DEG-Topscorer Michael Davies muss gehen

Der einstige DEL-Topscorer Michael Davies erhält keinen neuen Vertrag.
Der einstige DEL-Topscorer Michael Davies erhält keinen neuen Vertrag.
Foto: Häfner
Neben dem US-Amerikaner verlassen noch acht weitere Spieler die DEG. Darunter überraschend auch der erst20-jährige Verteidiger Jonas Noske, der seine Karriere beendet. Die Zukunft von Thiel, Mondt und Mapes ist noch offen.

Düsseldorf.. „Es ist Teil des Geschäfts. Ich hatte in Düsseldorf eine tolle Zeit. Es wird hart, jetzt allen Tschüss zu sagen, während die anderen zurückkommen“, erklärt Michael Davies. Worte, aus denen herauszuhören ist, dass der 28-jährige US-Amerikaner gern bei der DEG geblieben wäre. Und die meisten in ihm den Spieler gesehen hatten, der auf jeden Fall bleiben soll. Doch nach nur neun Monaten muss er die Rot-Gelben nun wieder verlassen – trotz einer bärenstarken Saison entschied sich Cheftrainer Christof Kreutzer gegen eine Verlängerung seines Kontrakts.

Düsseldorf gibt Topscorer der Liga ab

Entsprechend geknickt stand der Eishockeycrack gestern Nachmittag vor dem Rathaus beim Empfang durch den Oberbürgermeister Thomas Geisel. „Ich danke den Trainern, dass sie mir die Chance gegeben haben. Es war mein erstes Jahr in Europa und ich durfte gleich eine gute Rolle spielen. Jetzt werden wir sehen, was die Zukunft bringt“, so der Angreifer, der bis zu seiner Doping-Suspendierung Ende November 29 Punkte in 23 Partien gesammelt hatte, bis zur Länderspielpause an 45,3 Prozent aller DEG-Tore beteiligt und damit zwischenzeitlich Topscorer der Liga war. „Ich bin nicht in der Position zu sagen, ob es mit der Geschichte etwas zu tun hat“, erklärt Davies sogleich.

War nach den frühzeitigen Verpflichtungen von Norm Milley und Christopher Minard (die NRZ berichtete) während seiner Suspendierung einfach kein Platz mehr für eine weitere Kontingentstelle im Kader übrig? Die DEG hat bekanntlich bereits neun von elf möglichen vergeben. Und es dürfen immer nur neun Ausländer auf dem Spielberichtsbogen stehen. Stimmte die Chemie nicht? Deutsche Eishockey-Liga

„Es waren verschiedene Punkte ausschlaggebend. Auf die Einzelnen will ich aber nicht eingehen. Es waren sicher keine einfachen Gespräche“, betont Cheftrainer Christof Kreutzer lediglich. „Ich bin froh, wie es am Ende gelaufen ist, er nach der Dopinggeschichte noch wieder für uns spielen konnte und man vernünftig auseinander geht!“

Davies will mit seinem Agenten über die Zukunft sprechen

Mit dem Abgang werden auch zwei dicke Kumpels auseinandergerissen. Davies und Travis Turnbull, der ihn an den Rhein lotste, spielten die zwölfte gemeinsame Saison. „Ich hatte gehofft es würde länger gehen, aber jetzt schaue ich nach vorn und vielleicht klappt es in der Zukunft wieder?“ , so der scheidende Angreifer vielsagend. „Es hat sich erst heute morgen entschieden. Es gibt Angebote, auch aus Europa. Ich muss jetzt erst einmal mit meinem Agenten sprechen.“

Turnbull hat noch ein Jahr Vertrag. Ob er Davies dann gemeinsam mit Tim Miller von Zweitligist Bremerhaven – den das Duo eigentlich nach Düsseldorf locken wollte – folgt, um als Trio zusammen auflaufen zu können? Das wird nur die Zukunft zeigen können. Kommentar

Sechs weitere Abgänge bei der DEG

Der ehemalige Topscorer der DEL ist auch nicht der einzige Akteur, der die Rot-Gelben zur neuen Saison verlassen. Neben Andreas Martinsen, der sein Glück bekanntlich in der NHL versuchen will, verabschiedet die DEG auch Torwart Lukas Lang, die Stürmer Kris Sparre und Dominik Daxlberger, sowie die Abwehrrecken Drew Schiestel und Shawn Belle.

Stürmer Thomas Dolak ist künftig wieder (nur) als Trainer der Schülermannschaft eingeplant. Außerdem beendet Verteidiger Jonas Noske seine Profikarriere. „Es war eine persönlich Entscheidung mit mehreren Faktoren. Ich werde studieren, vermutlich im Ingenieurbereich. Das hatte ich immer gesagt. Natürlich spielen auch die drei Gehirnerschütterungen eine Rolle, aber mir geht es gut“, erklärt der 20-Jährige. „Es kann mir keiner garantieren, dass ich es zum DEL-Stammspieler schaffe. Aber ich hatte die beste Unterstützung die es gibt.“

Mit den Spielern Alexander Thiel, Niki Mondt und Corey Mapes werden derzeit noch entscheidende Gespräche über ihre sportliche Zukunft geführt – Ergebnis offen.