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Zwischen Platz zwei und acht

10.03.2010 | 23:20 Uhr
Zwischen Platz zwei und acht

Die Gemütslage bei DEG-Cheftrainer Harold Kreis durfte man gestern nach dem Frühtraining durchaus als aufgeräumt bezeichnen. Nicht nur die 1:4-Niederlage bei den Mannheimer Adlern am Dienstagabend war abgearbeitet. Auch die Tatsache, dass der 51-jährige Deutsch-Kanadier nach der laufenden Saison die Klubfarben wechselt - von der DEG zu seinem langjährigen Ex-Verein Adler Mannheim. „Ich habe mit den Spielern gesprochen. Das Thema ist vom Tisch!“ so Kreis gestern im NRZ-Gespräch.

Der Coach stimmte seine Mannen auf den Vorrundenendspurt und die anstehenden Play offs ein: „Wir kämpfen um die Meisterschaft, sind aber nur dann stark, wenn wir Einsatz und Leidenschaft so in die Waagschale werfen, das nach dem Match nichts mehr von dem übrig bleibt, was man einsetzen kann.“

Davon waren die Rot-Gelben in Mannheim am Dienstagabend ein gutes Stück entfernt. Neben individuellen Patzern, die zu den Gegentoren geführt hatten, war vor allem die erneute Ladehemmung vor dem gegnerischen Gehäuse auffällig. In nur einer von zuletzt acht Partien schaffte man mehr als zwei Treffer. „Wir schießen zu wenig Tore. Viele Spieler arbeiten derzeit nur in Teilzeit. Ich sehe sportlich einen Abwärtstrend, der mir Sorgen macht“, kritisierte Manager Lance Nethery in großflächiger Manier.

Für den Kanadier steht deshalb nicht die Trainerfrage im Fokus. Sondern das Vorhaben, die Saison nicht in einen fatalen Misserfolg münden zu lassen. Fünf Vorrundenspiele sind noch Zeit, sich die möglichst beste Ausgangsposition für die Play offs zu verschaffen. Platz zwei hinter Titelverteidiger Eisbären Berlin ist immer noch drin. Rang acht und der damit verbundene Umweg über die Play-off-Qualifikation aber auch.

Letztendlich geht es nicht nur um sportlichen Erfolg, sondern auch um finanziellen Gewinn. Und da könnten die Play offs für die DEG erneut der kleine Rettungsanker für manch ein Sponsoren- und Zuschauereinnahmeloch sein - wenn man denn ähnlich marschiert wie im Vorjahr, als am Ende fast 80 000 Zuschauer in acht Heimspielen und eine Einnahme von rund 1,5 Millionen Euro verbucht werden konnten.

Nun darf man den profisportlichen Unwägbarkeiten zum Trotz nicht auch gleich mit der Maximaleinnahme kalkulieren. Seit Jahren sind die Play offs für die DEG ein wichtiges, aber faktisch nicht eingeplantes Zubrot.

Die Trainersuche wird Manager Nethery deshalb nicht umgehend aufnehmen. „Die nächste Saison startet erst im September“, verweist er auf genügend Zeit, die ihm bleiben wird. Und vom Etat hängt ab, ob’s eine preiswerte oder gleichwertige Alternative zu Harold Kreis wird.

Apropos Kreis: Der steckte vor zwei Jahren bei seinem Engagement in der Schweiz in einer ähnlichen Situation. Vor den NLA-Play-offs hatte der Ex-Nationalverteidiger bei der DEG einen Vertrag unterschrieben. Und marschierte anschließend mit den ZSC Lions zur Meisterschaft. „Der gleiche Ausgang in diesem Jahr wäre doch toll, oder?“ sagt Kreis. Morgen (19.30 Uhr, Dome) gegen die Iserlohn Roosters geht es aber erst einmal darum, die Ausgangsposition wieder zu verbessern.

Michael Ryberg

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