Kaufmann bestätigt Abgang vor DEB-Debüt
09.02.2012 | 15:04 Uhr 2012-02-09T15:04:00+0100
Düsseldorf.Dick eingepackt mit Mütze, Schal und Handschuhen haben sich zwei DEG-Eishockeycracks auf den Weg ins mit minus 17 Grad Celsius unterkühlte Minsk gemacht. In der weißrussischen Hauptstadt steigt heute Abend (19 Uhr) das Auftaktmatch der deutschen Nationalmannschaft beim BelSwissCup gegen die Gastgeber. Neben Stürmer Patrick Reimer steht erstmals auch Angreifer Evan Kaufmann mit dem Adler auf der Brust auf dem Eis. Und eine weitere Gemeinsamkeit vereint die rot-gelben Kufenflitzer. Der Wechsel von Patrick Reimer nach Nürnberg zum Saisonende ist bereits offiziell. Nun hat auch der US-Amerikaner mit deutschem Pass seinen Abgang nach vier rot-gelben Jahren bestätigt. „Ich werde die DEG verlassen. Wohin möchte ich erst in der kommenden Woche bekanntgeben“, betonte Kaufmann im NRZ-Gespräch. Er wird ebenfalls mit den Ice Tigers in Verbindung gebracht.
Kaufmann hat seinen Frieden mit Deutschland gemacht
Sein geplantes Debüt im November beim Deutschland Cup in München musste der Angreifer auf Grund von Knieproblemen noch absagen. Nun will der quirlige Außenstürmer endlich auch international seine Können unter Beweis stellen. Dafür gab Kaufmann auch die Verschwiegenheit über seine Familie auf und machte das offene Geheimnis rund um die Brehmstraße öffentlich.
„Es ist mir eine Ehre für Deutschland zu spielen. Es war mein Traum, seit dem ich zur DEG gewechselt war,“ betont der Angreifer in fließendem Deutsch. Evan Kaufmann hat seinen Frieden mit Deutschland gemacht. Dem Land, das unter dem Nazi-Regime für die Ermordung vieler Mitglieder seiner jüdischen Familie verantwortlich war. Sein Großvater Kurt wuchs zur Zeit des Nazi-Regimes an der Mosel auf, überlebte den Nazi-Terror in Köln und später im KZ und floh traumatisiert mit seiner Schwester in die USA.
Nun wird sein Traum Wirklichkeit. Als erster jüdischstämmiger Spieler seit dem zweiten Weltkrieg geht Kaufmann für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft auf Torejagd.
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