Die DEG sucht den Weg zurück zur alten Powerplay-Stärke

Foto: Birgit Häfner
Was wir bereits wissen
Die DEG will sich am Donnerstagabend im Rather Dome den 2:2-Serienausgleich im Halbfinale gegen Ingolstadt erkämpfen. Vor allem im Überzahlspiel ist noch Steigerungspotenzial vorhanden.

Düsseldorf.. Über 12 000 Tickets sind bereits verkauft, nur noch 200 Restkarten sind erhältlich: Der Rather Dome wird am Donnerstagabend (19.30 Uhr, LIVE bei uns im Ticker) im vierten Halbfinalmatch zu einem Hexenkessel werden. Und mit der Unterstützung der Fans wollen die DEG-Eishockeycracks nach der unglücklichen 2:3-Verlängerungsniederlage Dienstagabend in Ingolstadt nun den Serienausgleich erkämpfen. „Wir liegen jetzt 1:2 hinten. Das war gegen Hamburg ähnlich und wir haben es dennoch hinbekommen“, betont Cheftrainer Christof Kreutzer.

Jedoch dürfte besonders die Entscheidung beim dritten Gegentor, das zur knappen Niederlage in der Overtime geführt hatte, sowohl bei ihm als auch bei der Mannschaft für leichte Magenverstimmungen gesorgt haben. Der Puck war beim Siegtreffer zwar vor Patrick Hager im Torraum, so dass der ERC-Angreifer hinein durfte. Allerdings wurde Tyler Beskorowany beim Nachstochern leicht behindert und rückwärts ins Gehäuse gedrängt.

Halbfinale - Spiel 3 Es war nicht das erste Mal: Bereits beim zwischenzeitlichen 2:1 behinderte Ingolstadts John Laliberte den überragenden DEG-Keeper, indem er mit dem Schläger hakte und mit dem linken Bein blockierte, so dass Dustin Friesen unbeschwert einschießen konnte. Im Regelwerk steht unter Punkt 95, Absatz 3: Ist ein angreifender Spieler im Torraum, während der Puck ins Tor geht, und behindert er den Torhüter in keiner Weise, zählt das Tor. Wird der Keeper somit in irgendeiner Form am Abwehren der Torchance gehindert, muss das Spiel abgepfiffen werden. Dieser Pfiff blieb jedoch aus.

Kreutzer verärgert nach irregulärem Gegentor

Und selbst als die DEG-Spieler Manuel Strodel, Kapitän Daniel Kreutzer und eben Beskorowany auf die Schiedsrichter einredeten, wollte das Duo den Videobeweis nicht zu rate ziehen. „Es gibt ihn, dann sollte man ihn auch nutzen. Ich denke, lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig!“ betont Coach Kreutzer. „Eigentlich soll man sich auf Schiedsrichter-Entscheidungen verlassen. Aber wenn man sich im Nachhinein Bilder anguckt, sollte man manchmal vielleicht doch heftiger auf einen Videobeweis bestehen. Es ist kein leichter Job, Schiedsrichter zu sein. Ich hoffe, sie lernen daraus genauso wie wir.“ Schiedsrichter-Beobachter Holger Gerstberger war am Mittwoch übrigens nicht für eine Stellungnahme erreichbar.

Düsseldorf. Die Niederlage jedoch allein auf die (Fehl-)Entscheidungen der Schiedsrichter zu schieben, wäre ohnehin zu einfach. Oft genug hieß es erneut DEG-Keeper Tyler Beskorowany gegen Ingolstadt – zumeist mit dem DEL-Torhüter des Jahres als Sieger. Immer wieder bügelte der 24-jährige Kanadier leichte Patzer seiner Vorderleute aus und trieb die gegnerischen Angreifer an den Rand der Verzweiflung. In der Verlängerung waren die Rot-Gelben dann zwar sogar mehr am Drücker als die Hausherren, in der Abwehr standen die Rot-Gelben jedoch erneut zu löchrig und spielten teils zu risikoreiche Pässe.

Nur 12,2 Prozent der Powerplays bringen Torerfolg

Im Angriff versprüht das Team hingegen besonders in Überzahl nicht mehr die Torgefahr von einst. In der Hauptrunde war die DEG mit 22,5 prozentiger Erfolgsquote noch die zweitgefährlichste Mannschaft und traf in fast jedem vierten Powerplay. In den Playoffs ist die Quote jedoch auf unterirdische 12,2 Prozent zurückgegangen. Nur die in der ersten Play-off-Runde ausgeschiedenen Krefelder wiesen einen noch schlechteren Wert auf. Die Düsseldorfer schießen zu wenig aufs Tor. Immer wieder wird der Puck und die Verantwortung hin und her geschoben, anstatt die Scheibe zum Tor zu bringen und auf Abpraller zu gehen.

Mit den Fans im Rücken soll es nun jedoch wieder klappen. Der Dome muss wie schon im Viertelfinale gegen die Hamburg Freezers zur Festung werden. Denn mit einem erneuten Erfolg könnten sich die Ingolstädter zwei Matchbälle sichern und hätten Samstag beim ersten Endspiel sogar Heimrecht. „We have to protect our house“ (wir müssen unser zu Hause beschützen) – dieses Motto ziert in roten Buchstaben auf blauem Banner schließlich auch die Kabine der DEG.