Europarekord für die DEG: Die DEL hofft auf einen Schub

Über 50.000 waren beim Winter Game in Düsseldorf
Über 50.000 waren beim Winter Game in Düsseldorf
Was wir bereits wissen
Nach über 50.000 Zuschauern beim Winter Game in Düsseldorf hofft der deutsche Eishockeysport auf einen nachhaltigen Effekt.

Düsseldorf.. Ein Heimsieg im Jahrhundert-Derby über Köln. Dass der nicht an der frischen Luft gelang – geschenkt. Das Winter Game in der Stockumer Arena setzte Maßstäbe, wenngleich das Spiel mit Winter so gar nichts gemein hatte. Der Event-Charakter war an diesem Nachmittag extrem wichtig und da haben die Verantwortlichen eigentlich alles richtig gemacht – und setzten mit 51 125 Zuschauern zudem einen neuen Europarekord für Eishockey-Ligaspiele. Wegen Regens und Sturmböen von über 85 Stundenkilometern musste das Dach – vor allem auch aus Sicherheitsgründen – zwar geschlossen bleiben und im Inneren herrschten Temperaturen von knapp unter 20 Grad Celsius, doch „es war ein echtes Eishockey-Fest“, betonte DEL-Geschäftsführer Gernot Tripcke. „Es ist klar, dass es kein Selbstläufer ist, über 50 000 Zuschauer ins Stadion zu bringen. Das schaffen in Deutschland nur die Top-Clubs im Fußball.“

Im weltweiten Ranking hat sich die DEG mit ihrem Winter Game zudem auf dem 14. Platz geschoben. Unter anderem war das Eröffnungsspiel der Weltmeisterschaft „Auf Schalke“, als Deutschland die us-amerikanische Auswahl überraschend mit 2:1 besiegte, mit 77 803 Fans besser besucht. Spiele dieser Ausmaße gehören in Nordamerika seit längerem zu wichtigen Marketinginstrumenten. Schon 2007 installierte die Profiliga NHL ihr „Winter Classic“, weil es auf diese Weise gelingt, den Sport noch breiter in die Öffentlichkeit zu transportieren – durch ein Event mit Strahlkraft.

Winter Game DEL hofft auf einen Schub

Am 1. Januar 2014 unterlagen die Detroit Red Wings im Michigan Stadium von Ann Arbor den Toronto Maple Leafs mit 2:3 nach Penaltyschießen. Dabei wurde mit 105 491 Zuschauern ein neuer Weltrekord für eine Eishockeypartie aufgestellt. In Anlehnung an das bisherige Rekordspiel The Big Chill at the Big House, ein Punktspiel am 11. Dezember 2010 der College- und Universitätssportliga National Collegiate Athletic Association (NCAA) unter freiem Himmel zwischen den Universitätsmannschaften der University of Michigan und der Michigan State University, bekam das NHL Winter Classic 2014 den Untertitel The Big House. Nachdem zunächst eine Zuschauerzahl von 113 411 Besuchern bekannt gegeben wurde, stellte das Guiness-Buch der Rekorde bei dem NCAA-Spiel mit 104 173 Zuschauern einen bis dato gültigen Weltrekord für Zuschauer eines Eishockeyspiels fest.

In der DEL hofft man mit dem neuen Europarekord auf einen Schub für den Pucksport. Verteidiger Moritz Müller von den unterlegenen Kölner Haien brach daher unmittelbar nach dem Winter Game eine Lanze für seine Sportart. „Ich denke schon, dass wir hier ein Zeichen gesetzt haben. Aber wir haben in Deutschland eben diese Fußball-Dominanz. Da überträgt man lieber ein Drittliga-Fußballspiel nochmal in der Wiederholung, statt Eishockey zu zeigen. Hier hat man aber gesehen, dass es das Eishockey verdient hat, auch öfter im Mittelpunkt zu stehen.“

Kreutzer Dezember-Spieler des Monats

Winter Game Erst im November durfte sich DEG-Keeper Tyler Beskorowany nach über vier Jahren als erster Düsseldorfer über die Auszeichnung als DEL-Spieler des Monats freuen. Nun folgt direkt der nächste. Kein geringerer als Kapitän Daniel Kreutzer auf seinen Teamkollegen als Spieler des Monats. Mit sieben Toren und vier Vorlagen krönte sich das Eigengewächs im Dezember bekanntlich zum DEL-Rekordtorschützen und wurde dafür von der Fachzeitschrift Eishockey News per Fanvoting und Expertenwahl ausgezeichnet.

„Ich hoffe natürlich, dass es nicht nur für mich, sondern auch für das ganze Team so gut weitergeht“, betont Daniel Kreutzer. Und sein Bruder und Cheftrainer Christof erklärt: „Das zeigt, dass wir insgesamt einen guten Schritt nach vorne gemacht haben. Denn es ehrt die ganze Mannschaft, die zu einem Spieler immer dazugehört. Er hat die Mannschaft mitgezogen und es daher mehr als verdient.“