Iserlohn Roosters verteidigen Torwart Mathias Lange

Ist sauer: Roosters-Boss Wolfgang Brück.
Ist sauer: Roosters-Boss Wolfgang Brück.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Das WM-Aus für Mathias Lange sorgt für hitzige Debatten in Österreich. „Ich kann diese Aussagen nicht nachvollziehen“, kritisiert Wolfgang Brück, Boss der Iserlohn Roosters, nun das Verhalten des österreichischen Verbandes.

Iserlohn.. Irgendwann reichte es Wolfgang Brück. Das, was der Boss der Iserlohn Roosters aus Österreich über seinen Torwart hören und lesen musste, ließ ihm das Blut durch die Adern schießen. Vor Wut. „Ich werde nicht zulassen, dass man Mathias Lange in der Öffentlichkeit nachsagt, dass es ihm an Begeisterung fehle, für Österreich aufs Eis zu gehen“, teilte Brück deshalb am Donnerstag via Pressemitteilung des Klubs aus der Deutschen Eishockey Liga mit - und mischte sich damit wortgewaltig in einen Disput ein, der in der Alpenrepublik derzeit für Schlagzeilen sorgt. Schließlich leistet sich Team Austria den Luxus, bei der Eishockey-WM auf einen der besten Goalies der DEL zu verzichten. Freiwillig.

Der Österreichische Eishockeyverband hatte die Nummer 1 zwischen den Pfosten der Sauerländer überraschend aus seinem Kader für die Weltmeisterschaft vom 1. bis 17. Mai in Tschechien gestrichen. Als Grund gab der Verband an, dass Lange nicht an allen Trainingslagern vor dem Beginn der Titelkämpfe habe teilnehmen wollen. Außerdem erklärte Teamchef Daniel Ratushny, dass dem 29-Jährigen die Begeisterung fehle, für Österreich anzutreten. „Es sollte Privileg und Ehre zugleich sein. Er hatte eine schwierige Saison, das Timing passt nicht“, sagte der Kanadier.

„Ich kann diese Aussagen nicht nachvollziehen“

Äußerungen sind das, welche Wolfgang Brück nicht unkommentiert stehen lassen wollte. „Ich kann diese Aussagen nicht nachvollziehen“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter der Roosters. „Ich weiß, dass es die Zusage von Mathias Lange gegeben hat, an allen zwischen beiden Seiten vereinbarten Vorbereitungslehrgängen der Nationalmannschaft teilzunehmen. Für ihn war und ist es immer eine besondere Ehre für sein Heimatland auf dem Eis zu stehen.“ Saison-Einzelkritik

Der Goalie selbst wollte sich im Gespräch mit dieser Zeitung nicht mehr detailliert zu seiner Ausbootung äußern. „Wer mir mangelnde Einstellung nachsagt, lügt und beschädigt meinen Ruf“, sagte Lange. Vielmehr gehe es darum, dass er zwischen zwei Lehrgängen seinen knapp einen Monat alten Sohn Max-Louis und seine Frau Michelle nach New Jersey/USA habe begleiten wollen. Dort lebt die Familie, wenn sie nicht wie derzeit in Iserlohn ist.

Kapitel Nationalmannschaft noch nicht abgeschlossen

Die Kosten des Kurztripps sollte der Verband übernehmen, weil dieser einen späteren Einstieg Langes in die WM-Vorbereitung ablehnte. Zankpunkt: Rund 800 Euro. „Ich bin sehr enttäuscht, dass ich nicht dabei sein darf. Mir geht es nicht um die Kosten für ein Ticket, sondern ums Prinzip“, sagte Lange, dessen Knieverletzung ausgeheilt ist. Komplett abgeschlossen sei das Kapitel Nationalmannschaft für ihn aber nicht: „Von meiner Seite geht es nur um die WM.“