Roosters-Spieler Whitmore kommt beeindruckend zurück

Derek Whitmore (l.) ist nach seiner langen Verletzungspause in starker Form.
Derek Whitmore (l.) ist nach seiner langen Verletzungspause in starker Form.
Foto: imago
Was wir bereits wissen
Drei Spiele, vier Tore - Derek Whitmore kann nach langer Verletzungspause bei Eishockey-Bundesligist Iserlohn Roosters endlich wieder Gas geben.

Iserlohn.. Sein Comeback nach langer Verletzungspause wegen eines Fußbruches war durchaus bemerkenswert. Jeweils einen Treffer erzielte Derek Whitmore in den letzten drei Spielen gegen Düsseldorf, Wolfsburg und Köln. Zudem verwandelte der Roosters-Stürmer im Derby bei den „Haien“ den ersten, den Sieg bringenden Penalty. Damit erhöhte er seine Torausbeute auf 16 Treffer und ist somit drittbester Schütze der Sauerländer, gemessen an seinen nur 33 Einsätzen sogar der torgefährlichste.

„Ich will der Mannschaft helfen, ein Spiel zu gewinnen“, streicht er den Teamgedanken heraus, macht aber auch deutlich, dass ihn seine Fußverletzung, die bislang schlimmste Blessur seiner Karriere, massiv geärgert hat. „Ich war sehr frustriert, weil ich siebzehn Spiele verpasst habe. Ich wollte unbedingt zurückkommen!“ Dabei war Whitmore bewusst, dass ihm angesichts der Konkurrenz im eigenen Lager und dem damit verbunden möglichen Platz auf der Tribüne keine Zeit blieb, um sich wieder an den Wettkampfmodus zu gewöhnen. Der Amerikaner musste also in der Reha und auch beim Comeback Vollgas geben. „Ich habe keine Schmerzen, es ist okay“, beschreibt er seinen Zustand nach überstandener Verletzung.

Umstellung auf deutsches Eishockey fiel Whitmore nicht schwer

Whitmore wurde erst während der Saisonvorbereitung von den Roosters unter Vertag genommen, nachdem Try-out-Spieler Geoff Walker durchgefallen war. Neuland betrat der Stürmer in der DEL nicht, denn während des NHL-Lockouts in der Saison 2012/13 wechselte er nach Augsburg, kam dort in 26 Spielen auf neun Tore und 23 Scorerpunkte, schied dann aber mit dem AEV in den Pre-Play-offs trotz eines Treffers in zwei Spielen gegen Straubing aus.

Eishockey Im folgenden Jahr kehrte Whitmore, der bereits als Zweijähriger mit dem Eishockeyspielen begann, wieder zurück in der AHL. In der zweithöchsten Liga kam er auf fast 400 Einsätze, zweimal spielte er für die Buffalo Sabres in der NHL. Als jedoch Iserlohn Interesse zeigte, entschloss er sich zum erneuten Wechsel nach Deutschland. „Ob andere Klubs mich auch wollten, weiß ich nicht.“ Über die Roosters erkundigte er sich bei Alex Foster, mit dem er zusammen am College gespielt hatte. Auch Chad Bassen war ihm aus gemeinsamer Augsburger Zeit bekannt. Und gegen Brodie Dupont oder Mike York hatte Whitmore schon gespielt. Die Umstellung verlief nicht allzu problematisch. „Wegen der zahlreichen Spieler aus Nordamerika ist die DEL vergleichbar. Allerdings ist die Eisfläche etwas größer und einige Regeln sind etwas anders.“

Vertragsverlängerung steht noch aus

Etwas schwieriger war da schon die Bewältigung des Alltags: Sprache, Autofahren, Einkaufen - daran mussten er und seine Frau Sarah, die zum Zeitpunkt des Transfers zum ersten Mal schwanger war, sich noch gewöhnen. Aber der Prozess ist im Gange. „Inzwischen verstehe ich auch ein wenig“, sagt der 29-Jährige zu seinen Deutschkenntnissen. Vor vier Monaten kam dann seine Tochter Blake im Bethanien-Krankenhaus zur Welt. „Meine Frau ist großartig“, lobt er Sarah, die sich zwangsläufig häufiger allein um den Nachwuchs kümmern muss. „Und auch Blake ist toll“, berichtet er weiter.

Eishockey Apropos toll: Natürlich ist auch Derek Whitmore angetan von den Roosters und dem Eishockey-Standort Iserlohn. „Es ist großartig, hier zu spielen, die Fans unterstützen uns sehr.“ Daher möchte er auch gerne am Seilersee bleiben, aber eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.

Mit guten Leistungen und weiteren Toren in den kommenden Spielen will sich Whitmore, der sich nach seiner Karriere eine Tätigkeit als Trainer vorstellen kann, nachhaltig empfehlen. „Ich möchte mein bestes Hockey spielen“, sagt er und ist überzeugt, dass die Mannschaft unter den Top Sechs einläuft und sich direkt für das Viertelfinale qualifiziert. Denn anders als bei seinem ersten DEL-Engagement bei den Panthern soll für ihn diesmal mehr als die Pre-Play-offs herausspringen.