Dicke Luft bei der DEG nach der vierten Pleite
12.02.2010 | 23:02 Uhr 2010-02-12T23:02:00+0100
Düsseldorf. Schwach gespielt, Tabellenplatz zwei verloren - Lance Nethery, der Manager des Eishockey-Klubs Düsseldorfer EG, redete den Spielern nach dem 2:3 gegen Augsburg in der Kabine ins Gewissen.
Nach der 2:3 (1:1, 0:1, 1:1)-Heimpleite am Freitagabend gegen die Augsburger Panther blieb die DEG-Kabinentüre im Dome minutenlang verschlossen. Drinnen war die Luft von Schweiß und Frust gefüllt. Manager Lance Nethery ergriff nach der vierten Schlappe in Serie ohne Pluspunkt schwergewichtig das Wort. Um den erneut sichtlich schlaffen Cracks ins Gewissen zu sprechen.
„Das, was wir gezeigt haben, war einfach nicht genug. Jeder im Team muss hart und härter arbeiten”, erklärte Kapitän Daniel Kreutzer stellvertretend für seine enttäuschten Kollegen. Die nach dem Wolfsburger 4:3-Penaltysieg über Straubing auch noch DEL-Tabellenplatz zwei quitt wurden.
Ersatztorhüter Conti wie ein Wackelpudding
Seit mehr als fünf Jahren hatten die Gäste in Düsseldorf schon nicht mehr gewonnen. Und mit dem nur in vier Saisonspielen bisher eingesetzten Ersatztorhüter Leonardo Conti für Olympia-Fahrer Dennis Endras im Kasten schienen die Fuggerstädter mehr als leicht benachteiligt. Der Garmischer präsentierte sich in der Anfangsphase wibbelig wie ein Wackelpudding. Hatte dabei aber das Glück, dass die DEG nur selten druckvoll agierte.
Trotzdem klingelte es im Gäste-Gestänge. Mit Contis Beistand. Weil der Torsteher einen Halbdistanzschuss von Verteidiger Ryan Caldwell durch die Schoner rutschen ließ. Für den Kanadier war's der erste Blattschuss seit 22 DEL-Matches.
In die rechte Bahn ging es für Rot-Gelb trotzdem nicht. Der AEV nutzte ebenfalls eine Überzahl. Harrington ging nicht beherzt genug gegen Gordon zuwerke, Torjäger Beechey profitierte vom Hintertorzuspiel: 21. Saisontreffer! Augsburgs Chris Collins hätte noch vor der ersten Pause die 50 Mitgereisten mit der Führung begeistern können, traf aber nur den linken DEG-Torpfosten.
Der US-Amerikaner holte das im Mittelabschnitt nach. Mit ein wenig Fortune, weil der Halbdistanzschuss leicht abgefälscht und somit unhaltbar unter die Querlatte sauste. Patrick Reimer versiebte auch seinen zweiten Chancendoppelpack. Auf der Gegenseite hatten Solist Ryan und Gordon per Pfostenschuss einen dritten Augsburger Treffer auf dem Stock.
Das Match schien gelaufen
Die nur punktuell zwingende Vorstellung der Gastgeber zog zur zweiten Pause berechtigte Pfiffe der knapp 5000 Eishockey-Freunde nach sich. Als dann Jason Holland auch noch das 1:3, wieder durch Chris Collins, mit einem Scheibenverlust hinter dem eigenen Tor verbockte, schien das Match gelaufen.
Evan Kaufmanns Anschluss aus der Halbdistanz weckte allerdings noch einmal die müden DEG-Geister. „Aber ein oder zwei Wechsel, die den Gegner unter Druck setzen, reichen gegen eine starke Augsburger Mannschaft eben nicht aus”, bemängelte DEG-Trainer Harold Kreis enttäuscht.
AEV-Kollege Larry Mitchell war dagegen überglücklich: „Wir haben einfach und konzentriert gespielt, nicht gezaubert und wertvolle Punkte im Kampf um Platz zehn gesammelt.”
DEG: Aubin; Traverse, Bazany; Caldwell, Harrington; Holland, Nowak; Kaufmann, MacDonald, Joseph; Kreutzer, Collins, Reimer; Courchaine, Reid, Murphy; Hofland, Tutschek, Hinterstocker.
Schiedsrichter: Looker (Neusser EV).
Zuschauer: 4945.
Tore: 1:0 (11:59) Caldwell (Collins, Kreutzer/5-4-Überzahl), 1:1 (13:53) Beechey (Gordon/5-4), 1:2 (27:17) Chris Collins (James, Heid), 1:3 (46:06) Chris Collins (Beechey), 2:3 (48:29) Kaufmann (Harrington, MacDonald).
Strafminuten: DEG 8, Panther 10.
Beste DEG-Spieler: Kaufmann, Reimer, Caldwell.
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