Eine Frage des Vertrauens bei der DEG
05.01.2012 | 18:41 Uhr 2012-01-05T18:41:00+0100
Düsseldorf. Im Derby in Krefeld kann DEG-Trainer Jeff Tomlinson wieder auf Ben Gordon zurückgreifen. Die Angreifer ließen die Abwehrkollegen zuletzt im Stich. "Die Verteidiger müssen das Vertrauen in die Stürmer zurückgewinnen", sagte Tomlinson.
Was wären die Menschen ohne Vertrauen. Unter diesem Begriff wird die Annahme verstanden, dass Entwicklungen einen positiven oder erwarteten Verlauf nehmen. Der Unterschied zu dem Begriff Hoffnung besteht darin, dass Hoffnung auch den negativen Ausgang von Entwicklungen mit einschließt. Aber trotzdem an einem positiven Ausgang festhält.
Vertrauen beschreibt auch die Erwartung an Bezugspersonen oder Organisationen, dass deren künftige Handlungen sich im Rahmen von gemeinsamen Vorstellungen bewegen werden. Vertrauen wird durch Glaubwürdigkeit, Verlässlichkeit und Authentizität begründet. Auch der Sport lebt von Vertrauen. Besonders der Akteure einer Mannschaft untereinander.
Center muss Position halten
Genau hier sieht DEG-Trainer Jeff Tomlinson bei seinen Cracks derzeit einen ungesunden Mangel. Und einen gewichtigen Grund für den momentanen Abwärtsstrudel des achtmaligen Deutschen Eishockey-Meisters. „Die Verteidiger müssen das Vertrauen in die Stürmer zurückgewinnen. Die Center verlassen zu oft ihre Position hoch im gegnerischen Drittel und gehen in die Ecken. Das ist falscher Ehrgeiz, um sich selbst zu helfen anstatt der Mannschaft“, so der 41-jährige Kanadier. Und die Abwehrrecken müssen die Probleme durch die entstandene Lücke ausbügeln.
Hinzu kommen individuelle leichte Fehler. „Wenn die mentale Stärke wieder ausgeprägter ist, werden wir auch wieder stabiler in der Verteidigung stehen und mehr Zweikämpfe gewinnen“, ist sich der Coach sicher. Um dieses zu erreichen, „muss nur jeder Spieler seinen Job richtig erledigen“.
Am besten schon Freitagabend, wenn die Rot-Gelben ab 19.05 Uhr (live auf Sky-TV und im DerWesten-Ticker) zum „Straßenbahnderby“ an der Krefelder Westparkstraße vorspielen. „Vor uns liegt ein wichtiges Wochenende. Wir kommen in eine enge Phase, in der jeder Punkt zählt. Wir haben nur noch neunzehn Partien vor der Brust. Und in diesem Jahr beginnt das Zittern schon früher als in den vergangenen Jahren“, hebt auch Manager Lance Nethery die Bedeutung der Spiele hervor.
Bereits Sonntag (16.30 Uhr, Rather Dome, live im DerWesten-Ticker) wartet mit den Iserlohn Roosters ein weiterer Konkurrent im Kampf um Play-off-Minimalplatz zehn. „Das sind zwei Teams, die auch dringend Punkte brauchen und dafür kämpfen. Daher müssen auch unsere Cracks über sechzig Spielminuten bereit sein, diesen Kampf aufzunehmen“, fordert Nethery. Der hatte diese Einstellung bei einigen Puckjägern nach der 3:4-Verlängerungsniederlage am Dienstag in Ingolstadt vermisst.
Zumindest lichtet sich das Lazarett. Ben Gordon hat gestern wieder trainiert. Die mehrtägigen Kopfschmerzen nach Checks aus den Matches in Iserlohn und Köln sind endlich abgeklungen. Einzig der langzeitverletzte Positionskollege Justin Kelly fehlt. Selbst ein vorzeitiges Saisonende wird nach seinem Innenbandanriss im Knie vor 14 Wochen nicht mehr ausgeschlossen.
Vorhaben zurückgeschraubt
„Die Jungs wissen um die wackelige Tabellensituation. Unser Anspruch müssen zwei Siege am Wochenende sein“, betont Trainer Tomlinson. Das rot-gelbe Selbstverständnis war im Spätsommer noch wesentlich höher. Platz eins bis sechs, die direkte Play-off-Qualifikation, hieß das Vorhaben. Das mittlerweile zurückgeschraubt werden musste.
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