Iserlohn Roosters wollen fünf Sterne des DEB für ihren Nachwuchs

Bei den Young Roosters arbeitet Axel Müffeler.
Bei den Young Roosters arbeitet Axel Müffeler.
Foto: IKZ

Iserlohn.. Wenn das Eis abgetaut ist, kommen die Handwerker. Jeden Sommer gibt es in der Eissporthalle am Seilersee gut zu tun, auch in der Nachwuchsabteilung. So bauen die Young Roosters derzeit in ihrem Kabinentrakt um, doch der wirklich großen Baustelle widmen sie sich erst, wenn der Betrieb auf dem Eis wieder angelaufen ist.

Das Stichwort lautet „Fünf-Sterne-Konzept des DEB“. Nur Vereine, deren Nachwuchs in den verschiedenen Altersstufen vorgegebene Rahmenbedingungen erfüllt, können auf fünf Sterne kommen, die von der Saison 2016/17 an die Zulassungsvoraussetzung für die Deutsche Nachwuchs-Liga (DNL) sind. Axel Müffeler, bei den Young Roosters der sportliche Leiter für die Mannschaften bis U14 und zudem für das Marketing verantwortlich, ist vom Konzept des Verbandes grundsätzlich überzeugt. „Ich finde das gut. Es ist in der Vergangenheit viel geredet worden, aber jetzt gibt es klare Vorgaben, die durchaus nachvollziehbar sind“.

Aktuell nur Voraussetzungen für zwei Sterne

Im Anfängerbereich geht es los. Hier wird ein Rekrutierungskoordinator vorgeschrieben, und diese Funktion soll Tim Schneider übernehmen. Der Verein plant einen Sichtungstag am 16. August (Kids Icehockey Day), und es wird über einen neuen Ansatz in der Eislaufschule nachgedacht. „Es wäre zu überlegen, ob man das nicht mit der EG Iserlohn zusammen macht. In Krefeld etwa arbeiten Eishockey und Eiskunstlauf auf dieser Ebene schon seit Jahren gut zusammen“, erläutert Müffeler. An der Basis sowie in der Altersstufe U12 und U14 sehen sich die Iserlohner gut aufgestellt für jeweils einen Stern, aber dann beginnen die Probleme. „Wir haben einfach zu wenig Eiszeit. Wenn wir in der kommenden Saison nicht fünf Stunden mehr erhalten, werden wir die Anforderungen des DEB nicht erfüllen können“, skizziert Müffeler das Problem.

Derzeit laufen Gespräche auf allen Ebenen, aber die Lösung ist schwierig. Schließlich treffen am Seilersee viele Interessen aufeinander. Eiskunstläufer pochen ebenso auf ihr Recht wie die Hobbymannschaften, und das öffentliche Laufen soll auch nicht zu kurz kommen. Ein Ausweichen nach Unna hilft nicht weiter. Der Verband schreibt vor, dass Zeiten am Standort des Vereins zur Verfügung stehen müssen.

„Auch daran sieht man, wie dringend eine zweite Eisfläche benötigt wird“, sagt Müffeler, für den fehlende Trainingszeiten das elementare Problem auf dem Weg zu den fünf Sternen sind. „Den Rest kriegen wir gestemmt“, verweist er auf die Infrastruktur in der Halle oder die Verpflichtung eines Athletiktrainers. Vier Sterne müsste man in der kommenden Saison erreichen, um nach der Überprüfung des Umfeldes grünes Licht für eine DNL-Bewerbung er erhalten.

Sicher ist, dass der Wunsch nach höherer sportlicher Qualität teuer wird. Fünf weitere Stunden würden den Verein auf die Saison hochgerechnet rund 40 000 Euro kosten. Geld, das zusätzliche erwirtschaftet werden muss. Womit Müffeler, der an der Kölner Sporthochschule Sportmanagement studiert hat, in seiner zweiten Aufgabe als Marketingchef gefordert ist.

Weiterer Botschafter der Young Roosters

„Die Stadt hat ihre Zuschüsse reduziert, so dass wir jetzt pro Saison rund hunderttausend Euro selbst akquirieren müssen“, sagt der 32-Jährige. Daher ist es hilfreich, dass der Kreis der Young-Roosters-Botschafter, die den Verein mit mindestens 5000 Euro pro Jahr unterstüzen, ein neues Mitglied bekommen hat: Die Firma Glüh-Tec. Müffeler: „Wir müssen unseren Sponsorenkreis erweitern, wenn wir wirklich in die DNL wollen, und wir brauchen natürlich die Unterstützung der Roosters“. Unlängst wurde bei der Mitgliederversammlung des IEC die Beitragserhöhung beschlossen, von der ganz wesentlich der Nachwuchs profitieren soll. Denn eines ist den Verantwortlichen der Profis wie der Jugendabteilung klar: Eine konsequente Nachwuchsarbeit muss das Ziel haben, von Zeit zu Zeit dem Profikader Talente zuzuführen. „Deshalb brauchen wir die DNL, und deshalb müssen wir alles für die fünf Sterne tun“, sagt Axel Müffeler