Roosters zeigen enttäuschende Leistung im Schlüsselspiel
15.02.2012 | 00:28 Uhr 2012-02-15T00:28:53+0100
Iserlohn. „Und wieder Play-offs ohne Iserlohn“, sangen frustrierte Fans am Ende eines ernüchternden Eishockey-Abends. Und wer wollte ihnen nach dieser Leistung der Roosters widersprechen? Gelingt denen nicht schleunigst eine massive Steigerung, ist am 11. März definitiv Schluss.
Der Schlusssirene schloss sich das gellende Pfeifkonzert von den Rängen an, viele Zuschauer winken mit ihren Taschentüchern. Sie haben, so scheint es, keine Hoffnung mehr, dass diese Mannschaft, die sechs der letzten sieben Spiele verloren hat, die Wende noch schafft. Trainer Doug Mason hatte im Vorfeld des Schlüsselspiels ohne Frage Recht, als er die Einstellung als zentrale Erfolgsvoraussetzung hervorhob. Und die der Iserlohner war eine herbe Enttäuschung.
Das Zerbersten einer Plexiglasscheibe, deren Reparatur eine elfminütige Spielunterbrechung erforderlich machte, war noch der spektakulärste Moment in einem ereignisarmen ersten Drittel. Beide Mannschaften scheuten das Risiko, was angesichts der Bedeutung der Partie nicht unbedingt verwunderte. Aus zwei Powerplay-Situationen, die erste schon nach 15 Sekunden, machten die Roosters nichts, denen man das Bemühen zwar nicht absprechen konnte, von denen man aber entschieden mehr erwartet hatte. Nämlich die klare Ansage: Wir zeigen euch, wer Herr im Hause ist, wir wollen mit aller Macht in die Play-offs.
Spina hatte die beste Chance
Gewiss gab es Chancen, als die Partie nach zehn Minuten zögerlich Fahrt aufnahm. Die beste durch Dave Spina, der mit einem Break an Weiman scheiterte. Auch die Panther ließen kurz aufhorchen, als O’Connor und Roloff an Leinonen scheiterten. Aber es blieb reichlich Luft nach oben.
Auch im Mittelabschnitt gönnten die Gäste den Roosters gleich ein Powerplay (sogar schon nach sieben Sekunden), auch diesmal blieb die Ausbeute kläglich. Ganz am Ende hätte es beinahe aber doch gefunkt. Jassen Cullimores Schuss ließ Weiman nach vorn abprallen, doch Michael Hackerts Nachschuss war schwach. Die Roosters haderten noch wegen der vergebenen Chance und vergaßen darüber die Defensivarbeit. Roloff bedankte sich und traf ziemlich ungehindert zur Augsburger Führung (23.).
Würde nun ein Ruck durch die Iserlohner Mannschaft gehen? Nichts dergleichen geschah. Sie spulte ihr Pensum ab, aber wo war die Leidenschaft, wo der unbedingte Wille, im Endspurt um Platz zehn gleich ein Zeichen zu setzen? Jeff Giulianos Möglichkeit nach einem Konter war noch die beste – und die war nicht einmal besonders gut (36.). Auf der Gegenseite vergab Paddock das 0:2, als er an Leinonen scheiterte (37.). Die Fans ertrugen die bescheidene Darbietung der Blau-Weißen mit erstaunlicher Ruhe. Als sie zu Beginn des Schlussabschnitts jedoch aufgefordert wurden, das Ausrollen von Spruchbändern („Meister im Schönreden“) zu unterlassen, war es bei vielen mit der Zurückhaltung vorbei. Jetzt machten sie ihrem Unmut Luft, und das weiterhin uninspirierte und blutleere Roosters-Hockey lieferte ihnen immer neue Nahrung.
Augsburg verteidigte souverän
Augsburg geriet nie ernsthaft in Gefahr. Die Mannschaft verteidigte souverän, streute ein paar schnelle Konter ein, und die Iserlohner hatten einfach keinen Plan, wie sie den Puck noch ins gegnerische Netz bringen sollten. Als Tobias Wörle mit seiner ziemlichen idealen Schussposition nichts anzufangen wusste (47.), war die wohl beste Ausgleichschance des letzten Drittels dahin. Der Glaube an ein Happy-End schwand mehr und mehr und war nach 57 Minuten endgültig dahin, als der Ex-Iserlohner Cam Paddock traf. Augsburg jubelte, und Iserlohn verliert immer weiter an Boden.
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