Iserlohn Roosters ziehen BVB-Prominenz an
21.02.2012 | 11:46 Uhr 2012-02-21T11:46:00+0100
Iserlohn. Der Klub aus der Deutschen Eishockey-Liga spielt immer wieder Doppelpass mit dem Fußball. Nur 21 Stunden nach seinem Tor für Borussia Dortmund bei Hertha BSC in Berlin, besucht Kevin Großkreutz das Heimspiel der Iserlohn Roosters. Und er ist nicht der einzige BVB-Spieler, der sich häufiger am Seilersee sehen lässt.
Mit einem Fallrückzieher hatte er die Begegnung im Berliner Olympiastadion für Borussia Dortmund entschieden. 21 Stunden später wurde der Hauptdarsteller zum Zuschauer: Auf der wie immer gut gefüllten Stehplatztribüne verfolgte Kevin Großkreutz das Spiel der Iserlohn Roosters gegen die Hannover Scorpions.
Der Nationalspieler begleitete die U15 des BVB - so wie er es gerne tut - bei einer ihrer Aktivitäten und verfolgte mit den Jugendlichen diesmal die Partie auf glattem Parkett in der Halle am Seilersee. Dieser namhafte Besucher ist nur das aktuellste Beispiel dafür, dass der Verein aus der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) immer wieder Doppelpass mit der Fußball-Prominenz spielt.
Ein Teamkollege von Großkreutz aus der Nationalmannschaft lässt sich seit Jahren mindestens einmal pro Saison bei den Puckjägern aus dem Sauerland blicken: Per Mertesacker. Er ist aus gemeinsamen Hannoveraner Zeiten mit Roosters-Kapitän Robert Hock befreundet. „Das war beeindruckend“, schwärmte der Abwehrstratege nach einem 2:0-Sieg über die Frankfurt Lions und feuerte Iserlohns Profis auf ihrer Ehrenrunde an der Bande stehend an.
Doch damit nicht genug. Der mittlerweile über Werder Bremen zu Arsenal London gewechselte Mertesacker unterstützte die Rooster ebenso schon in Berlin. Als die Eisbären ihre Heimspiele noch im engen Wellblechpalast austrugen, bejubelte ein hoch aufgeschossener Besucher in der ausverkauften Arena besonders die zwei Tore der Gäste. Angesichts von sieben Treffern auf der Gegenseite musste er allerdings als fairer Sportsmann die Überlegenheit der Gastgeber anerkennen.
Anders als Großkreutz ist Borussia Dortmunds Torwart Roman Weidenfeller fast schon ein regelmäßiger Zuschauer in der Waldstadt. In der Vergangenheit brachte er mehrmals Philipp Degen mit. Sie waren ähnlich begeistert wie ihr BVB-Mitspieler Florian Kringe, der sogar einmal im Rahmen eines Iserlohner DEL-Meisterschaftsspiels gegen die Kölner Haie das Viertelfinale im Eishockey-Pokal ausloste.
Einen festen Platz in der traditionsreichen Halle am Seilersee hat Paul Freier vom Zweitligisten VfL Bochum. Der Ex-Nationalspieler entwickelte die Eishockey-Leidenschaft dank seiner Ehefrau und seines Schwiegervaters, nahm in der Vorbereitungsphase auf eine Saison sogar an einem Eistraining teil und zeigte sich anschließend tief beeindruckt: „Einmal neben Robert Hock und Michael Wolf auf dem Eis zu stehen, war eine tolle Sache.“
Umgekehrt sind auch die Eishockey-Cracks keine Fußball-Muffel. Nicht nur die deutschen Profis im Roosters-Aufgebot schätzen die Atmosphäre in großen Fußballstadien. Die Nordamerikaner widerlegen immer wieder das Vorurteil, dass sie mit „Soccer“ nichts anzufangen wüssten. So listete erst kürzlich Dave Spina, Iserlohns Stürmer aus Mesa in Arizona, den Besuch in Dortmund als ein großes Erlebnis in der noch neuen Umgebung auf.
Sein US-Landsmann Greg Poss, immerhin von 1997 bis 2003 der verantwortliche Mann hinter der Bande, begnügte sich bereits damals nicht mit der Zuschauerrolle und hospitierte eine Woche lang bei Borussia Dortmunds Trainer Michael Skibbe. Möglicherweise hat es geholfen. Jedenfalls blieb er dreimal so lange im Amt wie der Kollege vom Fußball.
06:47
Die Roosters-Vereinsfarben sind blau/weiß! Wie kann er das mit seinem Gewissen vereinbaren?
15:59
in Dortmund gibt es auch einen Eishockey Club der den Besuch nötiger hätte