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Krefeld Pinguine stellen sich auf Ehrhoff-Mania ein

18.09.2012 | 18:35 Uhr
Krefeld Pinguine stellen sich auf Ehrhoff-Mania ein
Kommt aus der NHL von den Buffalo Sabres zu den Pinguinen aus Krefeld in die DEL: Christian Ehrhoff.

Krefeld.   In Krefeld werden die Eishockey-Fans bald mit Ehrhoff-Schals, Ehrhoff-T-Shirts und Ehrhoff-Kappen rumlaufen. Die Pinguine holen den deutschen Eishockey-Nationalspieler Christian Ehrhoff von Buffalo Sabres und profitieren vom Lockout NHL. In Ehrhoffs Heimat freut man sich auf den Sohn der Stadt.

Auch Millionen-Männer haben Probleme mit dem Alltag. Der schwarze Aston Martin DB9 von Christian Ehrhoff hat noch ein Saison-Kennzeichen. Zwölf Zylinder, 456 PS, 302 Stundenkilometer Höchstgeschwindigkeit. Der Eishockey-Profi wird nun zum Krefelder Straßenverkehrsamt müssen, um seinen Sportwagen für das ganze Jahr anzumelden. Schließlich spielt der 30-Jährige ab sofort in der DEL für die Krefeld Pinguine.

Er macht es, glaubt man den Krefeldern: Umsonst.

Warum? Rick Adduono, der kanadische Trainer der Pinguine , versucht es mit dieser Erklärung: „He is a Krefeld boy.“ Ehrhoff, der Krefelder Junge, der von dort in die Eishockeywelt zog. 2003 gewann der Verteidiger mit dem Außenseiter noch die deutsche Meisterschaft, dann unterschrieb er in der nordamerikanischen Profiliga NHL. 639 Spiele, 65 Tore und 227 Vorlagen später hat er in diesem Sommer einen Vertrag bei den Buffalo Sabres unterschrieben: 40 Millionen Dollar für zehn Jahre.

Fünf Millionen für eine Unterschrift

Dann kam der Lockout: Klubs und Spielergewerkschaft bekamen sich bei den Verhandlungen zum neuen Tarifvertrag in die Haare , und die Klubs sperrten die Spieler aus. Die Profis machten sich auf die Suche nach neuen Klubs. Ehrhoff landete in Krefeld.

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Cortina von Ehrhoff-Rückkehr begeistert

Die Rückkehr zu den Krefeld Pinguinen war für Eishockey-Star Christian Ehrhoff eine Herzensangelegenheit. Auch Neu-Bundestrainer Pat Cortina freut sich über die Rückkehr des NHL-Spielers.

Während der Aussperrung müssen die Klubs keine Gehälter zahlen. Aber auch bei m Thema Geld hat Ehrhoff alles richtig gemacht: Er hatte einen sogenannten Signing Bonus ausgehandelt. Heißt übersetzt: Allein für die Unterschrift unter den neuen Vertrag garantierten ihm die Sabres fünf Millionen Dollar. Diese Prämien werden auch in Zeiten der Aussperrung gezahlt. Ehrhoff hat also keine Geldprobleme.

Die Pinguine schon.

Wie alle DEL-Vereine rechnen sie mit jedem Euro. Und da Ehrhoff angeblich kein Gehalt fordert, müssen die Pinguine für die Verpflichtung ihres neuen Stars pro Monat nur rund 20 000 Euro zahlen. Dies ist die Summe für die Versicherung, die die NHL-Klubs als Absicherung für ihre Profis zur Bedingung machen.

Wolfgang Schulz vom Aufsichtsrat der Pinguine erklärt, wie der Klub diese Summe stemmt: Ein Teil soll aus Fan-Aktionen finanziert werden, einen Teil soll die Krefelder Wirtschaft übernehmen, und dazu bringen die Gesellschafter eine bisher noch nicht bekannte Summe auf. „Christian hätte auch in Schweden, Finnland oder Russland einen Klub finden können“, sagt Schulz. „Ich bin sehr stolz, dass er sich für Krefeld entschieden hat.“

„Freitag werde ich nervös sein“

Für Ehrhoff selbst gab es dabei aber eigentlich nie eine andere Variante. „Um Angebote weiterer Klubs habe ich mich erst gar nicht gekümmert“, versichert er. Man glaubt ihm sofort. Wozu hätte er auch suchen sollen? Um in Wladiwostock oder Nowosibirsk noch eine halbe Millionen zusätzlich zu den 40 aus Buffalo zu verdienen?

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Der letzte Test der DEG ging daneben

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Ehrhoff hat seit Jahren eine Wohnung in Krefeld, er verbringt nach der NHL-Saison jeden Sommer in Krefeld. Er ist in jedem Jahr beim Sommertraining der Pinguine dabei und bringt sich in Form. „Meine Frau und meine beiden Töchter sind auch hier“, sagt er gestern bei seiner Vorstellung in Krefeld. „Meine ältere Tochter geht in Krefeld in den Kindergarten.“ Was soll der Mann in Russland oder Finnland?

Er war nur kurz in den USA, um einige Dinge rund um die Aussperrung zu regeln. Am Dienstagmorgen um sechs Uhr landete er dann in Düsseldorf, um zehn Uhr stand er bereits in Krefeld zum Training auf dem Eis, am Freitag macht er sein erstes Spiel gegen die Hamburg Freezers. „Eigentlich bin ich vor Spielen nicht nervös“, sagt er. „Freitag werde ich nervös sein.“

Die Krefelder haben mit 4500 Zuschauern pro Spiel kalkuliert. Sie hoffen nun auf 500 mehr pro Partie. Es wird Ehrhoff-Schals geben, Ehrhoff-T-Shirts und Ehrhoff-Kappen. Ehrhoff-Sportwagen für alle wird es dann allerdings doch nicht geben.

Ralf Birkhan



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