DEG-Trainer Kreis beklagt mangelnde Fairness
11.01.2010 | 10:00 Uhr 2010-01-11T10:00:00+0100
Düsseldorf. Das Spiel der DEG gegen Ingolstadt wird am Dienstag um 19.30 Uhr wiederholt. DEG-Coach Harold Kreis hätte nur ein Drittel beim Stand von 3:0 spielen lassen.
Es wäre eigentlich eishockey-freier Dienstag für die DEG. Dass der Januar-Marathon um 19.30 Uhr im Dome weitergeht, „verdanken” die Cracks von Trainer Harold Kreis einem defekten Eismaschinenhebel und dessen unaufmerksamem Steuermann. Am 18. Dezember musste das vierte Saisontreffen mit dem ERC Ingolstadt beim Stande von 3:0 nach dem zweiten Drittel abgebrochen werden.
Die Zamboni-Eismaschine hatte hinter einem Tor ein ein Meter mal drei Meter großes ovales Loch in die Spielfläche geschlagen. Das in 90 Kulanzminuten nicht reparabel war. Die Treffer von Caldwell, Kaufmann und Courchaine waren für die Katz, weil es bei der heutigen Spielwiederholung nicht in der 41. Minute und mit einem 3:0 weitergeht.
Wolfsburg fordert von der DEG 30 000 Euro
Was Cheftrainer Harold Kreis so nicht in Ordnung findet: „Mich wurmt der Abbruch immer noch sehr. Dazu wäre es fairer, nur das letzte Drittel auszutragen.” In einem ähnlichen Fall entschied die National Hockey League (NHL) unlängst so. Bei New Jersey – Tampa Bay war das Licht im zweiten Drittel ausgegangen. Das Spiel wurde beim aktuellen Spielzeituhr- und Spielstand wenige Tage später wieder aufgenommen.
Ärgerlich war das vorzeitige Ende gegen die Donau-Panther vor allem wegen der Tatsache, dass die DEG zuvor alle drei Treffen verloren hatte. Kein Wunder, dass Coach Kreis mit einem faden Beigeschmack Dienstag Abend an der Bande stehen wird. Auch wenn die DEG sich mit fünf Siegen in Serie, aktueller Saisonrekord, zum Eisbären-Jäger Nummer Eins emporgeschossen hat. Heute könnte der Rückstand zum Spitzenreiter mit einem Sieg auf sieben Zähler reduziert werden. Was gegen den aktuellen Tabellendritten keine Selbstverständlichkeit werden dürfte.
Der Eismaschinenfehler wird der Stadt, das heißt hier dem die Eismeister stellenden Sportamt und Dome-Betreiber Düsseldorf Congress, in Rechnung gestellt. Rund 10 000 Euro werden fällig. Konkret: Kosten für die Hallenmiete, die Ordner und sonstiges Personal sowie für die Fluganreise und Übernachtung des ERC-Tross'. „Weil die DEG unschuldig ist, sind wir in der Pflicht”, sagte Dome-Chef Manfred Kirschenstein jüngst.
In einer anderen Sache wird die DEG dafür zahlen müssen. Das um 105 Minuten verspätete erste Bully beim Auswärtsmatch in Wolfsburg am 20. Dezember möchten die Grizzly Adams mit 30 000 Euro vergütet wissen, wie die NRZ erfuhr. Jener Höchstsumme also, die den Niedersachsen wegen der DEG-Verspätung nach einer Autobahn-Vollsperrung laut Liga-Reglement zustünde.
Ob DEG-Geschäftsführer Elmar Schmellenkamp da eine Strafmilderung rausschinden kann, ist fraglich. In Zeiten spitzer Bleistifte würde der DEG das von der DEL festgestellte „verschuldete Zuspätkommen” sehr weh tun.
Teamleiter Walter Köberle brachte im NRZ-Gespräch zum Ausdruck, was er von der Wolfsburger Forderung hält: „Das ist trotz des Regelrechts eine Abzocke und schlechter Stil eines Vereins der DEL gegenüber uns. Ich bin vor allem von Wolfsburgs Manager Charly Fliegauf tief enttäuscht.”
Bahn: Zusatzkosten und Verspätung
Finanziell wirkte auch die Mannheim-Fahrt nach. Die Kosten für Bahn- und Taxifahrten beliefen sich auf 1650 Euro. Dazu hatte der ICE auf der Rücktour eine Stunde Verspätung. Die Cracks lagen erst um 2 Uhr früh in den Federn.
Apropos Mannheim: Das DEG-Spiel war für Doug Mason das letzte als Adler-Cheftrainer. Der Holland-Kanadier wurde am Montag entlassen. Co-Trainer Teal Fowler springt zum dritten Mal für einen geschassten Adler-Chef in die Bresche.
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