DEG-Keeper Goepferts offene Rechnung mit Ingolstadt
04.10.2012 | 19:40 Uhr 2012-10-04T19:40:00+0200
Düsseldorf. Am Freitagabend empfängt die Düsseldorfer EG den ERC Ingolstadt, jenen Klub, der die DEG in der vergangenen Saison aus den Playoffs warf. Das neuerliche Aufeinandertreffen der Teams findet jedoch unter gänzlich anderen Voraussetzungen statt.
Es war der 30. März dieses Jahres, als der ERC Ingolstadt mit dem vierten Sieg im fünften Spiel der Eishockey-Viertelfinalserie die DEG aus dem Titelrennen warf. Und damit zugleich eine zehnjährige Ära der Rot-Gelben beendete. Am Freitagabend, exakt 189 Tage später, treffen die Teams ab 19.30 Uhr (Südliche Ringstraße) am selben Ort erstmals wieder aufeinander. Jedoch unter gänzlich unterschiedlichen Voraussetzungen.
Eine ERC-Angriffsreihe schaltete die Düsseldorfer damals fast im Alleingang aus: Das sogenannte „magische Dreieck“ mit Derek Hahn, Thomas Greilinger und Jared Ross. Allein Greilinger markierte in fünf Partien sieben Treffer. Während die „Donau-Panther“ ihren Kader seitdem nochmals punktuell verstärkten, um im elften Jahr der DEL-Zugehörigkeit endlich zum Meistertitel greifen zu können, musste die DEG nach dem Ende des zehnjährigen Engagements von Namenssponsor Metro AG den finanziellen Gürtel bekanntlich enger schnallen. Und versucht die Liga nun mit „jungen Wilden“ aufzumischen.
Späte Revanche
Auf viele bekannte Gesichter treffen die Ingolstädter somit nicht mehr. Einer von nur vier verblieben Rot-Gelben hat allerdings noch eine ganz besondere Rechnung mit den „Donau-Panthern“ offen: Torsteher Bobby Goepfert. Ab der 37. Spielminute der zweiten Partie der Vorjahresviertelfinalserie war der 29-jährige US-Amerikaner nach einem Zusammenprall mit Jeff Likens auf Grund einer Rückenprellung für zwei Spiele zum Zuschauen verdammt gewesen. Und hatte den Gegner dann nur noch in Spiel fünf beim Comeback reihenweise an den Rand der Verzweiflung treiben können. Nicht wenige rot-gelbe Fans vermuteten im Nachhinein einen anderen Ausgang des Duells, wäre es nicht zu diesem Ausfall gekommen.
Nun kann der New Yorker im DEG-Torgestänge eine späte Revanche anpeilen. Der Torsteher ist derzeit in blendender Verfassung. 233 Pucks flogen in sieben Begegnungen dieser noch jungen Spielzeit bereits auf sein Gehäuse. Nur 21 zappelten hinterher in den Maschen, was eine gute Fangquote von 92 Prozent ergibt. Und dies, obwohl sein Team in jedem Match als Außenseiter gilt.
Auf dem Zahnfleisch
Aktuell gehen seine Vorderleute jedoch arg auf dem Zahnfleisch. Bereits seit dem Saisonstart muss das Team auf Grund von Sperren und Verletzungen mit nur drei Sturmreihen auskommen. Und das bei einem ohnehin sehr kräfteraubenden Spielsystem. Das Team muss sich jeden Torerfolg hart erarbeiten. Jetzt steigt nun schon die vierte Partie innerhalb von acht Tagen. Ein Pensum, das alle Kraftreserven ausschöpft. Auswärts ergatterten ergatterten die Rot-Gelben bislang nur einen Punkt in Köln (2:3 nach Verlängerung) . Gingen in Krefeld (1:2) und Nürnberg (2:6) jedoch leer aus, nachdem man jeweils mindestens 40 Spielminuten ebenbürtig war. Am Ende schwanden jedoch zusehends die Kräfte und die Gegner konnten ihre technische Überlegenheit zum Sieg ausspielen.
Die Moral in der Mannschaft stimmt dennoch. „Nach den letzten Spielen waren wir schon geknickt , denn da war überall mehr drin“, betont Kapitän Daniel Kreutzer, „Aber die Stimmung ist weiterhin gut im Team. Wir haben zum Glück nicht zu viel Zeit zum Nachdenken. Auch nach Ingolstadt fahren wir mit dem Gefühl, gewinnen zu können – wenn jeder konzentriert 60 Minuten lang seine Leistung bringt.“
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