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DEG entzauberte die Eisbären

04.11.2012 | 23:30 Uhr
DEG entzauberte die Eisbären
Mit hartem Einsatz brachte die DEG die Eisbären aus ihrer Erfolgsspur.Foto: Kai Kitschenberg/WAZ Foto Pool

Düsseldorf.  Gegen den mit NHL-Stars gespickten amtierenden Deutschen Meister feierten die „jungen Wilden“ von Trainer Christian Brittig einen 4:3-Erfolg nach Penaltyschießen. „Ich muss meiner Mannschaft ein riesen Kompliment machen", sagte der DEG-Coach.

Gegen den mit NHL-Stars gespickten amtierenden Deutschen Meister feierten die „jungen Wilden“ von Trainer Christian Brittig einen 4:3-Erfolg nach Penaltyschießen.

Jubelnd rissen die Spieler die Hände in die Höhe. Die 6812 Zuschauer auf den Tribünen verwandelten den Rather Dome in ein Tollhaus. Um Punkt 19.06 Uhr war die Sensation am Sonntagabend perfekt. Mit einem ungeheuren Kampfeinsatz rang die DEG den haushohen Favoriten Eisbären Berlin in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) mit 4:3 nach Penaltyschießen nieder. Und die Protagonisten wärmten sich anschließend ausgelassen mit Tanzeinlagen und einer Eis-Raupe mit ihren Fans für ihre folgende, verspätete Halloween-Party auf. „Ich muss meiner Mannschaft ein riesen Kompliment machen. Wie sie in jedem Wechsel dagegengehalten hat, das hat einfach Spaß gemacht zuzuschauen“, betonte ein freudestrahlender Trainer Christian Brittig.

Drei Ausfälle verkraftet

Auch Manager Walter Köberle vergaloppierte sich fast in Superlativen: „Dieser Zusammenhalt in der Mannschaft ist ein Traum. Hier herrscht ein unheimlicher Geist. Und so eine Stimmung in der Halle hatten wir selbst 1975 bei unserer Meisterschaft an der Brehmstraße nicht.“

Die Art und Weise, wie die Mannschaft die Ausfälle von Drew Paris (Innenbanddehnung im rechten Knie), Marc Zanetti (nach Matchstrafe vom Freitag gesperrt) sowie Allrounder Henry Martens (Gehirnerschütterung) wegsteckte, war beeindruckend. Die „jungen Wilden“ zeigten nicht mehr als den nötigen Respekt vor dem amtierenden Deutschen Meister, dessen Etat rund doppelt so „schwer“ ist und der mit Neuzugang Claude Giroux, der mit 93 Punkten drittbeste Scorer der vergangenen NHL-Saison hinter Superstar Evgeni Malkin (109) und Steven Stamkos, anreiste. Giroux wechselte gemeinsam mit Daniel Brière von den Philadelphia Flyers bekanntlich für die Zeit des Lock outs in der besten Liga des Planeten an die Spree. Zusammengerechnet hatten die beiden neuen DEL-Superstars vor der gestrigen Partie in sieben Begegnungen bereits 34 (!) Punkte markiert.

Doch den Gästen schmeckte die harte Gangart der Rot-Gelben alles andere als gut. Selbst der 19-jährige Maik Klingsporn, der im Tausch für Daniel Fischbuch und Marco Habermann von Oberligist Duisburg hochgezogen wurde, um drei Verteidiger-Paare aufbieten zu können, spielte bei seinem DEL-Debüt gegen die Superstars auf, als wäre es sein Alltag.

„Einfach auf den Mann gehen“

„Davon hätte ich vor fünf Tagen nicht mal geträumt. Ich habe einfach versucht, nicht darüber nachzudenken, dass da NHL-Spieler vor mir sind, sondern einfach auf den Mann zu gehen“, so der Youngster. Mit viel Kampfgeist unterband das Brittig-Team so eindrucksvoll die wahrlich vorhandene technische Überlegenheit des Gegners und einem starken Bobby Goepfert im Gehäuse. Aus Frust ließ sich Brière gar zum Nachschlagen mit dem Stock hinreißen. Zu diesem Zeitpunkt führte die DEG bereits durch den ersten Streich von Travis Turnbull, dem gestern ein Hattrick gelang.

„Ich habe die Jungs auf die beiden NHL-Spieler eingestimmt. Man darf ihnen keine Zeit geben, sondern muss immer drauf. Wenn die dann keine Lust mehr haben, ist das schon die halbe Miete“, so Coach Brittig. Die Eisbären kamen zwar mit zwei Mann mehr auf dem Eis zum Ausgleich.

Was die Berliner können, können die Rot-Gelben jedoch auch. Und schlugen in gleicher Situation noch vor der Drittelpause zurück. Auch im Mittelabschnitt fanden Daniel Kreutzer und seine Teamkollegen auf das zwischenzeitliche 2:2 die richtige Antwort.

Selbst vom Ausgleich 277 Sekunden vor der Schlusssirene ließen sich die Rot-Gelben nicht beirren. Und Goepfert entzauberte die NHL-Stars gar noch mit Saves im Penaltyschießen. Während Turnbull und Kreutzer den Puck sicher verwandelten.

DEG –Eisbären BERLIN 4:3 n. P. (2:1, 1:1, 0:1, 0:0, 1:0)

DEG: Goepfert; Ebner, Gödtel; Henry, Woidtke; Klingsporn, Bazany; Rome, Martinsen, Kreutzer; Ridderwall, Turnbull, Bostrom; Strodl, Mondt, Preibisch; Hofland.Zuschauer:6812.Schiedsrichter:Brüggemann/Yazdi (Iserlohner EC/Neusser EV).

Tore: 1:0 (7:50) Turnbull (Bostrom, Ridderwall), 1:1 (14:12) Talbot (Giroux, Birère/5-3-Überzahl), 2:1 (18:08) Turnbull (Kreutzer, Mondt/5-3), 2:2 (29:29) Tyson Mulock (Laurin Braun, Katic), 3:2 (38:35) Turnbull (Bostrom, Ridderwall/6-5), 3:3 (55:23) Laurin Braun (Giroux, Talbot), 4:3 (65:00) Kreutzer (entscheidender Penalty).

Strafminuten: DEG 18 plus 10 (Rome/15:51, Gödtel/16:24, je unnötige Härte), Berlin 18 plus 10 (Foy/15:51, Talbot/16:24, je unnötige Härte).

Beste DEG-Spieler: Bostrom (5 Punkte), Goepfert (3), Turnbull (1).

Mareike Scheer



Kommentare
05.11.2012
02:08
DEG entzauberte die Eisbären
von wolla | #1

Turnbull nur 1 Punkt trotz Hattrick????

Das verstehe wer will. Er war bester Mann auf dem Eis, neben Goepfert...

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