DEG-Stürmer Reimer erledigte Nürnberg fast im Alleingang
05.02.2012 | 19:56 Uhr 2012-02-05T19:56:00+0100
Düsseldorf.Fast im Alleingang zerlegte DEG-Stürmer Patrick Reimer am Sonntag seinen zukünftigen Arbeitgeber . „Patrick, die sind zu schlecht für dich!“ hallte es postwendend aus 500 Kehlen der mitgereisten rot-gelben Anhänger beim 3:2 (3:0, 0:1, 0:1)-Erfolg in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) bei den Nürnberg Ice Tigers. An allen drei Toren war der Nationalspieler beteiligt. Eines markierte Reimer, der nach der laufenden Spielzeit zu den Gastgebenden Raubkatzen wechselt, selbst.
Lob von Trainer Tomlinson
„‘Reimi‘ hat ganz hart gearbeitet, ein sehr schönes Tor gemacht und allen gezeigt, dass er mit dem Kopf noch bei der DEG ist“, lobte Trainer Jeff Tomlinson seinen Angreifer.
Dass sowohl der 29-jährige Mindelheimer als auch Verteidiger Marco Nowak, der ebenfalls zu den Franken wechselt, beim Gastspiel im Fokus stehen würden war klar. Und beide gingen an ihre Grenzen, um an ihrer zukünftigen Wirkungsstätte zum Missfallen der Nürnberger schon einmal groß Aufzutrumpfen?
„Ich bin froh, dass es so gelaufen ist“, bekannte Reimer. „Für mich selbst weiß ich, dass ich bis zum Schluss alles für die DEG geben werde. Aber so konnte ich auch schlechter Stimmung vorbeugen.“
Ebenfalls im Blickpunkt: Ben Gordon. Der Center legte zweimal in weltklasse-manier zum Torerfolg auf. Zudem Kapitän Daniel Kreutzer, der ebenfalls zweimal vorbereitete und dazu einen Treffer selbst markierte.
Wie ausgetauscht
Die Mannschaft von Coach Jeff Tomlinson wirkte wie ausgetauscht im Vergleich zur 2:4-Pleite gegen die Krefeld Pinguine am Freitagabend. Da waren gerade einmal zehn Torschüsse in den ersten vierzig Spielminuten heraus gesprungen. Mit schnörkelos vorgetragenem Power-Eishockey überrollte die DEG-Maschinerie gestern nun den überforderten Tabellenvorletzten.
Bitter: Bereits nach 131 Sekunden musste Stürmer Simon Danner nach einem Check mit einer blutenden Platzwunde über dem linken Auge in die Kabine, wurde mit vier Stichen genäht und konnte fortan nur zuschauen. Doch auch ohne den Stürmer rollte der DEG-Express – die Ice Tigers hatten nicht den Hauch einer Chance, diesen zu stoppen. 15:4-Torschüsse nach dem ersten Drittel sprachen eine deutliche Sprache.
So hatte Gäste-Trainer Peter Draisaitl ein Erbarmen und erlöste seinen Torhüter Patrick Ehelechner. Für ihn fuhr zum zweiten Durchgang Tyler Moss zwischen die Torstangen. Dieser Weckruf verfehlte seine Wirkung nicht.
Die Raubkatzen schalteten gleich einige Gänge höher. Und mit einem Schuss durch die „Hosenträger“ von DEG-Torsteher Bobby Goepfert fiel das 1:3. Der einzige Patzer des ansonsten sicheren 28-jährigen US-Amerikaners führte zum Anschluss. Mehr ließ der gesamte Defensiv-Verbund zunächst jedoch nicht zu. „Ohne Reimer habt ihr keine Chance!“ erklang es höhnisch von den Gäste-Fans.
Doch während die Rot-Gelben weiter die Füße hochlegten, setzten die Hausherren im Schlussabschnitt nach. Und nach dem 2:3 im Nachschuss durch Raubkatze Oblinger geriet der schon sicher geglaubte Sieg noch einmal ins Wanken.
Mit viel Einsatz wurde der knappe Vorsprung jedoch über die Zeit gebracht. „Das gibt es selten, dass ein gutes Drittel zum Sieg reicht. Aber diesmal war es der Fall und wir können in Ruhe mit den Fans im Sonderzug zurückfahren“, betonte Trainer Tomlinson.
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