Iserlohn Roosters starten zügig in die Kaderplanung

Die enttäuschten Spieler der Iserlohn Roosters nach dem 1:6 in Ingolstadt.
Die enttäuschten Spieler der Iserlohn Roosters nach dem 1:6 in Ingolstadt.
Foto: dpa
Nach dem Play-off-Aus ist vor der neuen Saison in der Deutschen Eishockey Liga: Bei den Roosters beginnt noch in dieser Woche die Kaderplanung.

Ingolstadt/Iserlohn.. Flupp - macht es. Und noch einmal - flupp. Einen Augenblick später schlurft Boris Blank mit zwei geöffneten Bierflaschen in der einen und dem Trageriemen der geschulterten Tasche in der anderen Hand hinaus aus der Ingolstädter Arena. Einige seiner Mannschaftskollegen sitzen bereits im Bus, andere packen in der Kabine ihre letzten Sportsachen zusammen oder nehmen sich noch etwas Wegzehrung mit. Bis auf das Öffnen oder Klirren der Flaschen herrscht Stille.

Playoff-Nachlese Keine laute Partymusik, keine ausgelassene Polonaise wie nach dem sechsten Spiel. Die Iserlohn Roosters sind nach diesem siebten und finalen Duell mit dem ERC ausgeschieden aus den Play-offs der Deutschen Eishockey Liga. Ihr Traum vom Halbfinale ist geplatzt. Mit Krawumm. „Muss sein“, sagt Boris Blank im Weggehen, hebt die Flaschen hoch und murmelt traurig: „1:6 - wir waren zweimal nah dran am Auswärtssieg, aber heute waren wir schlechter.“

Trotzdem empfangen die nach Oberbayern mitgereisten Fans der Sauerländer jeden ihrer Spieler, welchen die Arena-Katakomben ausspucken, mit warmem Applaus. Sie sind stolz auf die Mannschaft, die zwar dieses eine Spiel verdient verlor, die den amtierenden deutschen Meister aber die Angst vor dem Play-off-Aus’ gegen den Außenseiter spüren ließ. Und die mit ihren Auftritten in der Hauptrunde begeisterte.

Baustelle Kontingent-Spieler

„Wir können stolz sein“, sagt Trainer Jari Pasanen, „aber erstmal bleibt diese Niederlage hängen.“ Bis zur Saison-Abschlussfeier am Freitag mit den Fans, „die sich das verdient haben, weil sie uns super unterstützt haben“, sagt Pasanen. Bis zu den ebenfalls ab Freitag anstehenden Gesprächen zwischen sportlicher Leitung und Spielern, in denen der Blick auf die Zukunft gerichtet wird.

Playoff-Aus Denn Pasanen und Manager Karsten Mende stehen nun vor der Aufgabe, zum einen die Euphorie der vergangenen Serie für die neue zu konservieren. Zum anderen müssen sie den Kader optimieren und Personalentscheidungen treffen. „Wir brauchen neue Spieler“, sagt Jari Pasanen bereits kurz nach der Niederlage in Ingolstadt, „die Suche fängt morgen an.“

In die Karten lässt er sich natürlich nicht schauen. „Aber die Verhandlungen werden hart“, sagt Pasanen mit Blick auf das vermutlich etwas erhöhte, aber dennoch generell enge Finanzbudget. Chad Bassen, Ryan Button, Dylan Wruck, Mathias Lange (alle zwei Jahre), Kevin Lavallée, Colten Teubert, Brooks Macek, Dieter Orendorz (alle noch ein Jahr) und Marko Friedrich (bis 2018) besitzen noch Verträge oder einigten sich mit dem Klub bereits auf eine Verlängerung. Von den deutschen Akteuren sind aktuell nur Sean Sullivan, Boris Blank, Daniar Dshunussow und Thomas Ower vertragslos. Als größte Baustelle offenbart sich deshalb die Abteilung der Kontingent-Spieler, deren Kontrakte bis auf den von Nick Petersen (bis 2016) alle ausgelaufen sind.

Raedeke verlässt Roosters

Während die Roosters um den Verbleib von Chris Connolly kämpfen, sich von Mike York, Brodie Dupont, Cody Sylvester, Richard Jares und Jonas Liwing nur ungerne trennen dürften, scheint die Zukunft von Derek Whitmore, Alex Foster und besonders Jeff Giuliano am Seilersee ungewiss zu sein. Fest steht, dass Brent Raedeke den Klub in Richtung Nordamerika oder Adler Mannheim verlässt und dass Collin Danielsmeier über ein Ende seiner Karriere nachdenkt. „Ich hoffe, wir bleiben einstellig, was Zugänge betrifft“, sagt Pasanen.

Damit die kommende Saison nicht nur mit einem stillen flupp, flupp endet.