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Eishockey

Nur die „Humba” ging daneben

24.01.2010 | 17:34 Uhr

Düsseldorf. Wie man eine feierliche „Humba” mit den Fans richtig ansagt, hat sich noch nicht bis ins Allgäu herumgesprochen. DEG-Rechtsaußen Patrick Reimer vergaß nach dem 4:2 (2:1, 0:1, 2:0)-Derbysieg über die Krefeld Pinguine erst das zweite Ausrufezeichen.

Dann fragte er die irritierte Sangesschar: „Und was heißt das jetzt?” Tja, da kamen selbst die karnevalserprobten Rot-Gelben unter den immerhin 8520 Zuschauern beim Samstagabend-Eishockey ins Stottern. Gefeiert wurde nach einem spannenden und rassigen Match trotzdem. Auch wenn die „Humba” daneben ging.

Zu verdanken war das einem Unterschenkeltor von Craig MacDonald. „Ich habe das Zuspiel von Adam irgendwie mit dem Schoner reingelenkt. Das war sicher bisher mein glücklichster Treffer in dieser Saison”, gab der ehemalige NHL-Center zu. Trainer Harold Kreis titelte die Kombination hinterher als „Powerplay-Qualität”.

Neun Minuten vor der Schluss-Sirene hatte der Ost-Kanadier aus Nova Scotia jedenfalls eine Partie in die richtige Richtung gelenkt, in der kampfstarke Pinguine über weite Strecken auf Augenhöhe waren. Die ersten zehn Minuten ausgeklammert. Da kamen die Gäste nicht mit, weil die DEG ein irres Tempo an den Abend gelegt hatte.

Vier Tage Puckpause machten sich positiv bemerkbar. Der Auftritt war das genaue Gegenteil jener müden Vorstellung vom 2:1 gegen Frankfurt. Joseph nach einem tollen Zuspiel von Kaufmann und Murphy per Abstauber sorgten für ein schnelles 2:0. Blank schenkte den Gastgebern aber umgehend das 100. Saisongegentor ein.

„Danach sind wir zu sehr in Spielerei verfallen”, kritisierte DEG-Trainer Harold Kreis, „beim Basketball kann man auch nur gewinnen, wenn man auf den Korb wirft.” Es wurde oft zu viel gepasst und gezockt, anstatt geschossen. Manager Lance Nethery sah das genauso: „Gut, dass das Spielfeld eine Bande hat. Sonst hätten einige wohl noch am Rheinufer das Tor des Gegners gesucht.”

Vorneweg natürlich Mittelstürmer Brandon Reid, der mit seinen kunstvollen Kurvensoli stets die Fans begeistert. Aber nicht immer effektiv agiert. Die Rache sollte kurios folgen.

Stockschlag in die Kniekehle

Das von Krefeld und DEG-Keeper Jean-Sebastien Aubin weitgehend dominierte zweite Drittel wurde schon 69 Sekunden vor der Sirene beendet. Schiedsrichter-Assistent Robert Schelewski hatte bei einem Bully in der Mittelzone einen Stockschlag in die Kniekehle abbekommen und war zu Boden gesackt. DEG-Teamarzt Ulf Blecker musste das Außenband in der Kabine per Tapeverband fixieren, damit Schelewski überhaupt weitermachen konnte: „Ihm geht es gar nicht gut. Er ist an der Stelle schließlich schon zweimal operiert worden”, berichtete Blecker. Doch Aumüllers Assistent biss sich bravourös durch das letzte Drittel.

Die Pause hatte den DEG-Cracks gar nicht gut getan. Nur zwölf Sekunden nach Wiederaufnahme des Treffens erwischte Blank die Gastgeber auf dem kalten Fuß. Danach war für Schwarz-Gelb alles drin. Bis MacDonald in Überzahl richtig stand und einen Querpass von Courchaine direkt vor KEV-Keeper Langkow stehend ins Netz lenkte. MacDonalds 17. Saisontor mit einem Weitschuss ins verlassene Pinguin-Gestänge machte den dritten DEG-Saisonsieg über den Nachbarn in den Schlusssekunden sicher.

DEG – Krefeld 4:2

DEG: Aubin; Caldwell, Harrington; Holzer, Holland; Traverse, Bazany; Courchaine, Reid, Murphy; Kaufmann, MacDonald, Joseph; Kreutzer, Collins, Reimer; Hofland, Tutschek, Hinterstocker.

Schiedsrichter: Aumüller (ESC Planegg-Würmtal).

Zuschauer: 8520.

Tore: 1:0 (1:37) Joseph (Kaufmann, MacDonald), 2:0 (9:49) Murphy (Traverse, Courchaine), 2:1 (10:24) Blank (Vasiljevs, Pietta), 2:2 (39:03) Blank (Vasiljevs, Pietta), 3:2 (50:47) MacDonald (Courchaine, Traverse/5-4-Überzahl), 4:2 (59:17) MacDonald (4-5-Unterzahl, Schuss ins leere Tor).

Strafminuten: DEG 12, KEV 16 plus 10 (Langkow/58:48 Min. wegen Reklamieren).

Beste DEG-Spieler: MacDonald (5 Punkte), Aubin (3), Traverse (1).

Michael Ryberg

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