Roosters-Kader nimmt Konturen an - Raymonds Meister-Rückkehr

Bobby Raymond (li.) spielt in der neuen Saison wieder für die Roosters.
Bobby Raymond (li.) spielt in der neuen Saison wieder für die Roosters.
Foto: Michael May/IKZ
Was wir bereits wissen
Roosters-Trainer Jari Pasanen ist optimistisch: "Die Mannschaft ist einen Tick besser als die letzte." Eine Einigung mit Brodie Dupont steht noch aus.

Iserlohn.. Seit Dienstag befindet sich Trainer Jari Pasanen von den Iserlohn Roosters in Detroit, fünf Tage wird er sich in den USA aufhalten, allerdings nicht primär, um mögliche neue Spieler für sein Team zu sichten, sondern vor allem, um mit seinem Kapitän Mike York die neue Saison zu besprechen und in diesem Zusammenhang die abgelaufene Serie zu analysieren.

„Was ist gut gemacht worden, was kann besser werden? Wie sind die neuen Spieler am besten zu integrieren? Wie kann die Vorbereitung möglichst abwechslungsreich gestaltet werden?“, nennt Pasanen Fragen, die er im Gedankenaustausch mit dem NHL-Routinier erörtern will. „Mike spricht Klartext.“ Und er wisse, wie das Team ticke.

„Auf die faule Haut legen“, sei auch in dieser ruhigeren Phase nicht möglich, so Pasanen weiter. Er hat nach der DEL-Saison bei der WM in Prag zehn Spiele gesehen, an einem Trainersymposium teilgenommen und wird sich lediglich Mitte Juli eine Woche Ferien mit der Familie gönnen. „Das ist hier schließlich kein Holiday on Ice“, untermauert er die Notwendigkeit, absolut professionell zu arbeiten.

Verhandlungen mit weiteren Verteidigern vielversprechend

Wie bei der Planung des Kaders. Und der nimmt weiter Konturen an. Als fünfter Neuzugang steht nun mit Bobby Raymond ein Ex-Rooster fest. Der Verteidiger kehrt nach einem Jahr in Mannheim als Deutscher Meister an den Seilersee zurück. Der 29-Jährige unterzeichnete einen Jahresvertrag. „Wir wissen um die Qualität, die Bobby auf das Eis bringen kann. Wir sind sehr froh, dass wir die Chance nutzen konnten, ihn zurückzuholen“, so Manager Karsten Mende. Der Kanadier erzielte für Mannheim u. a. zwei Tore in den Play-offs. Jari Pasanen: „Bobby hat gerade in den Play-offs sehr viele Spielanteile bekommen und gezeigt, wie wichtig er für das Team von Geoff Ward war. Dennoch hat er entschieden, dass es ihm wichtig ist, in einer anderen Mannschaft noch mehr Spielanteile zu bekommen und eine andere Rolle zu übernehmen.“

Damit sind noch drei Positionen offen. Die Verhandlungen mit Spielern für die beiden noch offenen Verteidigerpositionen sind ebenfalls sehr weit. Bei einem weiteren Kontingentspieler, der schon in der DEL gespielt hat, stehen die Aktien derzeit bei 50:50. Zudem haben die Iserlohner als Nummer-Acht-Abwehrspieler offenbar einen jungen Deutschen schon fest gebunden, der in der DNL und zuletzt in Nordamerika im Juniorenbereich aktiv war. Damit wäre die Defensive komplett, zumal Pasanen fest davon überzeugt ist, dass sich Mike Little, der momentan nur einen Kontrakt für die Vorbereitung besitzt, durchsetzen wird. „Er wird es schaffen.“

Eine „Leader“ für die Centerposition gesucht

Offen ist somit nur noch eine Centerposition. „Da suchen wir einen Leader, der das kämpferische Element belebt“, so Pasanen. Kontakte zu Kandidaten gibt es bereits. Das bedeutet aber wohl auch, dass Brodie Dupont nicht am Seilersee bleibt. Man habe ihm ein faires Angebot unterbreitet, berichtet der Coach, aber offenbar habe der Stürmer andere Vorstellungen.

Rückkehrer Doch dass Spieler gehen, die man halten möchte, ist inzwischen Tagesgeschäft bei den Roosters, die mit Sean Sullivan und Jonas Liwing (beide nach Hamburg) ihre beiden besten Verteidiger und mit Brent Raedeke (Mannheim) einen Topstürmer verloren haben. „Raedekes Verlust schmerzt am meisten“, bedauert der Trainer den Wechsel des Angreifers, der sich in Iserlohn zum deutschen Nationalspieler entwickelt hat, dem Vernehmen nach aber in Mannheim das Doppelte verdienen soll.

Beim Fan-Stammtisch in Arnsberg-Voßwinkel hatte Pasanen vor geraumer Zeit zudem schon angedeutet, dass es schwierig werde, über die neue Saison hinaus Stürmer Brooks Macek zu halten. Und auch andere Spieler stehen bereits für 2016/17 im Fokus der Konkurrenz, daher laufen schon jetzt Verhandlungen über Anschlussverträge. „Natürlich ist Wehmut dabei, aber so ist das Geschäft“, geht Pasanen realistisch damit um, sagt mit Blick auf die neue Serie aber auch: „Wenn wir nur zwei drei, neue Spieler gebraucht hätten, wären es einfacher.“ Aber Pasanen, der den kompletten Kader am 1. August in Iserlohn begrüßen und am 3. August zum ersten Eistraining „bitten“ wird, ist überzeugt, „dass die Mannschaft einen Tick besser ist als die letzte. Aber das bedeutet nicht, dass wir damit auch automatisch in der Tabelle höher stehen.“ Vereine, die zuletzt enttäuschten (Köln, Nürnberg), werden versuchen, es diesmal besser zu machen. „Wir haben eine unglaubliche Saison gespielt und eine große Euphorie entfacht. Aber unsere Konkurrenten werden alles dafür tun, dass sich das nicht wiederholt.“