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Eishockey

Wenn die blassen Sterne funkeln

17.03.2009 | 11:44 Uhr

Düsseldorf. Die DEG schüttelte spät die psychologische Müdigkeit ab. Und ist gegen die Krefeld Pinguine vor dem dritten Viertelfinale am Dienstag um 19.30 uhr im Dome nun mental im Vorteil.

Beim Wort „Müdigkeit” im Zusammenhang mit Profisport reagiert DEG-Manager Lance Nethery gern empfindlich. Der Kanadier hasst die Diskussion darüber, ob Rot-Gelb im Eishockey-Play-off-Viertelfinale gegen die Krefeld Pinguine die Kraft ausgehen könnte. Weil man bisher stets nur mit drei Fünfer-Blöcken operiert, die Schwarz-Gelben aber gleich vier Spieler mehr für ihre physisch opulente Gangart beschäftigen.

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Auch Nethery setzt auf Grün

Am Rande der Bande: Irland feiert am Dienstag den St. Patrick's Day

Grün soll heute eine Glücksfarbe sein. DEG-Manager Lance Nethery warb jedenfalls in der Geschäftsstelle für den heutigen St. Patrick's Day. Und natürlich für die traditionellen grün-weißen Stoffhüte mit Kleeblättern, die am 17. März gern getragen werden. Der Nationalheilige Irland war erster christlicher Missionar auf der grünen Insel. „Meine Vorfahren stammen aus Irland. Deshalb mag ich den Feiertag sehr”, verriet der Kanadier gestern.

Nicht nur in Dublin oder Belfast, auch in Nordamerika wird St. Patrick gefeiert. In Chicago färben sie ihren Fluss sogar grün, anderenorts gibt es grünes Bier. Die Toronto Maple Leafs tauschen das blaue gegen ein grünes Dress. Letzteres wird heute bei der DEG nicht zu sehen sein. Ist vielleicht auch gar nicht so schlecht. Grün gilt beispielsweise im englischen Fußball seit einem Jahrhundert als Verliererfarbe. Nur drei (!) der 92 Profivereine laufen in einem grünen Heimdress auf. miry

„Müdigkeit ist eine Ausrede für Niederlagen oder schlechte Leistungen, die ich nie nutzen werde”, betont Nethery. Auch heute Abend (19.30 Uhr, Dome) nicht, wenn sich die DEG und der KEV zum dritten Mal binnen fünf Tagen um den Halbfinaleinzug streiten. Bis gestern Abend waren rund 7500 Vorverkaufskarten abgesetzt worden.

Für Nethery ist die Müdigkeit keine Frage der Physis: „Profisportler haben die Pflicht, körperlich in bester Verfassung zu sein. Dafür werden sie bezahlt.” Der ehemalige NHL-Angreifer der New York Rangers und der Edmonton Oilers fügt an: „Für viele Spieler wie beispielsweise Brandon Reid ist es eher schädlich, weniger zu spielen. Die brauchen den Rhythmus steter Einsätze. Und da wir eh oft mit nur drei Reihen operiert und obendrein vor den Play offs zwölf Tage nicht gespielt haben, dürfte die Kondition eigentlich keine große Rolle spielen.”

Dafür aber die mentale Stärke. Jene, die der Kopf steuert. Wie sich bei der Topreihe mit dem überragenden Patrick Reimer und dem Siegtorschützen Daniel Kreutzer am Sonntagnachmittag zeigte. Bis zum 1:2-Anschlusstor lief, ähnlich wie bei der 2:3-Startheimniederlage am Freitag, kaum etwas zusammen. Reimers Klassesolo mit Torabschluss in den rechten KEV-Gestängewinkel schien eine imaginäre Bremse zu lösen. Die blassen Sterne funkelten plötzlich. „Da waren die schweren Beine weg. Und Krefeld hat merklich gewackelt”, stellte Reimer fest.

Der glückliche 4:3-Verlängerungssieg sollte der DEG einen psychologischen Vorteil verschaffen. Die über weite Strecken besseren Krefelder waren nicht nur auf dem Papier, sondern auch mental der Verlierer des Nachmittags: viel Aufwand, kein Ertrag – und jetzt auch noch das Gastspiel beim wieder erstarkten Rivalen vor der Brust. Die DEG wird, wie am Sonntag in Krefeld, in Bestbesetzung antreten. Und versuchen, die Serie vollends in die richtige Richtung zu lenken.

Übrigens: Auch aus einem statistischen Grund war der Auswärtserfolg an der Westparkstraße wichtig. In den bisher 49 Play-off-Serien, an denen die DEG in der höchsten Eishockey-Spielklasse seit der Saison 1980/81 beteiligt war, wurde nur einmal ein 0:2-Spielrückstand noch in einen Sieg verwandelt. Und zwar im Halbfinale der Meistersaison 1990/91 gegen den Sportbund Rosenheim.

Michael Ryberg

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Kommentare
17.03.2009
22:48
Wenn die blassen Sterne funkeln
von marcusausdus | #1

war wohl nichts mit Vorteil

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