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DEG-Sieg mit dem letzten Schuss

05.04.2009 | 22:50 Uhr
DEG-Sieg mit dem letzten Schuss

Düsseldorf. Adam Courchaine rettete die Düsseldorfer mit seinem Treffer in der Verlängerung zum 4:3-Sieg. Am Dienstagabend fällt die Entscheidung über den Finaleinzug nun in Hannover. Nach dem Spiel rückte im Dome die Feuerwehr an - aber es war ein Fehlalarm.

Ohne einen Becher Cola kein Interview! Siegtorschütze Adam Courchaine musste erst einmal seine Kehle spülen nach dem erneuten Play-off-Krimi, den die DEG ihren knapp 9000 Fans geliefert hatte. 6:40 Minuten der Extraspielzeit mussten her, um im Halbfinalrennen gegen enorm spielstarke Hannover Scorpions zu bleiben. Dann stocherte der 24-jährige Kanadier in bester Gerd-Müller-Manier die Scheibe nach einem Pfostentreffer von Brandon Reid zum glücklichen 4:3 (3:1, 0:2, 0:0, 1:0) ins Gäste-Gestänge.

„Das war das wichtigste Tor meiner Karriere - bisher”, erklärte Courchaine mit einem glücklichen Lächeln, das sein Markenzeichen, mittige Schneidezahnlücke, freilegte.

Auf dem Eis gab

es keine Ehrenrunde

Die begeisterten Fans auf den Rängen brauchten einige Minuten, um das gerade Gesehene zu erfassen. Und um zu registrieren, dass es trotz aller Dramatik auf dem Eis keine Ehrenrunde geben würde.Denn am Dienstag steht schließlich das Finale ums Finale in Hannover auf dem Programm.

Das vierte Treffen mit den Zach-Mannen binnen acht Tagen war leistungsmäßig dreigeteilt. Nach der 3:6-Enttäuschung vom Donnerstag hatte die DEG neue Kraft gesammelt. Der fulminante Auftritt im ersten Durchgang mündete in einen 3:1-Vorsprung. Mit Glück allerdings. Joseph lochte in Unterzahl ein, Caldwell per abgefälschtem Distanzschuss, Courchaine nach toller Reid-Vorarbeit per Abstauber.

Die Gäste ärgerten sich über Pfostentreffer von Vikingstad und 1:1-Schütze Mitchell. Coach Zach stellte seine Blöcke in der ersten Pause leicht um. Plötzlich spielten nur noch die Rot-Weißen. Turmhoch überlegen. Die DEG war mit dem 3:3 nach 40 Minuten blendend bedient, schien viel zu passiv. Und körperlich dem K.o. nahe.

Schlecht: Ratchuk und Hedlund ließen Blank beim Ausgleich gewähren, Keeper Storr wurde wieder einmal mit seiner ungedeckten kurzen Torecke düpiert. Gut: Es war der einzige dicke Patzer des Kanadiers, der sich im Vergleich zu den ersten drei Matches verbessert zeigte.

Wie schon in Spiel zwei im Dome (4:2) fanden die Gastgeber nach viertelstündiger Verschnaufpause noch einmal zurück ins Match. Hannover war offenbar ein zu hohes Tempo gegangen, konnte den enormen Schwung des Mitteldrittels nicht mehr aufnehmen.

Schon vor der Verlängerung waren die Gastgeber dem Siegtor nahe. Reimer, Hedlund, Carciola und zweimal Courchaine scheiterten am starken Keeper Pätzold. Auch in der Extraspielzeit hatte die DEG das Heft in der Hand. Und setzte sich durch. Dank Courchaine. Der stand nach einem der ungezählten Solovorstöße des starken Reid im Getümmel richtig, drückte die Scheibe über die Torlinie.

„Das Spiel war eine Werbung für das deutsche Eishockey. Ausschlaggebend war, dass wir im letzten Drittel zulegen konnten. Auch ganz am Ende hatten wir im Nachstechen Fortune”, meinte DEG-Chefcoach Harold Kreis.

Das Siegesbier wurde um kurz vor 22 Uhr allerdings von einem Feueralarm im Dome unterbrochen. Gut 500 Personen räumten das Gebäude. Die angerückten drei Feuerwehrwagen mussten zum Glück kein Wasser pumpen. Ein Feuermelder hatte einen Fehlalarm ausgelöst.

DEG: Storr (Jochen Reimer); Ratchuk, Hedlund; Caldwell, Harrington; Holzer, Bazany; (nicht eingesetzt: Nowak); Kreutzer, Collins, Patrick Reimer; Courchaine, Reid, Joseph; Kaufmann, Ramsay, Carciola; (nicht eingesetzt: Boon, Tutschek, Hinterstocker).

Scorpions: Pätzold (Jung); Nikolai Goc, Köppchen; Ackeström, Sascha Goc; Lambert, Brimanis; Janzen; Dzieduszycki, Herperger, Schneider; Mitchell, Vikingstad, Kathan; Festerling, Boos, Mondt; Dolak, Hlinka, Blank.

Schiedsrichter: Looker/Piechaczek (Neusser EV/EHC Finning).

Zuschauer: 8964.

Tore: 1:0 (3:58) Joseph (Reid, Bazany/4-5-Unterzahl), 1:1 (8:16) Mitchell (Vikingstad, Sascha Goc), 2:1 (11:51) Caldwell (Joseph, Courchaine), 3:1 (14:22) Courchaine (Reid, Joseph), 3:2 (24:15) Hlinka (Festerling, Lambert), 3:3 (27:22) Blank (Boos), 4:3 (66:40) Courchaine (Reid, Joseph).

Strafminuten: DEG 12, Scorpions 14.

Beste DEG-Spieler: Courchaine, Reid, Joseph.

Play-off-Stand: Scorpions - DEG 2:2 (5:2, 2:4, 6:3, 3:4 n. V.).

Fünftes Halbfinale: Scorpions - DEG (Di., 19 Uhr, Arena).

Michael Ryberg

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