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DEG-Trainer Brittig nimmt Führungsspieler in die Pflicht

19.12.2012 | 22:00 Uhr
DEG-Trainer Brittig nimmt Führungsspieler in die Pflicht
Die DEG empfängt am Freitag die Nürnberg Ice Tigers.Foto: Stefan Arend / WAZ FotoPool

Düsseldorf.  Vor dem Heimspiel gegen die Nürnberg Ice Tigers fordert Trainer Christian Brittig vom DEL-Schlusslicht DEG seine Führungsspieler. „Niemand will Tabellenletzter sein. Daher muss man auch mal positiven Druck aufbauen, um zu zeigen, dass man mit der aktuellen Situation nicht zufrieden ist", sagte Brittig.

Eiligen Schrittes kam DEG-Trainer Christian Brittig herangestürmt. Ganz im Stile seiner Mannschaft auf dem Eis. Für seine Verspätung von ein paar Minuten hatte der gebürtige Landshuter am Mittwoch für die wartenden Pressevertreter jedoch eine gute Entschuldigung: Ein Vier-Augen-Gespräch mit Eishockey-Abwehrrecke Alex Henry hatte länger gedauert. Eines von zahlreichen, die der Coach genauso wie Manager Walter Köberle in den vergangenen Tagen mit den Führungsspielern abhielt.

Besonders die Leistungsträger sowie der Kapitän und seine Assistenten, zu denen Henry bekanntlich zählt, standen hierbei im Fokus. „Niemand will Tabellenletzter sein. Auch wir wollen gewinnen. Daher muss man auch mal positiven Druck aufbauen, um den Spielern zu zeigen, dass man mit der aktuellen Situation nicht zufrieden ist. Da müssen dann auch Veränderungen und Reizpunkte her“, betont Brittig. Wie diese konkret aussehen, bleibt indes ein Mannschaftsgeheimnis. „Sie werden sich sicher nicht in blindem Aktionismus wie etwa Reihenumstellungen widerspiegeln. Das ist nicht mein Stil“, so Brittig.

Siegermentalität soll einkehren

Wille, Leidenschaft, Zweikampf- und Charakterstärke – diese Tugenden zeichnen die Rot-Gelben bereits aus. Nach zehn Niederlagen aus den jüngsten elf Matches soll nun auch wieder eine Siegermentalität Einzug halten. „Da nimmt man dann auch lieber mal in Kauf zu sagen ‘schlecht gespielt aber gewonnen’“, so Brittig.

Deutsche Eishockey-Liga
DEG am Scheideweg

Der achtmalige Deutsche Meister DEG hat den sportlichen Anschluss in der Deutschen Eishockey-Liga verloren – einen Neustart wie 1998 in Liga zwei schließt Manager Walter Köberle aber aus.

Gegen Spitzenreiter Köln war es der umgekehrte Fall. Das Team lieferte eines der besten Saisonspiele ab – und verließ am Ende als Verlierer das Eis (2:3). Den zumeist technisch überlegenen Gegnern wird man sich jedoch weiterhin kampfstark stellen. Und sich nicht einfach dem vermeintlichen Schicksal des Tabellenletzten fügen. „Die erfahrenen Spieler müssen Akzente setzen. Und die Jungspunde im Team zu Profis erziehen“, betont auch Manager Walter Köberle.

Ein weiterer Schwerpunkt der Gespräche sowie der Trainingseinheiten sind die Spezial-Teams. Über- und Unterzahlsituationen sind das Steckenpferd des Trainers. Zumal die DEG als Strafbankkönig mit 640 Minuten nicht nur die drittmeisten Situationen mit einem Mann weniger auf dem Eis zu überstehen hatte, sondern auch am vierthäufigsten in Überzahl agierte. Noch vor einem Monat betonte der ehemalige DEG-Trainer Jeff Tomlinson vor einem seiner letzten Spiele hinter der Nürnberger Bande vor dem Duell beider Teams: „Wir erwarten ein Überzahl-Monster!“

Vor diesen Aussagen hatte die DEG beim triumphalen 7:6-Erfolg über Straubing fünf Powerplay-Tore erzielt. Zwischenzeitlich standen die Rot-Gelben ein paar Wochen lang auf Rang fünf in der DEL-Statistik dieser Kategorie. In Unterzahl gar an Position drei. Diese Zeiten sind jedoch längst vorbei, zuletzt wollte nicht viel gelingen. Allein gegen Köln und Wolfsburg ließ das Team jeweils eine fünfminütige Überzahl ungenutzt. Und bildet mit nur noch 8,33 Prozent Erfolgsquote aus den jüngsten fünf Matches das Liga-Schlusslicht.

Deutsche Eishockey-Liga
DEG geht auch im Kellerduell gegen Grizzly Adams unter

Die DEG hat die zehnte Niederlage aus den jüngsten Elf Partie kassiert. Am Sonntag unterlag das DEL-Team im Kellerduell bei den Grizzly Adams aus Wolfsburg mit 2:5. „So ein Spiel habe ich von meiner Mannschaft noch nicht gesehen", ärgerte sich Trainer Christian Brittig nach der Partie.

„Das war auch eine Kraftsache. Da reibt man sich dann auch auf und gewinnt die entscheidenden Zweikämpfe nicht mehr. Die Jungs müssen lernen, noch aggressiver draufzugehen“, so Brittig. Der genau diese Schlüsselpunkte beheben will. Damit Freitag (19.30 Uhr, Rather Dome, live im DerWesten-Ticker) gegen die Nürnberg Ice Tigers endlich der neunte Saisonsieg herausspringt.

Übrigens: Der neu ins Leben gerufene DEG Club 1935 wächst weiter. Freunde und Förderer des achtmaligen Eishockey-Meisters bekunden ihre Treue und stärken die Gemeinschaft des Vereins. Jüngst ist mit Michael Bremenfeld das 555. Mitglied eingetreten. Die Beiträge belaufen sich auf 35 Euro pro Saison und 19,35 Euro für Jugendliche. Der Clou für ewig Treue: Die lebenslange Mitgliedschaft für 1935 Euro.

Mareike Scheer


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