Das aktuelle Wetter NRW 13°C
DEG

Finanzschwache DEG bereut vergebene Werbechance

28.11.2012 | 23:00 Uhr
Finanzschwache DEG bereut vergebene Werbechance
Die DEG liegt finanziell am Boden.Foto: Lars Heidrich/WAZ Foto Pool

Düsseldorf.  Die DEG steck in finanziellen Schwierigkeiten. 2,4 Million Euro groß ist das Loch in der Vereinskasse. Vor etwa drei Jahren hatte die DEG eine Riesenchance, um Sponsoren oder Investoren anzuwerben. Doch sie nutzte sie nicht. Jetzt profitieren andere.

Der Countdown läuft. Noch 36 Tage sind’s bis zum größten Eishockey-Ligaspiel Europas. Am 5. Januar empfangen die DEG-Freitagsgegner aus Nürnberg im Frankenstadion der Club-Fußballer die Eisbären Berlin zum ersten Freiluftspektakel in der DEL. Das öffentliche Interesse ist bereits jetzt riesengroß. Über 40.000 Karten sind schon verkauft. Eine Aufmerksamkeit für die Ice Tigers, die auch den erneut in finanziellen Schwierigkeiten steckenden Rot-Gelben gut zu Gesicht stehen würde, um Sponsoren oder Investoren auf sich aufmerksam zu machen. Und das 2,4 Millionen Euro „breite“ Loch in der Kasse der Spielzeit 2013/14 zu stopfen.

DEG wünscht sich schnellstmöglich Planungssicherheit in der DEL

Zumal die DEG der erste Verein der Bundesrepublik war, der ein solches Szenario im Blickfeld hatte. Bereits 2009 wurde im Umfeld des Klubs über die Machbarkeit eines Matches in der Fortuna-Arena gesprochen. Wunschtermin der Liga wäre der 6. Februar 2011 gewesen. Drei Monate, bevor der ehemalige Namenssponsor Metro seinen Rückzug zum April 2012 verkündet hatte. Es wäre ein große Staffelübergabe an einen neuen großen Sponsor möglich gewesen, der durch ein solches Spektakel hätte aufmerksam gemacht werden können.

Der damalige DEG-Aufsichtsratschef Jochen Suhr legte alle Überlegungen jedoch schnell zu den Akten. „Zu teuer“, „nicht machbar“, „finanziell riskant, wenn zu wenig Zuschauer kommen“, hießen Mitte Januar 2009 die Argumente von Suhr und Manager Lance Nethery. Nun kristallisiert sich heraus, dass Voraussagen von 40.000 Besuchern nach Ansicht von Fachleuten durchaus real waren.

Die Chance hat der achtmalige Deutsche Meister nun verpasst. Kämpft viel mehr erneut ums Überleben. „Mein Weihnachts- und Osterwunsch wäre, wenn wir schnellstens Planungssicherheit hätten. Vor allen auch für den rund zweihundertvierzig Spieler umfassenden Nachwuchs, der sonst wohl ebenfalls zusammenfallen würde. Das wäre mehr als tragisch für Düsseldorf“, betont DEG-Trainer Christian Brittig. Dessen Träume im Vergleich zu einem Highlight wie dem Winter Game fast schon banal klingen. Jedoch existenziell. „Je länger es dauert, desto schwieriger wird es, die Spieler zu halten, die eingeschlagen haben. Und wir wollen nicht wieder von vorn anfangen“, so der Coach weiter.

Fast alle DEG-Verträge laufen am 30. April 2013 aus

Deutsche Eishockey-Liga
Erneuter Überlebenskampf für die Düsseldorfer EG

Die Situation bei der Düsseldorfer EG ist einmal mehr ernst: Zentraler Grund für die vom Klub selbst erneut als „dramatisch“ bezeichnete Situation sind fehlende mittelfristige Finanzierungszusagen. Den Rot-Gelben fehlen für einen ausreichenden Etat für die Saison 2013/14 erneut noch 2,4 Millionen...

Damit meint Brittig in vorderster Linie Schweden-Import Calle Ridderwall. Der 24-jährige Angreifer steht mit elf Toren und zwölf Vorlagen mittlerweile auf Platz vier der DEL-Top-Scorer-Liste. Auch Travis Turnbull ist zu Brittigs Liste zu zählen. Die Formkurve des 26-jährigen US-Amerikaners zeigt nach oben. Mit 19 Punkten rangiert der Center nur knapp hinter seinem Sturmpartner. In den kommenden Tagen wird sich Brittig mit Manager Walter Köberle zusammensetzten, der gestern auf einer Tagung aller Sportlichen Leiter der DEL in Berlin weilte, um das Verfahren ab der kommenden Woche in Sachen Spielerangebote abzusprechen.

Alle DEG-Verträge außer jener von Coach Brittig (noch zwei weitere Jahre) laufen am 30. April aus. Auch der von Urgestein Daniel Kreutzer. Und nur auf einen Kufenflitzer hat der Verein eine Option. Aber genau jenem, der erst am vergangenen Sonntag beim 7:6-Erfolg über Straubing wieder zeigte, wie wichtig er für leidenschaftlich kämpfende Mannschaft ist: Torsteher Bobby Goepfert. Im Vertrag des 29-jährigen US-Boys wurde im Januar eine beidseitige Option für eine weitere Spielzeit verankert.

„Wir reden bereits seit geraumer Zeit mit den Spielern über das Thema. Sie müssen ja wissen, dass wir zufrieden sind und sie gern alle behalten wollen. Aber wir wissen auch, dass andere Verein bereits Interesse haben“, so Brittig.

Sechs-Spiele-Sperre gegen DEG-Eishockeycrack Alex Henry bestätigt

Am Rande der Bande: Das Schiedsgericht hat die vom DEL-Disziplinarausschuss verhängte Sechs-Spiele-Sperre wegen eines Checks gegen den Kopf im Spiel bei den Augsburger Panthern gegen DEG-Eishockeycrack Alex Henry bestätigt. Und damit den 1000 Euro „schweren“ Einspruch der Rot-Gelben mit finanzieller Fan-Unterstützung abgewiesen. Die routinierte 1,95-Meter-Abwehrkante fehlt weitere drei Spiele im mit fünf Verletzten arg dezimierten Kader.

Mareike Scheer



Kommentare
Aus dem Ressort
Dmitriev kauft sich frei
Deutsche Eishockey-Liga
Düsseldorf. Es war um 17.29 Uhr, als Alexej Dmitriev am Iserlohner Seilersee gestern gemeinsam mit seinen neuen Teamkollegen aus dem Mannschaftsbus sprang. Der 28-jährige Weißrusse mit deutschem Pass ist an seinem Ziel angekommen – zurück in der DEL. Gestern Abend bei der 3:4 (0:1, 2:1, 1:1,...
DEG lotst Ex-Hai Alexej Dmitriev zurück an den Rhein
Dmitriev
Der 28-jährige Stürmer Alexej Dmitriev löste am Donnerstag seinen Vertrag bei Zweitligist Dresdener Eislöwen auf. Ob damit der Zug für Vantuch und Ihnacak abgefahren ist, wollten die Rot-Gelben vorerst nicht erläutern.
Neuwahlen noch vor dem Gerichtsurteil
DEG-Vorstand
Der DEG-Vorstand tritt geschlossen zurück und macht den Weg für Neuwahlen am 17. September frei. Markus Wenkemann wird nicht mehr als 1. Vorsitzender kandidieren. Sein bisheriger Vize, Michael Staade, stellt sich zur Wahl. Außerdem kandidiert Prokurist Frank Merry als zweiter Vorsitzender.
Eine Allzweckwaffe namens Mondt
DEG
Der 36-jährige Angreifer geht in seine neunte Saison im DEG-Dress. Coach Christof Kreutzer setzt in der neuen Spielzeit jedoch auch vermehrt auf seine defensiven Qualitäten. Ex-Trrainer Hans Zach hatte den Stürmer in Hannover bereits für die Defensive umgeschult.
Das Angriffskarussell der Düsseldorfer EG nimmt Fahrt auf
Deutsche Eishockey-Liga
Trainer Christof Kreutzer plant weitere Umstellung in der Offensive der Düsseldorfer. Das Erfolgsduo Daniel Kreutzer und Rob Collins scheint jedoch gesetzt zu sein. Derweil hat sich der Bänderriss bei Try-out-Spieler Lukas Vantuch bestätigt.
Umfrage
Zwei Pflichtspiele, zwei Niederlagen - woran hakt es auf Schalke?

Zwei Pflichtspiele, zwei Niederlagen - woran hakt es auf Schalke?

So haben unsere Leser abgestimmt

Die Führungsspieler sind nicht in Form.
20%
Trainer Jens Keller erreicht die Spieler nicht mehr.
20%
Manager Horst Heldt hat die Mannschaft falsch zusammengestellt.
15%
Zu viele wichtige Spieler sind verletzt.
13%
Der Mannschaft fehlt die Siegermentalität.
32%
3390 abgegebene Stimmen
 
Fotos und Videos
DEG Mitgliederversammlung
Bildgalerie
Fotostrecke
DEG verliert 0:2
Bildgalerie
DEG
DEG besiegt Augsburg 5:1
Bildgalerie
Eishockey
DEG verliert das Derby
Bildgalerie
Fotostrecke