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DEG seit der Länderspielpause nicht mehr im Tritt

10.12.2012 | 22:00 Uhr
DEG seit der Länderspielpause nicht mehr im Tritt
Mit der DEG Tabellenletzter: Kapitän Daniel Kreutzer.Foto: imago

Düsseldorf.  Die DEG-Patienten leiden seit der November-Länderspielpause an Punkte-Armut. Nur vier von möglichen 29 Zählern wurden geholt – der stets gelobte Teamgeist ist nun gefragt. Denn nach 27 Spieltagen sind Kapitän Daniel Kreutzer und seine Teamkollegen als Tabellenletzter bereits elf Punkte vom zehnten und letzten Play-off-Rang entfernt.

Zehn Minuten blieb die Kabinentür am Sonntagabend nach der 1:4-Niederlage im kleinen Straßenbahn-Derby gegen die Krefeld Pinguine geschlossen. Bei den DEG-Eishockeycracks gab es Redebedarf. Dass die Saison schwer werden würde, war klar. Aber die Fakten lesen sich trotz aller Vorhersagen mangelhaft: Mit 24 Punkten haben die Rot-Gelben zur Saisonhalbzeit nur halb so viele wie Spitzenreiter Köln (48), der am Freitag (19.30 Uhr/live im DerWesten-Ticker) zum 128. Rhein-Derby im Dome gastiert.

Nach 27 Spieltagen sind Kapitän Daniel Kreutzer und seine Teamkollegen als Tabellenletzter bereits elf Punkte vom zehnten und letzten Play-off-Rang entfernt. Für diesen wurden seit Einführung der Pre-Play-offs zur Spielzeit 2006/07 am Ende rund 76 Zähler benötigt. Somit fehlen der DEG noch 52 Punkte, um die Qualifikation für die Meisterrunde zu realisieren. Was allerdings einen Durchschnittswert von 2,08 Zählern pro Partie bedeuten würde. Während dieser aktuell bei acht Siegen aus 27 Spielen nur 0,88 beträgt.

Entschuldigung bei den Fans

Ein bisschen sehr viel von Hoffnung getragene Rechenspekulation. Mit Angreifer Calle Ridderwall entschuldigte sich nach dem verpatzten Auftakt in die Derby-Woche erstmals ein Spieler per Internet-Beitrag öffentlich: „Sorry an alle DEG-Fans! Wir müssen besser spielen und eine Siegesserie starten. Ihr habt mehr verdient.“

Seit der Länderspielpause ist das Team, besonders auf Reisen, nicht mehr in den Tritt gekommen. Sammelte lediglich vier von möglichen 27 Punkten. Wirkte zuletzt saft- und kraftlos. Die eingangs erwähnte Ansprache von Trainer Christian Brittig war jedoch keine Schimpftirade. Es ging eher darum, sein Team nach acht Niederlagen aus den jüngsten neun Spielen wieder aufzubauen.

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„Wir mussten einiges besprechen. Und uns darauf einschwören, dass wir weiter als Team zusammenhalten müssen“, betont Stürmer An-dreas Martinsen. In dieser prekären Saisonphase gilt es nun, den Teamgeist und Charakterstärke zu beweisen. Was Rot-Gelb ja bisher stets als eigene Stärke herausgestellt hatte.

Schaut man hinter die Kulissen, gibt es gute Gründe, die den Leistungsabfall nebst mangelnder sportlicher Qualität aufgrund einer finanziell sehr schmalen Personalpolitik erklären. Vieles lief zuletzt nicht nach Plan. Zum einen wird die Mannschaft in dieser Saison von Verletzungen heimgesucht, die selbst Coach Brittig „noch nie so erlebt habe“. Zum anderen wurde der Kader immer wieder durch teils selbst verursachte Sperren dezimiert. Seit dem das Team jedoch mit mehr Vorsicht in die Checks geht, wurden auch fast keine Punkte mehr eingefahren.

Magen-Darm-Grippe setzte DEG-Cracks außer Gefecht

Zuletzt grassierte eine Magen-Darm-Grippe im Team, die einige Cracks schachmatt setzte. Andere spielten, übergaben sich vor und nach der Partie und erhielten nach der 1:4-Niederlage am Dienstag in Hamburg vorsorglich gar dopingfreie, aber aufpäppelnde Präparate.

Seit Saisonbeginn ist die DEG nicht einmal in Bestbesetzung aufgelaufen. Trotz des frühen Sommertrainingsstarts müssen die Kufenflitzer den Ausfällen allmählich Tribut zollen. Zu allem Überfluss gab es genau in die Krankheitswelle hinein erneut drei Auswärtsspiele in Folge. „All diese Strapazen bleiben nicht in den Socken hängen. Momentan sind wir zu langsam, um unser Spiel durchzuziehen. Regeneration ist nun das oberste Gebot“, betont Manager Walter Köberle. Der zollt seinen Cracks zwar trotzdem verbalen Respekt. Allerdings ist das Urteil „stets bemüht“ bekanntlich nicht unbedingt ein gutes Arbeitszeugnis.

Kapitän Daniel Kreutzer gibt Durchhalteparolen aus. Was bleibt ihm sonst übrig? „Wir brauchen frische Beine und sind einfach müde , stets zu verlieren. Wir haben vielleicht nicht die Qualität wie andere, aber eine super Gruppe. Wenn wir fit sind, hat es auch Köln schwer gegen uns.“ Zwei Derby-Pleiten im Dome binnen sechs Tagen will man tunlichst verhindern.

Am Rande der Bande:

AUTOGRAMM:Weihnachten steht vor der Tür und damit auch die traditionelle Autogrammstunde des gesamten DEG-Teams. Für alle Fans gibt es zum letzten Mal in diesem Jahr die Gelegenheit, die Kufencracks hautnah zu erleben. Die Puckjäger verteilen heute zwischen 17 und 19 Uhr bei den Stadtwerken am Höherweg jedoch nicht nur ihre Unterschriften, es gibt auch weitere Überraschungen. Wie reduzierte Fanartikel und die letzten Stehplatztickets für das Derby gegen Köln am Freitag (19.30 Uhr, Rather Dome).
DEBÜT: Als einziger nicht mit dabei sein wird Verteidiger Bernhard Ebner. Der 22-Jährige gibt heute Abend in Chemnitz sowie am morgigen Mittwoch in Dresden (jeweils 19.30 Uhr) gegen eine Auswahl des Rekordweltmeisters Russland sein Länderspiel-Debüt. Der Abwehrrecke wurde von Bundestrainer Pat Cortina ins DEB-Aufgebot des „Top-Team Sotschi“ berufen.

Mareike Scheer

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2012-12-10 22:00
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