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DEG-Youngster Hofland kennt Komma, Ajax und die WG

19.08.2009 | 12:00 Uhr

Düsseldorf. Der 18-jährige Niederländer hofft auf einen deutschen Pass, so dass er künftig die die Düsseldorfer DEL-Mannschaft spielberechtigt ist. Der Weg führte über Österreich und Mannheim zur DEG.

Diego Hofland könnte eine Menge erzählen. Über seine Wanderschaft von Rotterdam über Dornbirn und Mannheim nach Düsseldorf. Oder über seinen bei Ajax Amsterdam kickenden Bruder Djarno. Oder über seine Eltern, die in Österreich Wettbüros betrieben haben. Doch der 18-jährige Nachwuchsangreifer der DEG ist im Interview fast weniger auskunftsfreudig als ein Goldfisch. Wer mehr als drei Worte pro Frage aus dem Niederländer herausquetscht, darf sich glücklich schätzen.

Hofft auf DEL-Einsätze: Diego Hofland.

Hofland wird es kaum kratzen. Seit dem 1. August bezahlt ihn die DEG fürs Eishockey spielen. Nicht als großer Redner. Eine Entzündung im Fuß verspätete seine Einstieg. Nach dem verpassten Turnier in Heilbronn mischte der Außenstürmer am Freitag in Iserlohn (1:2) und am Sonntag (1:6) in Krefeld mit. „Diego zeigt ein gutes Spielverständnis”, lobte ihn Manager Lance Nethery. Was angesichts der Ergebnisse und der Gesamtleistung der Mannschaft durchaus Gewicht hat.

Beim Trainingslager in Dornbirn zugesehen

Hoflands Eishockey-Geschichte beginnt mit Michael Komma. Kein Scherz. Der Tölzer und der Niederländer kennen sich flüchtig. Als die DEG mit dem Trainer-Manager ihre Sommercamps noch im österreichischen Dornbirn abhielt, schaute Hofland als zwölfjähriger Jungteenager in der Eishalle vorbei. Die Eltern waren mit dem gebürtigen Rotterdamer früh nach Österreich gezogen. Beruflich bedingt.

Hofland übte erst mit den heimischen Bulldogs, spielte dann mit 14 Jahren bei den Mannheimer Adlern in einem Trainingslager an der neuen Arena vor – und wurde dort von DEG-Coach Christof Kreutzer entdeckt. Adler-Jugendchef und Ex-DEG-Meistertorhüter Helmut de Raaf hatte seine Ausländerstellen im Team schon voll, gab deshalb Hofland frei. „Diego war genau die richtige Wahl für uns”, betont Kreutzer heute.

Der Start in Düsseldorf war schwer. Getrennt von den Eltern lebte der Niederländer im Haushalt der Eishockey-Familie Joecks. Und verkörperte als erster Gastfamilienspieler im Verein Modellcharakter. Mutter Gisela ist übrigens Betreuerin des Bambini-Teams.

Auch für die U 20 von Ernst Höfner interessant

Nach zwei Jahren bildeten einige auswärtige Nachwuchsspieler im Hause Joecks eine sechsköpfige Wohngemeinschaft. Dazu zählten neben Diego Hofland auch zwei Berliner: Mittelstürmer Thorsten Gries und Verteidiger Francesco Lahmer. Beide stehen ebenfalls seit dieser Saison im erweiterten DEL-Aufgebot.

Seit einem Jahr wohnt Hofland im eigenen Appartment nahe des Eisstadions, schaffte in der Schule die mittlere Reife und war zuletzt bei den Eishockey-Bambini der DEG als Co-Trainer dabei. In der ihm eigenen ruhigen Art.

Der körperlich gut ausgestattete, pass-starke Angreifer könnte auch für die U-20-Nationalmannschaft der Bundestrainer Ernst Höfner und Uwe Krupp ein Thema werden. Beide befürworteten den Einbürgerungsantrag der DEG, der seit einiger Zeit den Weg der staatlichen Formalitäten durchläuft. „Vielleicht klappt es in drei, vier Wochen”, sagt Hofland selbst. Erst dann würde das Talent auch für das DEL-Team interessant. Weil pro Match maximal zehn Ausländer eingesetzt werden dürfen, diese aber derzeit schon ohne Hofland im Aufgebot stehen.

Die Saisonziele sind einfach gestrickt. „Ganz viel spielen”, antwortet Hofland. Und schließt da natürlich die Regionalliga-Mannschaft der DEG mit ein. Sein 16-jähriger Bruder Djarno darf da forscher sein. Der offensive Mittelfeldkicker von Ajax Amsterdam hatte schon ein Angebot der Jugend des FC Liverpool auf dem Tisch. Blieb aber erst einmal im Elternhaus.

„Er kann ein Guter werden”, glaubt Hofland. Und beschließt das erstaunliche NRZ-Gespräch im Schatten der Eissporthalle am Seilersee zu Iserlohn mit einer für seine Zunge roman-gleichen Antwort.

Michael Ryberg



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