. Erstmals war die am 11. Spieltag drin, die Heimniederlage gegen Nürnberg stand dem im Wege. Danach gab es immer wieder Möglichkeiten, zum Schluss praktisch an jedem Spieltag. Doch der entscheidende Sieg gelang nie, obwohl der IEC mehrmals einen Tabellenführer (Düsseldorf, Berlin) stürzte. Phasenweise kamen die Sauerländer nicht nach ganz vorne, weil sie weniger Spiele absolviert hatten, später hielten sie die Topposition nur für ein oder zwei Drittel. Oder sie waren zwar punktgleich mit dem Ersten, hatten aber das schlechtere Torverhältnis.

Comeback-Qualitäten

Nie aufgeben, das war eine der großen Tugenden. Gegen Ingolstadt, Berlin und Schwenningen drehten die Waldstädter jeweils ein 0:3 zum Sieg, gegen Mannheim wurde sogar ein 0:4 egalisiert. Unbeeindruckt steckten sie auch die 3:9-Pleite in Nürnberg weg, ebenso die einzige Negativserie mit fünf Spielen ohne Sieg.

Einzelleistungen

Als Team sind die Roosters stark, aber es gab auch überragende Einzelleistungen. Dazu gehören die nahezu durchweg starken Auftritte der Torhüter Mathias Lange und Chet Pickard. Als „neuer Shooting-Star“ wurde bei seinem Debüt Denis Shevyrin bezeichnet, und Stürmer Cody Sylvester verdiente sich als Verteidiger das Pasanen-Lob „phänomenal“. Als Dreifachschützen glänzten Jason Jaspers (gegen Ingolstadt) und Luigi Caporusso (gegen Hamburg), viermal traf sogar Nationalspieler Brooks Macek beim 7:5 über Augsburg.

Verletzungen

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Gnadenlos schlug bei den Roosters das Verletzungspech zu. Bereits am 11. Oktober war für Dylan Wruck (Schulterverletzung) die Saison beendet, zwei Wochen später ereilte Marcel Kahle das gleiche Schicksal. Für längere Zeiträume fielen auch Chris Connolly, Luigi Caporusso, Michel Périard, Dieter Orendorz, Brodie Dupont, Chad Bassen und Nick Petersen aus.

Personalia

Nur in der Vorbereitung kam Mike Little zum Einsatz. Er wurde durch Michel Périard ersetzt, der einen deutschen Pass und dann einen Vertrag für die kommende Saison erhielt, auch Luigi Caporusso verlängerte seinen Kontrakt. Ende Oktober kehrte Brodie Dupont zurück, Mitte Dezember wurde Zach Hamill verpflichtet. Als Abgänge zeichneten sich schon früh Brooks Macek (München), Nick Petersen (Berlin) und Colten Teubert (Nürnberg) ab. Neuzugänge sind wohl Ashton Rome (Schwenningen), Christopher Fischer (Mannheim) und Nick Ross (Innsbruck). In die Kategorie Gerüchte fielen die Namen von Yannick Seidenberg (München) und ganz aktuell David Wolf (Hamburg).

Fan-Euphorie

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Sensationell war der Zuschauerzuspruch: Jeweils über 1000 Fans bei der Saisoneröffnung im Sauerlandpark und beim ersten Training, 3276 Zuschauer beim 5:0-Testspielauftakt gegen Krefeld, zuletzt 14 ausverkaufte Heimspiele in Folge, insgesamt 16 Mal ausverkauft und nur zweimal weniger als 4000 Zuschauer! Schon im November war die 50 000er Grenze erreicht, auch die Mitgliederzahl wuchs konstant an. Nicht zuletzt auch dank der Fans entwickelte sich die Eissporthalle zur Festung, Iserlohn ist heimstärkste Mannschaft, nur zwei Spiele wurden ohne Punktgewinn verloren. Stark unterstützt wurden die Roosters auch beim Spiel in Berlin (0:3), als 800 Fans im Sonderzug anreisten. Apropos Zuschauer: Zum Testspiel gegen Bietigheim hatte der IEC 100 Kriegsflüchtlinge eingeladen.

Was sonst noch geschah

Unvergessen ist der Wutausbruch von Kölns Nationalspieler Moritz Müller, der die Roosters als abgetakelte kanadische 1c-Nationalmannschaft bezeichnete. Das führte Diskussionen, aber auch zu einem noch stärken Wir-Gefühl im Sauerland. Diskutiert wurde auch über Mode. Weder die orangefarbenen Ausweichtrikots, noch die schwarz-weißen Play-off-Trikots fanden eine breite Zustimmung, die roten „1c-Jerseys“ hingegen reißenden Absatz.

Sprüche

„Wir sind keine Gallier und haben auch keinen Zaubertrank“, beschrieb Jari Pasanen den Erfolg als Ergebnis harter Arbeit, und mahnte schon im erfolgreichen November: „Wir sind keine Supermacht geworden.“ Und schon Ende November war Wolfgang Brück klar: „Wir erleben eine außergewöhnliche Zeit, die beste und erfolgreichste des Iserlohner Eishockeys.“

Roosters als Dritter in die Play-offs

Michael Topp

Kommentare
09.03.2016
12:28
So außergewöhnlich lief die Saison für die Roosters bisher
von DerDoctor | #2

Als DEG Fan ziehe ich meinen Hut vor der Leistung der Roosters. Wenn die Leistung konserviert warden kann zählen Sie für mich nun mit zu den...
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2016-03-09 07:02
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