Ein Roosters-Wirbelsturm fegt die Kölner Haie vom Eis

Es wurde an diesem Abend nicht nur Eishockey gespielt, gegen Ende des ersten Drittels gab es eine Keilerei, die mit saftigen Strafen für beide Teams endete.
Es wurde an diesem Abend nicht nur Eishockey gespielt, gegen Ende des ersten Drittels gab es eine Keilerei, die mit saftigen Strafen für beide Teams endete.
Foto: Michael May IKZ
Was wir bereits wissen
Die Iserlohn Roosters haben dem rheinischen Rivalen in der DEL die Grenzen aufgezeigt: Mit 7:1 fügte man den Kölner Haien die höchste Niederlage bei.

Iserlohn.. Als Jari Pasanen nach dem ersten Drittel in die Kabine geht, liegt seine Stirn ein wenig in Sorgenfalten. Trotzdem. Obwohl seine Iserlohn Roosters mit 3:0 gegen die Kölner Haie führen und ziemlich eindrucksvolle 20 Minuten auf das Eis zauberten. Diese Keilerei, diese Rauferei Sekunden vor der Sirene lässt den Trainer des Klubs aus der Deutschen Eishockey Liga noch grübeln.

Denn so wie drei Kölner für knapp eine Viertelstunde von der Strafbank aus zuschauen müssen, ergeht es auch drei Iserlohnern - Mike York, Nick Petersen und Ryan Button. Ein Trio, das für spielerische Klasse, für Torgefahr und Leidenschaft steht. Ein Trio, dessen auch nur 14-minütiges Fehlen ein Spiel zu Ungunsten der Roosters kippen lassen kann.

Mit einem Grinsen in die Kabine

Als Jari Pasanen zwei Drittel später in die Kabine geht, grinst der Trainer. Zufrieden. Begeistert. Denn seine Mannschaft spielt auch ohne die Drei einfach weiter. Unbekümmert, zielstrebig, torhungrig. Sie gibt den Gästen eine Eishockey-Lehrstunde, an deren Ende ein 7:1-Sieg steht - es ist die höchste Saisonniederlage des Vizemeisters. Und weitere drei wichtige Punkte im Kampf um die Play-offs. Auch ohne die verletzt fehlenden Jeff Giuliano, Colten Teubert, Derek Whitmore und Collin Danielsmeier laufen die Sauerländer den Haien den Schneid von Beginn an ab. „Wir waren bestens vorbereitet“, war Pasanen nach dem Spiel mehr als zufrieden. „Bei uns hat heute alle geklappt, so ein Spiel hat man nicht oft, ich bin sehr glücklich darüber“, ließ der Finne erkennen, wie wichtig dieser Sieg gegen einen direkten Konkurrenten war.

Die Roosters heizen die bei Derbys stets emotional aufgeladene Atmosphäre in der ausverkauften Eishalle schnell mit Toren an. Brooks Macek (6. Minute), Brent Raedeke (14.) und Chad Bassen (18.) sorgen für die – eigentlich – beruhigende Drittelführung.

Selbst der anschließende Torwartwechsel der Haie bleibt wirkungslos. Die Roosters wirbeln weiter – und lassen durch Dylan Wruck den Treffer zum 4:0 folgen (23.).

Der Kölner Treffer kommt zu spät

Sind das die Kölner Haie, die in der vergangenen Saison erst in der Finalserie die deutsche Meisterschaft verspielten, fragen sich viele Fans? Und als von der Stehplatztribüne bereits kurz nach der Hälfte der Spielzeit das „Sauerland-Lied“ inbrünstig intoniert wird, stehen die Kölner zum dritten Mal in dieser Serie als Verlierer des Duells mit den Roosters fest. Weil Brooks Macek und Boris Blank auf 6:0 erhöhen.

Der Anschlusstreffer von Marcel Ohrmann zum 1:6 (39.)? Auch er lässt das Spiel nicht mehr kippen. Denn da ist Chris Connolly, der noch einen drauf legt (57.). Es ist ein Spiel, welches sogar die erste positive Nachricht des Tages überstrahlt. Morgens gaben die Sauerländer die Vertragsverlängerung von Ryan Button um zwei Jahre bekannt gegeben. „Ryan hat uns alle überrascht, wie erwachsen er bereits zu spielen im Stande ist“, sagt Jari Pasanen. Und wenn es sein muss, scheut der 23-Jährige auf dem Eis auch ein Duell ohne Helm, Schläger und Handschuhe nicht.